Schweinheimer Mühle

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Gemeinde(n): Köln
Kreis(e): Köln
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
In den Jahren 1322 bis 1324 wurden erstmalig die sogenannten „abteilische Mühlen zu Schweinheim“ der Benediktinerabtei Sankt Pantaleon in Köln urkundlich erwähnt. 1582 wird eine Schleifmühle, die vom Schleifer Johann zu Schweinheim unterhalten wurde, erwähnt (Schleifmühl zu Schweinem). 1647 wurde die Mühle in eine Vollmühle (Walkmühle) umgewandelt. Sie wurde 1651 an die Meister des „Cölner Wollenamtes“ verpachtet. 1773 ist von einer Getreide- und Ölmühle die Rede, in der vorübergehend eine Kornbrennerei untergebracht war. Die Mühle war Bannmühle, denn alle Bewohner des Mühlenbanns waren verpflichtet, dort ihr Getreide mahlen zu lassen (Zwangsmühle) (Schulte 1973, S. 200ff.).

Nach der Reichsgründung von 1871 wurde auf dem Gelände der Mühle mit der Produktion von Packpapier begonnen und bereits 1873 wurde die Mühle zu einer kleinen Fabrik umgebaut. Durch ein Großfeuer wurde die Anlage 1896 zerstört, aber rasch wieder aufgebaut. Der Betrieb wurde den Gebrüdern Martin 1900 verkauft. Sie begannen eine Baumwollbleicherei für die Erzeugung von Verbandwatte. Nach 1905 wurde das alte hölzerne unterschlächtige Wasserrad durch ein Eisenrad ersetzt (Schulte 1973, S. 200ff.). 1934 wurde der Betrieb wegen Konkurs von dem Schweizer Unternehmen SAPT (Societé Anonyme Pour Textile) als Hauptgläubiger übernommen. Dieser Betrieb erhielt den arisierten Namen Bastfaser GmbH. Während des Zweiten Weltkriegs wurden dort aus Abfallprodukten von Flachs und Hanf Maschinengewehrgurte hergestellt. Ab 1950 produzierte man wieder Verbandwatte und sonstige Verbandstoffe (Schulte 1973, S. 200ff.). Seit November 2009 stehen die Gebäude durch die Einstellung der Produktion des Unternehmens CordierSpezialpapier GmbH leer.

Auf der aktuellen Ausgabe der Deutschen Grundkarte sind kein Mühlengraben und Mühlenteich dargestellt.

(Peter Burggraaff, Universität Koblenz-Landau und Klaus-Dieter Kleefeld, LVR-Redaktion KuLaDig, 2016)

Literatur

Schulte, Frank (1979)
Die Mühlen an der Strunde. (Schriftenreihe des Bergischen Geschichtsvereins Abteilung Rheinisch-Bergischer Kreis, Band 2.) Bergisch Gladbach.
Schulte, Frank (1973)
Der Strunderbach und seine Mühlen. In: Die Bürgermeisterei Merheim im Wandel der Zeit, Band 1, S. 158-223. Köln-Dellbrück.

Schweinheimer Mühle

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Schweinheimer Straße
Ort
51067 Köln
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Schriften, Auswertung historischer Karten, Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung
Historischer Zeitraum
Beginn 1300 bis 1322
Koordinate WGS84
50° 58′ 1,53″ N, 7° 03′ 2,32″ O / 50.96709°, 7.05064°
Koordinate UTM
32U 363123.24 5647974.5
Koordinate Gauss/Krüger
2573847.58 5648511.6

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„Schweinheimer Mühle”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-247181 (Abgerufen: 19. November 2018)
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