Steinbruch und Kalköfen „Kaninhecke“

Kalkbrennerei Preußer

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Archäologie, Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Nettersheim
Kreis(e): Euskirchen
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Nettersheim, Kalkbrennerei. Ansicht der beiden Kalkbrennöfen (2016)

    Nettersheim, Kalkbrennerei. Ansicht der beiden Kalkbrennöfen (2016)

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  • Kalköfen in Nettersheim. Werkhäuser mit Innenhof (2016)

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  • Nettersheim, Kalkbrennerei. Ansicht des jüngeren Brennofens (2016)

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  • Kalköfen in Nettersheim. Werkhäuser mit Innenhof (2016)

    Kalköfen in Nettersheim. Werkhäuser mit Innenhof (2016)

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  • Nettersheim. Kalksteinbruch Kaninhecke (2016)

    Nettersheim. Kalksteinbruch Kaninhecke (2016)

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  • Nettersheim, Kalkbrennerei. Ansicht des älteren Kalkofen (2016)

    Nettersheim, Kalkbrennerei. Ansicht des älteren Kalkofen (2016)

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  • Nettersheim, Kalkofen. Blick in den Unterteil des Kalkofens mit Zugloch (2016)

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  • Kalköfen in Nettersheim. Auffahrt von den Kalköfen zu den Werkhäusern (2016)

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  • Kalköfen in Nettersheim. Blick in einen Schürraum (2016)

    Kalköfen in Nettersheim. Blick in einen Schürraum (2016)

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  • Kalköfen in Nettersheim. Blick in einen Schürraum (2016)

    Kalköfen in Nettersheim. Blick in einen Schürraum (2016)

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  • Nettersheim, Kalkbrennerei, Blick von oben in den Trichter des Brennraumes eines Kalkofens (2016)

    Nettersheim, Kalkbrennerei, Blick von oben in den Trichter des Brennraumes eines Kalkofens (2016)

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  • Nettersheim, Kalkbrennerei. Rekonstruierter Grundriss des älteren Brennofens (2016)

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  • Nettersheim, Kalkbrennerei. Rekonstruierter Grundriss des älteren Brennofens (2016)

    Nettersheim, Kalkbrennerei. Rekonstruierter Grundriss des älteren Brennofens (2016)

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  • Nettersheim, Kalkbrennerei. Restaurierter Bereich über den Öfen (2016)

    Nettersheim, Kalkbrennerei. Restaurierter Bereich über den Öfen (2016)

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  • Nettersheim, Kalkbrennerei. Restaurierter Bereich über den Öfen (2016)

    Nettersheim, Kalkbrennerei. Restaurierter Bereich über den Öfen (2016)

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  • Nettersheim, Fossilienacker, Begehung 2016

    Nettersheim, Fossilienacker, Begehung 2016

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  • Nettersheim, Kalkofen. Blick in den Unterteil des Kalkofens mit Zugloch (2016)

    Nettersheim, Kalkofen. Blick in den Unterteil des Kalkofens mit Zugloch (2016)

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  • Nettersheim, Kalkbrennerei. Blick von unten in den Tricher der Brennkammer eines Kalkofens (2016)

    Nettersheim, Kalkbrennerei. Blick von unten in den Tricher der Brennkammer eines Kalkofens (2016)

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  • Kalköfen in Nettersheim. Werkhäuser mit Innenhof und Wasserleitung (2016)

    Kalköfen in Nettersheim. Werkhäuser mit Innenhof und Wasserleitung (2016)

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Südlich des Ortes, am rechten Ufer der Urft, haben sich Relikte der Kalkbrennerei aus dem 19. Jahrhundert erhalten. Dazu gehören zwei Kalkbrennöfen, Werkhäuser und der Kalksteinbruch.

