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Luftaufnahme des Abtskücher Teichs mit Blick auf Heiligenhaus aus nördlicher Perspektive (2021)
Copyright-Hinweis:
Wiemer, Karl-Peter
Fotograf/Urheber:
Dr. Karl-Peter Wiemer
Medientyp:
Bild
Das Gebiet der heutigen Stadt Heiligenhaus kam am Ende des 8. Jahrhunderts in den Besitz der damals gegründeten Abtei Werden, deren Grundbesitz sich von der Ruhr südwärts bis zur Agger und zum Flandersbach hin ausdehnte.
Das Kloster ließ diesen Besitz („cis hilinciweg“), der die heute zum Stadtgebiet von Heiligenhaus gehörenden Honschaften Hetterscheidt, Isenbügel, Leubeck und Tüschen umfasste, von seinem Hof Hetterscheidt (urkundliche Erwähnung 847: „Hetratescetht“) verwalten. Haus und Hof Hetterscheiclt, einer der ältesten Werdener Oberhöfe, bildete als Sadel- und Schultenhof zusammen mit den ihm zugeordneten Höfen und Kotten eine Art Grundherrschaft. Durch ein kaiserliches Privileg von 1098 war er zusammen mit den anderen Haupthöfen der Abtei von Abgaben gegenüber den Schutzvögten frei. Der Hof wurde zu einer Sommerresidenz der Werdener Äbte ausgebaut, die dort eine besondere Küche und eigene Wohnstatt hatten. Dieses außergewöhnliche Verhältnis zur Abtei Werden trug dem Abtshof den Beinamen Abtsküche ein, der seit 1317 als des „Abtes Koche“ überliefert ist. Der ursprüngliche Name Hetterscheidt bezieht sich heute auf das Gebiet östlich der Honschaft.
Die Lage der Honschaft im Nordosten der heutigen Stadt Heiligenhaus dokumentiert noch sehr eindrucksvoll den ehemaligen Charakter derartiger Siedlungen. Abgesehen von einer Siedlung im Südwesten ist die Honschaft noch unverfälscht in die Landschaft eingebettet. Die Gebäude bilden eine Streusiedlung, die überwiegend auf der östlichen Seite der heutigen Kreisstraße liegt. Lediglich die ehemalige Schule von 1907, die Kapelle St. Jakobus von 1908 und die sogenannte Alte Schule von 1789 liegen westlich der Straße. Im Norden der Honschaft liegt der ehemalige Mühlenstauteich. Hier stand auch bis 1932 eine Mühle, die urkundlich seit 1346 nachweisbar ist. Reste von Mauern und eines Bruchsteinturmes aus mittelalterlicher Zeit befinden sich noch auf dem Grundstück Abtskücher Straße 42.
Trotz einiger Neubauten und Veränderungen ist das historische Ortsbild noch weitgehend gewahrt und stellt ein bedeutendes Dokument für die Geschichte des Bergischen Landes und des Ortes Heiligenhaus dar.
Die Denkmalbereichssatzung zum Schutz der Hofschaft Abtsküche wurde auf Anregung des damaligen Rheinischen Amtes für Denkmalpflege gemeinsam mit der Stadt Heiligenhaus in den Jahren 1987/88 erarbeitet. Bei der Offenlegung wurden keine Bedenken und Anregungen geäußert. Die Satzung wurde 1989 rechtskräftig.
(Helmut Fenner, Rheinisches Amt für Denkmalpflege, LVR, aus: Mainzer (Hrsg.) 1996)
Quelle Cis Hilinciweg, Broschüre IV- VI des Heiligenhauser Geschichtsvereins, Velbert 1979- 1991
Literatur
Clemen, Paul (Hrsg.) (1894)
Die Kunstdenkmäler der Städte Barmen, Elberfeld, Remscheid und der Kreise Lennep, Mettmann, Solingen. (Die Kunstdenkmäler der Rheinprovinz, Band 3 2.) Düsseldorf.
Mainzer, Udo (Hrsg.) (1996)
Denkmalbereiche im Rheinland. (Arbeitshefte der rheinischen Denkmalpflege 49.) S. 99, Köln.
Übernahme aus externer Fachdatenbank, Literaturauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn vor 847
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