Jüdische Betstube in Hamm (Sieg)

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Hamm (Sieg)
Kreis(e): Altenkirchen (Landkreis Altenkirchen / Westerwald)
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Koordinate WGS84 50° 45′ 55,77″ N: 7° 40′ 16,28″ O 50,76549°N: 7,67119°O
Koordinate UTM 32.406.290,26 m: 5.624.588,83 m
Koordinate Gauss/Krüger 3.406.327,59 m: 5.626.398,74 m
  • Synagoge Hamm (Sieg): Ein jetzt in den Synagogenplatz eingelasses Relikt des 1938 verwüsteteten und in Brand gesteckten jüdischen Gotteshauses (2009).

    Synagoge Hamm (Sieg): Ein jetzt in den Synagogenplatz eingelasses Relikt des 1938 verwüsteteten und in Brand gesteckten jüdischen Gotteshauses (2009).

    Copyright-Hinweis:
    Bahlo, Freimut / gemeinfrei
    Fotograf/Urheber:
    Freimut Bahlo
    Medientyp:
    Bild
    Anklicken öffnet eine größere Vorschau in Galerieansicht
  • Der Synagogenplatz in Hamm an der Sieg (2009).

    Der Synagogenplatz in Hamm an der Sieg (2009).

    Copyright-Hinweis:
    Bahlo, Freimut / gemeinfrei
    Fotograf/Urheber:
    Freimut Bahlo
    Medientyp:
    Bild
    Anklicken öffnet eine größere Vorschau in Galerieansicht
  • Die Synagoge in Hamm (Sieg) vom Kirchturm der ev. Kirche aus fotografiert (1936)

    Die Synagoge in Hamm (Sieg) vom Kirchturm der ev. Kirche aus fotografiert (1936)

    Copyright-Hinweis:
    Arbeitsgruppe jüdisches Gedenken der Ortsgemeinde Hamm
    Fotograf/Urheber:
    Elke Giershausen
    Medientyp:
    Bild
    Anklicken öffnet eine größere Vorschau in Galerieansicht
  • Fest in Hamm (Sieg) mit der Synagoge im Hintergrund (um 1910)

    Fest in Hamm (Sieg) mit der Synagoge im Hintergrund (um 1910)

    Copyright-Hinweis:
    Arbeitsgruppe jüdisches Gedenken der Ortsgemeinde Hamm
    Fotograf/Urheber:
    unbekannt
    Medientyp:
    Bild
    Anklicken öffnet eine größere Vorschau in Galerieansicht
  • Die Synagoge in Hamm (Sieg) (1930er Jahre)

    Die Synagoge in Hamm (Sieg) (1930er Jahre)

    Copyright-Hinweis:
    Arbeitsgruppe jüdisches Gedenken der Ortsgemeinde Hamm
    Fotograf/Urheber:
    unbekannt
    Medientyp:
    Bild
    Anklicken öffnet eine größere Vorschau in Galerieansicht
  • Die Synagoge in Hamm (Sieg) nach der Zerstörung in der Reichspogromnacht (1938)

    Die Synagoge in Hamm (Sieg) nach der Zerstörung in der Reichspogromnacht (1938)

    Copyright-Hinweis:
    Arbeitsgruppe jüdisches Gedenken der Ortsgemeinde Hamm
    Fotograf/Urheber:
    unbekannt
    Medientyp:
    Bild
    Anklicken öffnet eine größere Vorschau in Galerieansicht
  • Thoravorhang aus dem alten Holz-Bethaus des Jahres 1816, dem Vorgängerbau der Synagoge Hamm (Sieg)

    Thoravorhang aus dem alten Holz-Bethaus des Jahres 1816, dem Vorgängerbau der Synagoge Hamm (Sieg)

    Copyright-Hinweis:
    Arbeitsgruppe jüdisches Gedenken der Ortsgemeinde Hamm
    Fotograf/Urheber:
    unbekannt
    Medientyp:
    Bild
    Anklicken öffnet eine größere Vorschau in Galerieansicht
  • Die Synagoge in Hamm (Sieg) nach der Zerstörung in der Reichspogromnacht (1938)

    Die Synagoge in Hamm (Sieg) nach der Zerstörung in der Reichspogromnacht (1938)

