Synagoge Bad Godesberg

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Gemeinde(n): Bonn
Kreis(e): Bonn
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Spielkarte "Bad Godesberg" mit einer Ansicht der Godesburg (aus dem Quartettspiel "Der Rhein", Ravensburger Spiele Nr. 305, Otto Maier Verlag 1952).

    Spielkarte "Bad Godesberg" mit einer Ansicht der Godesburg (aus dem Quartettspiel "Der Rhein", Ravensburger Spiele Nr. 305, Otto Maier Verlag 1952).

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Die jüdische Gemeinde Bad Godesberg seit dem frühen 19. Jahrhundert:
Seit dem 17. Jahrhundert lebten vereinzelt Juden in Bad Godesberg. 1875 wurde der Synagogenverband mit Bonn aufgelöst. 1932 waren die Bürgermeistereien Villip (eine Person), Lannesdorf und Mehlem (6 Personen) an die Godesberger Gemeinde angeschlossen
Gemeindegröße um 1815: 32 (1808), um 1880: 56 (1885), 1932: 109, 2006: –.
Bethaus / Synagoge: 1812 ist eine Synagoge in Bad Godesberg bezeugt. 1850 wurde ein Neubau eingeweiht. 1938 wurde das Gebäude in Brand gesetzt und zerstört (vorstehende Angaben alle nach Reuter 2007).

Die kleine orthodoxe Landgemeinde nutze zunächst einen Betraum in einem Privathaus in der Hüttenstraße.
„Ein eigenes, schlichtes Synagogengebäude – versteckt hinter Häusern der Koblenzer Straße gelegen – konnte dann im Sommer 1850 in der Judengasse, der heutigen Oststraße, eingeweiht werden; es verfügte über 90 Plätze.“ (jüdische-gemeinden.de)
Wegen vom Bonner Synagogenverband nicht mitgetragenen Reformbestrebungen trennten sich die Godesburger Juden von diesem und bildeten 1875 eine autonome Kultusgemeinde Godesberg-Mehlem, der auch die Juden aus Friesdorf und Muffendorf angehörten.

Einheimische Brandstifter zerstörten die Synagoge sowie einige jüdische Geschäfte im Zuge des NS-Novemberpogroms am 10. November 1938. Die Ruine des Gotteshauses wurde bald darauf abgetragen (ebd., wohl irrtümlich wird „10. November 1939“ angegeben).
An den einstigen Standort der Godesberger Synagoge erinnert seit 1985 eine Gedenktafel. Ihre Inschrift lautet:
„Nahe dieser Stelle stand die SYNAGOGE
Sie wurde um 1840 erbaut und bei den nationalsozialistischen Gewalttaten
gegen unsere jüdischen Mitbürger am 10. November 1938 zerstört“


Die frühere Lage des Gotteshauses ist nicht sicher zu lokalisieren, daher ist die Synagoge hier nur symbolisch mit einer Geometrie in der heutigen Oststraße verortet.

(Franz-Josef Knöchel, LVR-Redaktion KuLaDig, 2016)

Internet
www.jüdische-gemeinden.de: Bad Godesberg (abgerufen 18.10.2016)

Literatur

Pracht, Elfi (1997)
Jüdisches Kulturerbe in Nordrhein-Westfalen, Teil I: Regierungsbezirk Köln. (Beiträge zu den Bau- und Kunstdenkmälern im Rheinland 34.1.) S. 486-487, Köln.
Reuter, Ursula (2007)
Jüdische Gemeinden vom frühen 19. bis zum Beginn des 21. Jahrhunderts. (Geschichtlicher Atlas der Rheinlande, VIII.8.) S. 25, Bonn.
Stadt Bonn, Amt 61-02, Untere Denkmalbehörde (Hrsg.) (2014)
Liste der gem. § 3 DSchG NW in die Denkmalliste eingetragenen Baudenkmäler, Bodendenkmäler, beweglichen Denkmäler und Denkmalbereiche der Stadt Bonn (Stand: 01.04.2014). S. 4, Bonn.

Synagoge Bad Godesberg

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Oststraße
Ort
53173 Bonn - Bad Godesberg
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Kein
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn 1850, Ende 1938
Koordinate WGS84
50° 41′ 8,27″ N, 7° 09′ 15,48″ O / 50.68563°, 7.1543°
Koordinate UTM
32U 369619.12 5616491.77
Koordinate Gauss/Krüger
2581617.99 5617310.78

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„Synagoge Bad Godesberg”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-256252 (Abgerufen: 25. Mai 2018)
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