Jüdische Betstube in Hamm (Sieg)

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Hamm (Sieg)
Kreis(e): Altenkirchen (Landkreis Altenkirchen / Westerwald)
Bundesland: Rheinland-Pfalz
  • Synagoge Hamm (Sieg): Ein jetzt in den Synagogenplatz eingelasses Relikt des 1938 verwüsteteten und in Brand gesteckten jüdischen Gotteshauses (2009).

    Synagoge Hamm (Sieg): Ein jetzt in den Synagogenplatz eingelasses Relikt des 1938 verwüsteteten und in Brand gesteckten jüdischen Gotteshauses (2009).

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    Bahlo, Freimut / gemeinfrei
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  • Der Synagogenplatz in Hamm an der Sieg (2009).

    Der Synagogenplatz in Hamm an der Sieg (2009).

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Die jüdische Gemeinde Hamm (Sieg):
Seit Mitte des 17. Jahrhunderts sind Nachweise über einzelne jüdische Bewohner von Hamm überliefert. Zur Synagogengemeinde Hamm, die erst 1883 konstituiert werden konnte, gehörten Wissen, Betzdorf und Kirchen.
Gemeindegröße um 1815: –, um 1880: 116 (1885), 1932: 61 / 61 (1925), 2006: – (Angaben vorab nach Reuter 2007).

Die bis 1938/40 bestehende jüdische Gemeinde geht in Ihrer Entstehung bis ins 17. Jahrhunderts zurück: 1663 wird mit einem einem Jud Lazarus aus Gladenbach erstmals ein jüdischer Einwohner am Ort genannt (de.wikipedia.org). Neben der Synagoge bestanden noch eine jüdische Schule, ein rituelles Bad (Mikwe) und ein Friedhof (vgl. eigenen Objekteintrag).
„Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war ein Lehrer angestellt, der zugleich als Vorbeter und Schochet (Schächter, Red.) tätig war.“ (de.wikipedia.org). Um 1924 bestand ein 1885 gegründeter Israelitischer Frauenverein und ein Israelitischer Männerverein (Chewra Kadischa, eine heilige Bruderschaft bzw. heilige Gesellschaft, die sich als Beerdigungsgesellschaft der rituellen Bestattung Verstorbener widmete).

Bethaus / Synagoge:
Der Bau einer ersten Hammer Synagoge soll bereits im Jahr 1813 erfolgt sein. 1843 ist ein Bethaus dokumentiert, das „stillschweigend geduldet“ wurde. Ein seit 1891 geplanter und 1893 genehmigter Synagogen-Neubau konnte an drei Tagen im August 1894 feierlich eingeweiht werden. Auch die beiden Kirchen und alle Vereine im Ort beteiligten sich am Festprogramm.
Am 9. November 1938 wurde das Gebäude verwüstet und in Brand gesteckt. 1945 wurde der Bau dann abgerissen, so dass vor Ort heute keinerlei Substanz mehr vorhanden ist. Am Standort erinnert ein Mahnmal an das frühere Gotteshaus. (nach Reuter 2007, hamm-sieg.de, synagogen.info und de.wikipedia.org).
Einige Gemeindemitglieder konnten in der NS-Zeit noch auswandern – viele wurden jedoch in Kölner „Judenhäuser“ ausquartiert, bevor sie in verschiedene Konzentrationslager transportiert und dort ermordet wurden.
„26 Namen von Juden, die vorher in Hamm gelebt hatten, sind bekannt, und an sie wird in den Gedenkstunden zum 9.11. erinnert. Viele ehemalige Hammer, die inzwischen an anderen Orten wohnten, fanden gleichfalls den Tod.“ (hamm-sieg.de, Geschichte)

Die Ortsgemeinde hält heute mit dem Synagogenplatz (die hiesige Geometrie) und dem benachbarten KulturHausHamm/Sieg (Stätte der Bewahrung und der Begegnung) die Erinnerung an die jüdische Gemeinde wach.

(Franz-Josef Knöchel, LVR-Redaktion KuLaDig, 2016)

Internet
synagogen.info: Hamm (abgerufen 07.03.2016)
www.hamm-sieg.de: Kulturhaus (abgerufen 07.03.2016)
www.hamm-sieg.de: Geschichte der Hammer Juden (Brigitte Burbach 1/2007, abgerufen 07.03.2016)
de.wikipedia.org: Jüdische Gemeinde Hamm (Sieg) (abgerufen 07.03.2016)

Literatur

Reuter, Ursula (2007)
Jüdische Gemeinden vom frühen 19. bis zum Beginn des 21. Jahrhunderts. (Geschichtlicher Atlas der Rheinlande, VIII.8.) S. 47, Bonn.

Jüdische Betstube in Hamm (Sieg)

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Synagogenplatz
Ort
57577 Hamm (Sieg)
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn 1813, Ende 1938 bis 1945
Koordinate WGS84
50° 45′ 55,77″ N, 7° 40′ 16,28″ O / 50.76549°, 7.67119°
Koordinate UTM
32U 406290.26 5624588.83
Koordinate Gauss/Krüger
3406327.59 5626398.74

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„Jüdische Betstube in Hamm (Sieg)”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-248556 (Abgerufen: 21. August 2018)
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