Bopparder Hamm

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Boppard, Spay
Kreis(e): Mayen-Koblenz, Rhein-Hunsrück-Kreis
Bundesland: Rheinland-Pfalz
  • Luftaufnahme des Rheintals mit Boppard, Filsen und Osterspai im Herbstnebel, Blick nach Süden, der Bopparder Hamm im Vordergrund (2015)

    Luftaufnahme des Rheintals mit Boppard, Filsen und Osterspai im Herbstnebel, Blick nach Süden, der Bopparder Hamm im Vordergrund (2015)

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Der Bopparder Hamm liegt im oberen Mittelrheintal (seit 2002 UNESCO Weltkulturerbe) zwischen Spay und Boppard. Sein Name leitet sich vom lateinischen Wort „hamus“ (Haken oder Bogen) ab, der sehr anschaulich die größte Schleife des gesamten Flusslaufes umschreibt. Unterhalb des Hanges lag einst der Ort Peternach, der im Dreißigjährigen Krieg wüst wurde. Vom Bopparder Hamm geht der Blick auf die andere Rheinseite zu den dort gelegenen Orten Filsen und Osterspai.

Mit der Biegung des Flusses entstand zugleich eine Südausrichtung der linksrheinischen Hänge. In der Kombination des Hunsrücks, der vor den feucht-kühlen Westwinden schützt, mit dem Rhein, der mit seiner großen Wasseroberfläche als Wärmespeicher dient, und dem Schieferboden, der die Sonnenstrahlen reflektiert, besitzt dieser Landstrich ein optimales Klima für den Weinbau, hier seit dem 7. Jahrhundert nachweisbar ist. Da im römischen Kastell Bodobrica Mitte des 4. Jahrhunderts Wein Bestandteil der Truppenverpflegung war, ist davon auszugehen, dass schon in römischer Zeit in Boppard Wein angebaut wurde. Urkundlich belegbar ist der Anbau jedoch erst für das Jahr 643. Damals befanden sich die Weinberge fast ausnahmslos im Besitz der großen Klöster und der Adeligen oder waren Reichsgut. Auf letzteres weist der Name der Weinlage „Fässerlay“ hin, der sich von „fess“ (Fiskus) und „lay“ (Felsen) ableitet.
Die gleichnamige Weinlage „Bopparder Hamm“ ist aufgrund ihrer Größe in die Einzellagen Elfenlay, Engelstein, Fässerlay, Feuerstein und Mandelstein unterteilt. Die insgesamt rund 75 ha bilden die größte zusammenhängende Rebfläche am Mittelrhein. Die exponierte Südlage und die damit verbundene Sonneneinstrahlung bis in die späten Abendstunden hinein machen die Hänge ideal für den Riesling, aber auch für Rivaner und Spätburgunder. In den steilen Schieferhängen wurzeln die Reben mit rund 70 bis 80% Steigung. Dies beschert zwar auf der einen Seite eine hohe Qualität der Weine, macht jedoch auf der anderen Seite den Weinanbau extrem arbeitsintensiv, da die Hänge nur in Handarbeit zu bewirtschaften sind: Rebschnitt, Laubarbeit und Lese erfolgen ausschließlich per Hand.
Doch nicht nur für den Weinbau ist der Bopparder Hamm berühmt, auch Flora und Fauna können hier mit Besonderheiten aufwarten. So ist es die zur Familie der Kreuzblütengewächse gehörende Schleifenblume, die Iberis boppardensis, die weltweit nur hier zu finden ist, sowie die Westliche Smaragdeidechse Lacerta bilineata, deren nördlichstes Verbreitungsgebiet in Mitteleuropa an diesem mächtigen Südhang liegt.

Zu erleben und zu bewundern ist dies alles auf dem 2006 in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Alpenverein geschaffenen Mittelrhein-Klettersteig Boppard, der mit seinen elf Kletterpassagen ein einzigartiges Landschaftserlebnis bietet.

(Susanne Kern, Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschtz e.V., 2016)

Literatur

Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschtz e.V. (Hrsg.) (2016)
Kalender Rheinland 2017. Denkmal Landschaft Natur. Wermelskirchen.

Bopparder Hamm

Schlagwörter
Ort
Boppard
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn 400 bis 643
Koordinate WGS84
50° 14′ 48,71″ N, 7° 34′ 44,84″ O / 50.24686°, 7.57912°
Koordinate UTM
32U 398694.18 5567044.53
Koordinate Gauss/Krüger
3398728.79 5568831.7

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„Bopparder Hamm”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-255231 (Abgerufen: 19. August 2018)
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