Die Kalkbrennöfen
Werkhäuser
Steinbruch „Kaninhecke“
Fossilienacker

Die Kalkbrennöfen
An einem Weg parallel zur Urft stehen in der Geländekante zwei Kalkbrennöfen. Der rechteckige Ofen ist der ältere aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. Man mauerte ihn aus nicht brennbaren Bruchsteinen und ließ ihn unverputzt. Es ist ein einzügiger Kalkbrennofen. Das bedeutet, nur aus einem Zugloch konnte der gebrannte Kalk entnommen werden.
Der zweite, jüngere Ofen besitzt einen nahezu runden Grundriss und besteht ebenfalls aus Bruchsteinen. Er datiert aus der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts. Er besitzt vier Zuglöcher, ist also vierzügig. Diese sind durch die ringförmige Gewölbeanlage um die Abzugsöffnung des Ofens zugänglich, die somit die Weiterentwicklung des einfachen Abzugs verdeutlicht. Die Restaurierung beider Öfen wurde 1982 begonnen.

Die beiden Öfen gehören zum Typ der Trichteröfen. Von oben wurde klein gehauener Kalkstein (aus dem Steinbruch oberhalb der Anlage) in den Ofen eingefüllt, dazwischen schichtete man ‒ als Brennmaterial ‒ Kohle bzw. Koks. Während des Brennvorgangs wurde dem Kalkstein Kohlensäure (CO2) entzogen. Diese entwich beim Brennen zusammen mit anderen Verbrennungsgasen. Übrig blieb der so genannte Branntkalk (Calciumoxid CaO), der zusammen mit den Resten der Brennstoffe stetig nach unten sackte.
Durch kontinuierliches Nachfüllen und Entnehmen entstanden in der trichterförmigen Brennkammer drei Zonen: oben die »Vorwärmzone«, in der Mitte die eigentliche »Brennzone« und unten die »Kühlzone«. Damit war ein kontinuierlicher Betrieb über einen längeren Zeitraum zu bewältigen.

Unten im Ofen ‒ im Zugloch ‒ wurde der Branntkalk „abgezogen“ und in Kipploren abtransportiert. Gleichzeitig strömte von unten durch die Zuglöcher sauerstoffreiche Frischluft in den Ofen. Die gesamten Anlagen gehörten zum Kalkwerk Preußer. Produziert wurde Branntkalk. Man nutzte ihn für die Herstellung von Mörtel (Branntkalk und Wasser ergeben Mörtel, der sich nach dem Anrühren verfestigt). Auch zum Verputzen und Anstreichen wird Branntkalk verwendet. Bis in das frühe 20. Jahrhundert spielte Branntkalk auch eine bedeutende Rolle für die Landwirtschaft. Er wurde als Dünger auf die Felder ausgebracht. Seit Mitte der 1950er Jahre übernimmt weitgehend Kunstdünger diese Funktion.

In Folge der Wirtschaftskrise in den frühen 1930er Jahren endete hier die Kalkproduktion; Düngekalk, der einen großen Teil der Produktion ausmachte, konnte nur noch wenig abgesetzt werden.
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Werkhäuser
Der in den beiden Öfen gebrannte Kalk wurde mit Loren auf Eisenschienen in die Kalkmühle gefahren. Dort wurde er zu Pulver gemahlen, in Säcke abgefüllt und auf die Eifel-Bahn verladen.
Das Mahlen erfolgte zumeist in Kugelmühlen, wo in einer Drehtrommel Stahlkugeln auf die Kalkstücke fielen und diese zerkleinerten. Die Mühlen wurden mit Wasserkraft aus der Urft angetrieben.

Die beiden heutigen Werkhäuser bestehen aus dem historischen hinteren Gebäudeteil und dem vorderen modernen, in Form und Material angepassten Hausteil. Der rückwärtige, aus Bruchstein errichtete und unverputzte Hausteil mit eigenem (erneuertem) Satteldach, mit Tonpfannen gedeckt, war ursprünglich das Geräte- und Unterstellhaus des Kalkwerkes. Später wurde hier die Kalkmühle eingerichtet. Die museal präsentierte Mühleneinrichtung stammt aus der so genannten Burgmühle (Bahnhofstraße 32) und gehört nicht zum Denkmal.

