Mittelalterliche Burg Bülk

„Der an der See lustig gelegene Hofe Bülcke“

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Archäologie
Gemeinde(n): Strande
Kreis(e): Rendsburg-Eckernförde
Bundesland: Schleswig-Holstein
  • Lage des Gutes Bülk bei Strande im 3-D Laserscan (2015)

    Lage des Gutes Bülk bei Strande im 3-D Laserscan (2015)

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  • Burg Bülk nach einem Stich von Hieronymus Henninges (1862)

    Burg Bülk nach einem Stich von Hieronymus Henninges (1862)

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In der Niederung südöstlich des heute noch bestehenden Gutes Bülk stand einstmals eine mittelalterliche Burg. Die Anlage ist heute als Denkmal von besonderem Wert in die Denkmalliste des Archäologischen Landesamtes Schleswig-Holstein eingetragen. Die nunmehr mit Bäumen bewachsene Stelle ist im Gelände kaum noch auszumachen. Lediglich Bauschutt und kaputte Dachpfannen zeugen noch von einem Bauwerk.

Im Laserscan ist der ehemalige Burgplatz deutlicher sichtbar. Zu sehen sind der umgebende Wall und der Graben. Die Geschichte dieser Burg führt weit zurück. Schon im 14. Jahrhundert findet sie erstmals Erwähnung. Ritter Iven von Reventlow errichtet hier die Burg Bülk, die im Laufe der Zeit immer wieder ihre Herren wechselt: Ab dem Jahre 1414 gehört der Besitz derer von Rantzau. Danach wird Claus von Buchwaldt der neue Eigner und errichtet, wohl nach 1616, ein neues Herrenhaus. 1626 erwirbt Cay von Ahlefeldt das Gut, der dieses wiederum und andere Güter an den dänischen König Christian IV. verkauft. Danach gelangt es erneut in den Besitz derer von Buchwaldt. Wulf von Buchwaldt muss 1687 Konkurs anmelden und veräußert Bülk an Claus Christoph von Thienen.

Der Universalgelehrte J. D. Major berichtet in seinem Werk „Bevölkertes Cimbrien“ von einem Besuch in Bülk: „… Daß er 1690 am 21. Mai einen Grabhügel eröffnet auf einer Koppel zunächst dem adeligen 2 Meilen von Kiel ostwärts an der See gar lustig gelegenen Hofe Bülcke. Und solches zwar auf Vergünstigung, ja wegen Antriebes eigener genereusen Curiosität des Wohlgeborenen Herrn, Herrn Claß Christophs v. Tienen als rechtmäßigen Kauff- und Erbherren des Orths …“.

Auch später besitzen derer von Thienen Bülk nebst Ländereien. Im Jahre 1739 wird das Gut durch den Verkauf des bisherigen Meierhofes Eckhof verkleinert und westlich in Ravensbek ein neuer, Neu-Bülk genannter Meierhof angelegt. Im Jahre 1757 erwirbt Christian Albrecht Freiherr von Liliencron Bülk. Die Burg ist aber zu dieser Zeit bereits in einem schlechten Zustand, sodass er dort gar nicht erst einzieht und auf Wulfshagen wohnen bleibt. Zum Ende des 18. Jahrhunderts lässt der neue Besitzer, Kammerherr Jens Peter von Neergaard, Bülk ganz abbrechen und errichtet neue Wirtschaftsgebäude am Standort des heutigen Gutes Neu-Bülk.

(Birte Anspach, Archäologisches Landesamt Schleswig-Holstein, 2015)

Mittelalterliche Burg Bülk

Schlagwörter
Ort
Strande
Fachsicht(en)
Archäologie
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Archäologische Prospektion, Archivauswertung, mündliche Hinweise Ortsansässiger, Ortskundiger
Historischer Zeitraum
Beginn 1300 bis 1400, Ende 1757
Koordinate WGS84
54° 26′ 50,91″ N, 10° 10′ 50,58″ O / 54.44748°, 10.18072°
Koordinate UTM
32U 576561.35 6033951.8
Koordinate Gauss/Krüger
3576660.3 6035927.01

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„Mittelalterliche Burg Bülk”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-245900 (Abgerufen: 27. Mai 2018)
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