Historische Streuobstwiese „Unter’m Feld“ bei Claasmühle

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Burscheid
Kreis(e): Rheinisch-Bergischer Kreis
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
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Diese von Jungrindern beweidete Hangweide „Unter’m Feld“ bei Claasmühle wurde im Winter 2012/2013 mit 50 Obstbaum-Hochstämmen bepflanzt. Das Ziel ist, eine für das Ortsbild und die Kulturlandschaft des Bergischen Landes typische Streuobstwiese wieder herzustellen. Dabei handelt es sich um eine Kompensationsmaßnahme des Rheinisch-Bergischen Kreises, bei der auch die Pflege der jungen Obstbäume gleich mit eingeplant wurde.

Streuobstwiesen dienten noch bis in die 1920er Jahre hinein der Versorgung der Familien in den Dörfern des Bergischen Landes mit getrocknetem oder eingemachtem Obst über die lange Winterzeit. Daneben wurden die nahen Städte und Industrieregionen (Köln, Wuppertal, Ruhrgebiet) von hier mit Obst beliefert. Nach dem Zweiten Weltkrieg spezialisierte sich der Obstanbau immer stärker in Richtung Plantagenanbau und die Streuobstwiesen verloren ihre Bedeutung für die Bauern, da nun Obst und Gemüse durch den Handel zu allen Jahreszeiten aus der ganzen Welt im Supermarkt erhältlich war. Zunächst blieb das Obst nur auf den Bäumen hängen, bevor dann auch durch Rodungsprämien der Europäischen Union gefördert, viele Streuobstwiesen nach und nach verschwanden und auch heute noch verschwinden.

Anders verlief es bei Claasmühle, wo die meisten Obstbäume noch bis Anfang der 1990er Jahre erhalten geblieben waren. Die historischen Luftbilder von 1988-1994 zeigen diese Obstwiese mit etwa 30 Obstbäumen. Erst danach sind die übrigen altersbedingt zum Beispiel durch Windwurf oder Schneebruch dahingerafft worden. Im Jahr 2003 lag ihre Zahl schon unter 10 Hochstämmen und im Luftbild von 2010 sind bereits alle Bäume verschwunden. Wie es früher häufig der Fall war, wurden bei der Neuanpflanzung viele verschiedene Obstsorten gemischt: 20 Apfelsorten, darunter „Luxemburger Triumph“, fünf Birnensorten, wie „Gute Graue“ und „Zitronenbirne“, sowie jeweils drei Kirsch- beziehungsweise Pflaumensorten. Bei der Auswahl der Sorten wurde bewusst auf Regionalität und Robustheit geachtet.

(Biologische Station Rhein-Berg, 2016. Erstellt im Rahmen des Projektes „Naturschutz trifft Kulturlandschaft – HEUland“. Ein Projekt der Biologischen Stationen Oberberg und Rhein-Berg im Rahmen des LVR-Netzwerks Landschaftliche Kulturpflege.)

Literatur

Theißen, Herbert (Red.) / LVR-Netzwerk Umwelt / Biologische Stationen im Rheinland (Hrsg.) (2010)
Lokale und regionale Obstsorten im Rheinland - vom Aussterben bedroht! Ein Handbuch mit 49 Sortensteckbriefen. Köln.

Historische Streuobstwiese „Unter’m Feld“ bei Claasmühle

Schlagwörter
Ort
Burscheid - Claasmühle
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Geländebegehung/-kartierung, Fernerkundung, mündliche Hinweise Ortsansässiger, Ortskundiger
Koordinate WGS84
51° 05′ 32,93″ N, 7° 07′ 11,67″ O / 51.09248°, 7.11991°
Koordinate UTM
32U 368342.03 5661790.28
Koordinate Gauss/Krüger
2578500.76 5662531.81

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„Historische Streuobstwiese „Unter’m Feld“ bei Claasmühle”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-262043 (Abgerufen: 23. Mai 2018)
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