Artenreiche Wiese und magerer Hang im Dhünnenburger Busch bei Kleinklev

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Wermelskirchen
Kreis(e): Rheinisch-Bergischer Kreis
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
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In der Nähe der kleinen Hofschaft Kleinklev befindet sich eine besonders artenreiche Glatthaferwiese, an der der Rundwanderweg D2 „Über Berg und Tal“ vorbeiführt. Zweischürige Glatthaferwiesen waren früher der am häufigsten anzutreffende Wiesentyp. Sie sind allerdings unter anderem auf Grund von Flächenverlusten und Veränderungen in der Landbewirtschaftung europaweit zurückgegangen und gelten mittlerweile als gefährdet. Vorhandene Bestände wie dieser sollen deswegen geschützt und langfristig erhalten werden.

Durch die späte Mahd haben die Gräser und Kräuter die Möglichkeit ihren vollständigen Entwicklungszyklus zu durchlaufen und zum Aussamen zu kommen, was auf Silagewiesen durch den notwendigen frühen Mahdzeitpunkt nicht mehr gegeben ist. Dadurch finden auch Wildtiere – wie Rotwild – hier noch einen Rückzugsort, an dem sie ihre Jungen großziehen können.

Auf den steilen Bereichen dieser Wiese kommen neben den typischen Vertretern der Glatthaferwiesen auch zahlreiche wertgebende Magerkeitszeiger vor. Sie deuten darauf hin, dass die Böden relativ nährstoffarm sind. Bei zu starker Düngung werden sie durch konkurrenzstärkere, höherwüchsige Arten verdrängt. Ein selten gewordener Magerkeitszeiger ist beispielsweise das Zittergras. Seine Ährchen bewegen sich bereits bei dem kleinsten Lufthauch und fangen an zu „zittern“. In Nordrhein-Westfalen wird diese Art in der Roten Liste als „gefährdet“ eingestuft.

Der Flurname „Dhünnenburger Busch“ weist auf die Verbindung dieses Landstücks zur ehemaligen Hofschaft Dhünnenburg hin, die sich nur wenige Meter Luftlinie unter den heutigen Wassermassen der zweitgrößten Trinkwassertalsperre Deutschlands – der Großen Dhünntalsperre – befand. Für den Bau der Talsperre, der von 1975 bis 1985 andauerte, mussten mehrere Hofschaften des oberen Dhünntals aufgegeben werden.

(Biologische Station Rhein-Berg, 2016. Erstellt im Rahmen des Projektes „Naturschutz trifft Kulturlandschaft – HEUland“. Ein Projekt der Biologischen Stationen Oberberg und Rhein-Berg im Rahmen des LVR-Netzwerks Landschaftliche Kulturpflege.)

Internet
www.dhuenntal.de (abgerufen: 28.12.2016)

Literatur

Jendrischewski, Marita (2009)
Menschen und Geschichten einer versunkenen Landschaft: Die Hofschaften des oberen Dhünntals. Lindlar.
Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUV) (2011)
Rote Liste der gefährdeten Pflanzen, Pilze und Tiere in Nordrhein-Westfalen. In: Rote Liste der gefährdeten Pflanzen, Pilze und Tiere in Nordrhein-Westfalen, (LANUV-Fachbericht 36, Band 2.) Recklinghausen.
Rech, Manfred (1991)
Das obere Dhünntal. Untersuchungen zur mittelalterlichen bis frühneuzeitlichen Siedlungs- und Montangeschichte des Bergischen Landes. (Rheinische Ausgrabungen 33.) Köln.

Artenreiche Wiese und magerer Hang im Dhünnenburger Busch bei Kleinklev

Schlagwörter
Ort
Wermelskirchen
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Geländebegehung/-kartierung, Literaturauswertung, Fernerkundung
Koordinate WGS84
51° 04′ 58,56″ N, 7° 13′ 47,16″ O / 51.08293°, 7.22977°
Koordinate UTM
32U 376009.1 5660537.86
Koordinate Gauss/Krüger
2586214.62 5661592.56

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„Artenreiche Wiese und magerer Hang im Dhünnenburger Busch bei Kleinklev”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-247022 (Abgerufen: 23. Mai 2018)
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