Im Hof vor den Werkhäusern sind die Grundrisse von zwei weiteren Kalköfen rekonstruiert.
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Steinbruch „Kaninhecke“
Der Fels im Steinbruch „Kaninhecke“ hat seinen Ursprung in einem Meer des Mitteldevons vor 385 Millionen Jahren. Damals entstanden am Boden eines flachen, tropisch-warmen Meeres ausgedehnte Riffe. Sie bestehen aus Stromatorporenkalken und weiteren Kalksteinen. An der nordöstlichen Seite des Steinbruchs sind sie in einer Mächtigkeit von rund 15 Metern erhalten. Nach Osten schließen sich die Kalke des Vorriffsbereiches an, wobei die Riffrandsituation im Gelände gut zu erkennen ist.
Von hier aus wurde der gebrochene Kalkstein mit Loren direkt an die Kalköfen gefahren und eingefüllt.

Fossilienacker
Auf der Hochfläche über dem Urfttal kann man auf dem so genannten Fossilienacker Fossilien aus der Mitteldevonzeit finden. Der Raum Nettersheim lag in der Devonzeit südlich des Äquators in der sogenannten Eifeler Meeresstraße im Bereich eines flachen, warmen Meeres. Dieses Meer wurde von vielen, vor allem riffbildenden und riffbesiedelnden Organismen bewohnt. Deren versteinerte Überreste kann man heute in Nettersheim vor allem auf Äckern und in Steinbrüchen finden.

Im Naturzentrum Eifel (Urftstr. 2–4, 53947 Nettersheim) werden die erdgeschichtlichen Zusammenhänge und die Besonderheiten der verschiedenen Erdzeitalter, vor allem der Devonzeit, durch Fossiliensammlungen im „Haus der Fossilien“, erdgeschichtliche Ausstellungen in den Werkhäusern und zahlreiche Veranstaltungsangebote verdeutlicht. Um einen besseren Eindruck davon zu vermitteln, wie es vor rund 380 Millionen Jahren in der Eifel ausgesehen haben könnte, wurde im Hauptgebäude des Naturzentrums ein farbenprächtiges Korallenriff-Aquarium installiert.
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Die Kalköfen und die Werkhäuser sind eingetragene Baudenkmäler der Gemeinde Nettersheim (Nettersheim, UDB-Nr. 4, 75; LVR-ADR ObjNr. 24830, 24829).

Die Kalköfen und der Fossilienacker waren Station der Archäologietour Nordeifel 2016.

(LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland, 2016)

Internet
www.nettersheim.de Wissenswertes zur Geologie (Abgerufen: 19.9.2016)
www.naturzentrum-eifel.de Wissenswertes zu Fossilien und Gesteinen (Abgerufen: 19.9.2016)
www.bodendenkmalpflege.lvr.de Archäologietour Nordeifel (Abgerufen: 19.9.2016)
de.wikipedia.org: Kalköfen (Abgerufen: 19.9.2016)

Literatur

Conzen, Thomas; Gerlach, Renate (1996)
Nettersheim, Kr. Euskirchen. Fundbericht 1994: Geologie und Paläontologie.. In: Bonner Jahrbücher 196, S. 548. o. O.

Steinbruch und Kalköfen „Kaninhecke“

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Kaninhecke
Ort
Nettersheim
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Ortsfestes Denkmal gem. § 3 DSchG NW
Fachsicht(en)
Archäologie, Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung, Auswertung historischer Fotos, Archäologische Prospektion
Historischer Zeitraum
Beginn 1850 bis 1900
Koordinate WGS84
50° 29′ 16,35″ N, 6° 37′ 43,52″ O / 50.48787°, 6.62875°
Koordinate UTM
32U 331794.82 5595563.03
Koordinate Gauss/Krüger
2544665.09 5594865.27

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„Steinbruch und Kalköfen „Kaninhecke“”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-252587 (Abgerufen: 17. November 2018)
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