Augustinerkloster mit Klosterkirche St. Maria in Landau in der Pfalz

Augustinereremitenkloster, St. Maria Himmelfahrt

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Denkmalpflege, Architekturgeschichte, Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Landau in der Pfalz
Kreis(e): Landau in der Pfalz
Bundesland: Rheinland-Pfalz
  • Kirche und ehemaliges Klostergebäude des Augustinerklosters in Landau (2017).

    Kirche und ehemaliges Klostergebäude des Augustinerklosters in Landau (2017).

    Copyright-Hinweis:
    Vogel, Monika / Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd
    Fotograf/Urheber:
    Monika Vogel
    Medientyp:
    Bild
    Anklicken öffnet eine größere Vorschau in Galerieansicht
  • Das Augustinerkloster mit der Klosterkirche in Landau (2017).

    Das Augustinerkloster mit der Klosterkirche in Landau (2017).

    Copyright-Hinweis:
    Vogel, Monika
    Fotograf/Urheber:
    Monika Vogel
    Medientyp:
    Bild
    Anklicken öffnet eine größere Vorschau in Galerieansicht
Die Anlage umfasst das Augustinerkloster und die an der Südwestecke der heutigen Augustinergasse gelegene Klosterkirche. Nach Norden schließt die ehemalige Klausur an.
Der Bau des Augustinerklosters am östlichen Altstadtrand von Landau geht vermutlich auf einen Zeitraum kurz vor 1300 zurück; der Gründungsvorgang kann nicht mehr genau rekonstruiert werden. Eine Ursache dafür ist auch die in etwa zeitgleiche Gründung des ebenfalls Augustinerkloster genannten Klosters der Steigerherren in Landau (Klosterlexikon, S. 595). Angenommen wird eine Gründung durch Rat und Bürgerschaft der Stadt Landau (Klosterlexikon, S. 594). Das Kirchengebäude dient heute als Pfarrkirche der 1940 entstandenen Heilig-Kreuz-Gemeinde.

Eine Verkaufsurkunde aus dem Jahr 1345 ist der erste urkundliche Beleg für das Augustinerkloster. In dieser ging es um die Veräußerung einer Leibrente an das Zisterzienserkloster Eußerthal. Wohl im Zeitraum 1405 bis 1413 folgte der Bau der Klosterkirche, deren urkundliche Ersterwähnung auf das Jahr 1507 fällt (ebd., S. 595).

Erweiterung
Das Klosterareal wurde in der Mitte des 15. Jahrhunderts umfangreich erweitert. Die Vermögensverhältnisse des Klosters waren so gut, dass im Jahr 1483 drei benachbarte Grundstücke und 1502 ein Garten erworben werden konnten. Im Zuge der Erweiterung wurden Klostergebäude und Kreuzgang teilweise erneuert.

Zeit der Reformation
Bereits in den Jahren 1521/22 wurde durch den Landauer Stadtpfarrer die Reformation in Landau eingeführt. Im Zuge dieser Bewegung wurden im Kloster städtische Pfleger eingesetzt, um die finanziellen Einkünfte transparent zu machen. Aufgrund dieser und anderer Widrigkeiten sank die Zahl der Mönche im zweiten Drittel des 16. Jahrhunderts. Das Kloster konnte sich jedoch bis in die Zeit des Dreißigjährigen Krieges mit einem kleinen Bestand an Mönchen halten und seelsorgerische Aufgaben wahrnehmen (ebd., S. 598).

Auflösung des Klosters
Im Zuge der Säkularisation wurde der religiöse Orden 1790 aufgehoben. Es folgte die Inventarisierung und die Versteigerung des Inventars. Noch im selben Jahr verließen die letzten Augustiner das Kloster (ebd., S. 599). Über einen Zeitraum von rund 100 Jahren wurden die profanierten Gebäude u.a. als Konzert-, Versammlungs- und Lagerhaus genutzt.
„Nun diente unsere Augustinerkirche zuerst dem bayerischen Militär als Garnisonskirche; danach zwischen 1918 und 1930 den Mitgliedern der französischen Besatzung.“ (www.st-augustinus-landau.de)

Im Zweiten Weltkrieg wurde der Ostflügel des Klosters zerstört; hier entstand in den 1980er Jahren das heutige Pfarrheim, womit „das gotisch-barocke Ensemble von Klausurgebäuden und Kreuzgang wieder hergestellt“ ist (www.st-augustinus-landau.de). Im West-und Nordflügel des Kreuzgangs, die sich beide im Besitz der Stadt Landau in der Pfalz befinden, ist das städtische Bauamt untergebracht.

Kulturdenkmal
Das Objekt ist ein eingetragenes Kulturdenkmal nach § 8 Denkmalschutzgesetz (DSchG), der Eintrag lautet: „ehem. Augustinerkloster (jetzt teils Pfarrheim, teils Stadtbauamt), im Wesentlichen spätbarocke Anlage, Mansarddachbauten, bez. 1739, 1750 und 1781; spätgotischer Kreuzgang, Mitte 15. Jh., Erweiterung 18. Jh.; am Nordflügel spätgotische Pforte, bez. 1484, dort Lapidarium und barockes Kruzifix, bez. 1751“ (Denkmalverzeichnis 2016, S. 4).

(Monika Vogel, Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd, 2017)

Internet
www.st-augustinus-landau.de: Gemeinde Heilig Kreuz, Landau Stadt (abgerufen 23.03. u. 26.07.2017)
www.landau.de: Stadtgeschichte (abgerufen 23.03.2017)

Literatur

Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (Hrsg.) (2016)
Nachrichtliches Verzeichnis der Kulturdenkmäler, Kreisfreie Stadt Landau in der Pfalz (Denkmalverzeichnis Kreisfreie Stadt Landau in der Pfalz, 04. Mai 2016). Koblenz. Online verfügbar: denkmallisten.gdke-rlp.de, Landau, abgerufen am 23.03.2017
Keddigkeit, Jürgen; Untermann, Matthias; Ammerich, Hans; Heberer, Pia; Lagemann, Charlotte (2014)
Pfälzisches Klosterlexikon. Handbuch der Pfälzischen Klöster, Stifte und Kommenden, Band 2, H-L. S. 593 f, Kaiserslautern.

Augustinerkloster mit Klosterkirche St. Maria in Landau in der Pfalz

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Königstraße
Ort
76829 Landau in der Pfalz
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Geschütztes Kulturdenkmal gem. § 8 DSchG Rheinland-Pfalz
Fachsicht(en)
Denkmalpflege, Architekturgeschichte, Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn 1300 bis 1345
Koordinate WGS84
49° 11′ 54,6″ N, 8° 06′ 56,13″ O / 49.1985°, 8.11559°
Koordinate UTM
32U 435569.99 5449898.8
Koordinate Gauss/Krüger
3435619.7 5451639.79

Empfohlene Zitierweise

Urheberrechtlicher Hinweis
Der hier präsentierte Inhalt ist urheberrechtlich geschützt. Die angezeigten Medien unterliegen möglicherweise zusätzlichen urheberrechtlichen Bedingungen, die an diesen ausgewiesen sind.
Empfohlene Zitierweise
„Augustinerkloster mit Klosterkirche St. Maria in Landau in der Pfalz”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-265539 (Abgerufen: 23. Februar 2018)
Seitenanfang