    Copyright-Hinweis:
    Arbeitsgruppe jüdisches Gedenken der Ortsgemeinde Hamm
    Fotograf/Urheber:
    unbekannt
    Medientyp:
    Bild
    Anklicken öffnet eine größere Vorschau in Galerieansicht
  • Die Synagoge in Hamm (Sieg) nach der Zerstörung in der Reichspogromnacht (1938)

    Die Synagoge in Hamm (Sieg) nach der Zerstörung in der Reichspogromnacht (1938)

    Copyright-Hinweis:
    Arbeitsgruppe jüdisches Gedenken der Ortsgemeinde Hamm
    Fotograf/Urheber:
    unbekannt
    Medientyp:
    Bild
    Anklicken öffnet eine größere Vorschau in Galerieansicht
  • Beschädigter Zierstein mit dem Davidstern von der Synagoge in Hamm (Sieg) (2025)

    Beschädigter Zierstein mit dem Davidstern von der Synagoge in Hamm (Sieg) (2025)

    Copyright-Hinweis:
    Arbeitsgruppe jüdisches Gedenken der Ortsgemeinde Hamm
    Fotograf/Urheber:
    unbekannt
    Medientyp:
    Bild
    Anklicken öffnet eine größere Vorschau in Galerieansicht
  • Die Synagoge in Hamm (Sieg) nach der Zerstörung in der Reichspogromnacht (1938)

    Die Synagoge in Hamm (Sieg) nach der Zerstörung in der Reichspogromnacht (1938)

    Copyright-Hinweis:
    Arbeitsgruppe jüdisches Gedenken der Ortsgemeinde Hamm
    Fotograf/Urheber:
    unbekannt
    Medientyp:
    Bild
    Anklicken öffnet eine größere Vorschau in Galerieansicht
  • Die Synagoge in Hamm (Sieg) nach der Zerstörung in der Reichspogromnacht (1938)

    Die Synagoge in Hamm (Sieg) nach der Zerstörung in der Reichspogromnacht (1938)

    Copyright-Hinweis:
    Arbeitsgruppe jüdisches Gedenken der Ortsgemeinde Hamm
    Fotograf/Urheber:
    unbekannt
    Medientyp:
    Bild
    Anklicken öffnet eine größere Vorschau in Galerieansicht
Die jüdische Gemeinde Hamm (Sieg):
Seit Mitte des 17. Jahrhunderts sind Nachweise über einzelne jüdische Bewohner von Hamm überliefert. Zur Synagogengemeinde Hamm, die erst 1883 konstituiert werden konnte, gehörten Wissen, Betzdorf und Kirchen.
Gemeindegröße um 1815: –, um 1880: 116 (1885), 1932: 61 / 61 (1925), 2006: – (Angaben vorab nach Reuter 2007).

Die bis 1938/40 bestehende jüdische Gemeinde geht in Ihrer Entstehung bis ins 17. Jahrhunderts zurück: 1663 wird mit einem einem Jud Lazarus aus Gladenbach erstmals ein jüdischer Einwohner am Ort genannt (de.wikipedia.org). Neben der Synagoge bestanden noch eine jüdische Schule, ein rituelles Bad (Mikwe) und ein Friedhof (vgl. eigenen Objekteintrag).
„Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war ein Lehrer angestellt, der zugleich als Vorbeter und Schochet (Schächter, Verf.) tätig war.“ (de.wikipedia.org).
Um 1924 bestand ein 1885 gegründeter Israelitischer Frauenverein und ein Israelitischer Männerverein (Chewra Kadischa, eine heilige Bruderschaft bzw. heilige Gesellschaft, die sich als Beerdigungsgesellschaft der rituellen Bestattung Verstorbener widmete).

