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Bergisch Gladbach, neuer Teil des Bürgerhauses Bergischer Löwe, Gastronomie und Veranstaltungszentrum (2020)
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Bergisch Gladbach, neuer Teil des Bürgerhauses Bergischer Löwe, Gastronomie und Veranstaltungszentrum (2019)
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Bergisch Gladbach, neuer Teil des Bürgerhauses Bergischer Löwe, Gastronomie und Veranstaltungszentrum (2019)
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Das Bürgerhaus Bergischer Löwe im Zentrum von Bergisch Gladbach ist ein bau- und kulturgeschichtlich vielschichtiges Ensemble, in dem sich mehrere Entwicklungsphasen der städtischen Architektur- und Nutzungsgeschichte überlagern. Seine Ursprünge reichen in die Mitte des 19. Jahrhunderts zurück, als an gleicher Stelle der Gasthof „Kolter“ errichtet wurde, der als frühe bürgerliche Begegnungsstätte diente.
Eine entscheidende Erweiterung erfuhr der Baukomplex zu Beginn des 20. Jahrhunderts: Nach dem Erwerb durch die 1903 gegründete Kasinogesellschaft wurde der Gasthof unter Leitung des Architekten Ludwig Bopp, der in Bergisch Gladbach auch Bauten der Gartensiedlung Gronauer Wald entwarf, zu einem repräsentativen Bürgerhaus umgestaltet. In diesem Zusammenhang entstand 1904 der „Mariensaal“, ein großzügiger, im Jugendstil gehaltener Theater- und Konzertsaal, der maßgeblich durch die Stifterin Maria Zanders ermöglicht wurde. Damit entwickelte sich der „Bergische Löwe“ früh zu einem zentralen Ort des gesellschaftlichen und kulturellen Lebens mit Theateraufführungen, Konzerten und Versammlungen.
Nach der Übernahme in städtischen Besitz im Jahr 1939 wandelte sich die Nutzung kriegsbedingt mehrfach; in der Nachkriegszeit wurde der Saal zunächst als Kino genutzt und 1952 zu einem modernen Bühnenhaus umgebaut.
Den entscheidenden architektonischen Einschnitt markierte der Neubau von 1977 bis 1980 nach Entwürfen des Kölner Architekten Gottfried Böhm. Böhm integrierte Teile der historischen Bausubstanz in ein neues, multifunktionales Gebäude und schuf damit ein charakteristisches Beispiel für den Umgang der Nachkriegsmoderne mit gewachsenen Stadtstrukturen. Der Neubau zeichnet sich durch eine markante, in Rottönen gehaltene Metallfassade aus, deren kleinteilige Gliederung durch Erker, Vorsprünge und unterschiedliche Baukörper eine heterogene, fast skulpturale Wirkung erzeugt. Im Inneren prägen funktionale Elemente wie ein großdimensionierter Theatersaal mit Bühne und Orchestergraben sowie technische Installationen - etwa sichtbare Lüftungssysteme - das Erscheinungsbild.
Parallel dazu blieb der historische Altbau mit seinen Formen der deutschen Renaissance erhalten: Charakteristisch sind hier unter anderem ein zweigeschossiger Rundturm mit Haubenaufsatz, geschweifte Giebel sowie differenziert gestaltete Fassaden mit Erkern und Zwerchhäusern. Vom ursprünglichen Baukomplex (Gasthof Kolter / Umbau von 1903) ist heute etwa ein Drittel der historischen Bausubstanz erhalten - insbesondere der ältere Gebäudeteil an der Hauptstraße, der auch unter Denkmalschutz steht und noch typische historistische Formen zeigt. Dagegen wurde der zentrale historische Saalbau (Mariensaal von 1904) 1977 vollständig abgebrochen. Die erhaltenen Elemente verleihen dem älteren Bauteil eine repräsentative, historistische Prägung, die in deutlichem Kontrast zur modernen Formensprache Böhms steht.
In seiner heutigen Gestalt vereint das Bürgerhaus somit mehrere Bauphasen - den Gasthof des 19. Jahrhunderts, das bürgerliche Kulturhaus aus der Zeit um 1900 und den modernen Neubau der späten 1970er Jahre - zu einem architektonischen Gesamtkomplex. Gerade diese Überlagerung unterschiedlicher Stile und Funktionen begründet seine besondere denkmalpflegerische Bedeutung: Das Gebäude dokumentiert exemplarisch die städtebauliche und kulturelle Entwicklung Bergisch Gladbachs vom bürgerlichen Versammlungsort zum vielseitigen kommunalen Veranstaltungszentrum.
(Karl Peter Wiemer, Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz e.V., 2026)
Große Pläne der Casino-Gesellschaft blieben unerfüllt. Bau, Zweck und 40 Jahre Geschichte des "Bergischen Löwen" 1903-1943. In: Rheinisch-Bergischer Kalender 2000, S. 171-175. Bergisch Gladbach.
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung, Vor Ort Dokumentation
Historischer Zeitraum
Beginn 1903
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