Aggertalhöhle

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Naturschutz, Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Engelskirchen
Kreis(e): Oberbergischer Kreis
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Fledermausart Großes Mausohr (2004)

    Fledermausart Großes Mausohr (2004)

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  • Eingang der Aggertalhöhle (2014)

    Eingang der Aggertalhöhle (2014)

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  • PDF-Flyer "Ründeroth - Auf den Spuren der Kulturlandschaft" (2015, 12 MB).

    PDF-Flyer "Ründeroth - Auf den Spuren der Kulturlandschaft" (2015, 12 MB).

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    Biologische Station Oberberg
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Die Aggertalhöhle ist durch Auswaschungen des Gesteins entstanden und mit 1071 m Gesamtlänge die längste Höhle im Rheinland. Der Gesamthöhenunterschied in der Höhle beträgt 31 m. Unter den Höhlen Deutschlands nimmt die Aggertalhöhle eine Sonderstellung ein. Im Gegensatz zu reinen Tropfsteinhöhlen zeigt sie eindrucksvoll die geologische Geschichte des Gebietes. Vor etwa 370 Millionen Jahren, im unteren Mitteldevon, herrschten in Mitteleuropa noch Verhältnisse, wie wir sie heute nur aus der Südsee kennen. Tropische Korallenriffe auf untermeerischen Erhebungen und in Gebieten mit flachem Wasser beherrschten damals das Bild des Meeresbodens. In tiefer gelegenen Meeresbereichen sammelte sich Riffschutt, der von der Meeresbrandung aus den Riffen geschlagen worden war. Diese Gesteinsschichten wurden im Karbon von der variskischen Gebirgsbildung erfasst und aufgefaltet. Das heutige Rheinische Schiefergebirge ist ein Teil des damals mächtigen Gebirgsstranges. In den Kalkschichten dieses Gebirges konnte sich durch die lösende Wirkung kohlensauren Grundwassers das Gangsystem der Aggertalhöhle entwickeln. Tonschieferschichten im Deckgebirge über der Höhle verhinderten weitgehend, dass mit gelöstem Kalk beladenes Wasser in die trockenfallenden Höhlenräume eindringen und größere Tropfsteine bilden konnte. Dadurch ist eine einzigartige unterirdische Karstlandschaft erhalten geblieben, die uns Einblicke in das Leben im Meer vor rund 370 Millionen Jahren sowie in das Werden eines Gebirges und einer Höhle gewährt.

Die Höhle wurde 1773 zufällig entdeckt und ist seit 1927 der Öffentlichkeit zugänglich. Im Winterhalbjahr finden in der Aggertalhöhle zahlreiche Fledermäuse Zuflucht. Unter anderem unsere größte heimische Fledermausart, das seltene Große Mausohr, hat hier eines der wichtigsten Winterquartiere in der Region.

Die Aggertalhöhle wird seit 1995 vom Arbeitskreis Kluterthöhle e. V. wissenschaftlich betreut und erforscht. Sie ist in der Regel von Ostern bis Ende Oktober für Besucher geöffnet. Der Führungsweg selbst hat eine Länge von 270 m mit einem Höhenunterschied von ca. 10 m und ist gut zu begehen. Teile sind auch mit Rollstuhl zu befahren. Ganzjährig herrscht eine Temperatur von 6 - 8 Grad. Eine Führung dauert rund eine Stunde.

(Heimat- und Verschönerungsverein von 1866 e. V. Ründeroth in Zusammenarbeit mit der Biologischen Station Oberberg, 2015. Erstellt im Rahmen des Projektes „Hecke, Hohlweg, Heimat – Kulturlandschaftsvermittlung analog und digital“. Ein Projekt im Rahmen des LVR-Netzwerks Landschaftliche Kulturpflege.)

Internet
www.aggertalhoehle.de (abgerufen 22.0.2016)
www.akkh.de: Die Aggertalhöhle (abgerufen 22.0.2016)

Aggertalhöhle

Schlagwörter
Ort
Engelskirchen - Ründeroth
Fachsicht(en)
Naturschutz, Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Geländebegehung/-kartierung, mündliche Hinweise Ortsansässiger, Ortskundiger
Koordinate WGS84
50° 59′ 37,75″ N, 7° 26′ 56,45″ O / 50.99382°, 7.44901°
Koordinate UTM
32U 391156.15 5650282.37
Koordinate Gauss/Krüger
2601771.91 5651959.06

Empfohlene Zitierweise

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„Aggertalhöhle”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-245779 (Abgerufen: 21. November 2018)
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