Vorgängerbau
Der Bau einer ersten Hammer Synagoge soll bereits im Jahr 1813 erfolgt sein. 1843 ist ein Bethaus dokumentiert, das „stillschweigend geduldet“ wurde.
Auf historischen Fotografien ist die Anlage als einfaches Holzgebäude mit aufgesetztem Eingang erkennbar. Links befand sich ein Stall, vermutlich Teil des Grundstücks. Die Holzsynagoge war wahrscheinlich ein kleines, bescheidenes Bethaus, das der jüdischen Gemeinde als Versammlungs- und Gebetsraum diente. Die alte Holzsynagoge dokumentiert die frühe Geschichte der jüdischen Gemeinde in Hamm und deren Bemühungen, religiöse Infrastruktur zu schaffen. Sie steht exemplarisch für die kleinen, einfachen Bethäuser, die jüdische Gemeinden vor dem Bau repräsentativer Synagogen errichteten.

Bau der Synagoge in Hamm (Sieg)
Ein seit 1891 geplanter und 1893 genehmigter Synagogen-Neubau konnte an drei Tagen im August 1894 feierlich eingeweiht werden. Auch die beiden Kirchen und alle Vereine im Ort beteiligten sich am Festprogramm.

Zerstörung
Am 9. November 1938 wurde das Gebäude verwüstet und in Brand gesteckt. 1945 wurde der Bau dann abgerissen, so dass vor Ort heute keinerlei Substanz mehr vorhanden ist. Am Standort erinnert ein Mahnmal an das frühere Gotteshaus (nach Reuter 2007, hamm-sieg.de, synagogen.info und de.wikipedia.org).
Einige Gemeindemitglieder konnten in der NS-Zeit noch auswandern – viele wurden jedoch in Kölner „Judenhäuser“ ausquartiert, bevor sie in verschiedene Konzentrationslager transportiert und dort ermordet wurden.
„26 Namen von Juden, die vorher in Hamm gelebt hatten, sind bekannt, und an sie wird in den Gedenkstunden zum 9.11. erinnert. Viele ehemalige Hammer, die inzwischen an anderen Orten wohnten, fanden gleichfalls den Tod.“ (hamm-sieg.de, Geschichte)

Die Ortsgemeinde hält heute mit dem Synagogenplatz (die hiesige Geometrie) und dem benachbarten 'KulturHausHamm/Sieg (Stätte der Bewahrung und der Begegnung)' die Erinnerung an die jüdische Gemeinde wach.

(Franz-Josef Knöchel, LVR-Redaktion KuLaDig, 2016; Arbeitsgruppe jüdisches Gedenken der Ortsgemeinde Hamm und die Tourist-Information der Verbandsgemeinde Hamm, 2025)


Internet
www.hamm-sieg.de: Kulturhaus (abgerufen 07.03.2016, totgefallen 29.05.2026)
www.hamm-sieg.de: Die Synagoge in Hamm (Sieg)(abgerufen 29.05.2026)
www.hamm-sieg.de: Geschichte der Hammer Juden (Autorin: Brigitte Burbach, 1/2007, abgerufen 07.03.2016, totgefallen 29.05.2027)
www.hamm-sieg.de: ABENTEUER HEIMAT - Jüdische Geschichte Hamm (Sieg) (abgerufen 29.05.2027)
de.wikipedia.org: Jüdische Gemeinde Hamm (Sieg) (abgerufen 29.05.2026)
synagogen.info: Hamm (abgerufen 07.03.2016, Inhalt nicht mehr verfügbar 07.04.2021)

Literatur

Reuter, Ursula (2007)
Jüdische Gemeinden vom frühen 19. bis zum Beginn des 21. Jahrhunderts. (Geschichtlicher Atlas der Rheinlande, VIII.8.) S. 47, Bonn.

Jüdische Betstube in Hamm (Sieg)

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Synagogenplatz
Ort
57577 Hamm (Sieg)
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn 1813, Ende 1938 bis 1945

Empfohlene Zitierweise

Urheberrechtlicher Hinweis
Der hier präsentierte Inhalt steht unter der freien Lizenz CC BY 4.0 (Namensnennung). Die angezeigten Medien unterliegen möglicherweise zusätzlichen urheberrechtlichen Bedingungen, die an diesen ausgewiesen sind.
Empfohlene Zitierweise
Franz-Josef Knöchel (2016), Arbeitsgruppe jüdisches Gedenken der Ortsgemeinde Hamm (2025), Tourist-Information der Verbandsgemeinde Hamm (2025): „Jüdische Betstube in Hamm (Sieg)”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-248556 (Abgerufen: 11. Juni 2026)
Seitenanfang