Industriestandort im Dörpetal

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Hückeswagen, Remscheid
Kreis(e): Oberbergischer Kreis, Remscheid
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Die Wasserfläche der Wuppertalsperre, umgeben von Wald (2008).

    Die Wasserfläche der Wuppertalsperre, umgeben von Wald (2008).

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    Giesen, Ulla Anne
    Medientyp:
    Bild
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An der Mündung der Dörpe in die Wupper entstanden mehrere Mühlenstandorte, unter anderem die ehemalige Zwangs- und spätere Coensmühle sowie Eisenhämmer und eine Spinnerei von F.W. Clarenbach, die beim Bau der Wuppertalsperre in den 1980er Jahren untergegangen sind.
Bereits die Karten der Topographischen Aufnahme der Rheinlande (Tranchot / von Müffling 1801-1828) zeigen ein „Dorper Hof“ / „Dorpe“, ebenso die zwischen 1836 und 1850 erarbeitete Preußischen Uraufnahme mit „Dorpe“ und schließlich die Karten der Preußischen Neuaufnahme (1891-1912) mit „Dürpe“ (vgl. die historischen Karten in der Kartenansicht).

Eisenhämmer Heyder und Burghoff
In den Jahren 1718 und 1723 legten Johann Heyder und Johann Peter Burghoff je einen Eisenhammer zwischen der heutigen Straße und der Wupper an. 1823 baute Friedrich Wilhelm Clarenbach diese zu einer zweistöckigen Wollspinnerei um.
Bereits im Jahr 1715 hatte Joh. Pet. Lüdorf auf dem Dörpebach am linksseitigen Einfluss in die Wupper einen Reckhammer angelegt, dessen genauer Standort und weitere Geschichte unklar ist.

Spinnerei von F. W. Clarenbach
Im Jahr 1823 baute Friedrich Wilhelm Clarenbach zwei Eisenhämmer von Johann Heyder und Johann Peter Burghoff zu einer zweistöckigen Wollspinnerei um. Ebenso legte er einen großen Teich im Dörpetal an. Zwischen 1831 und 1834 wurde die Fabrik um einige Neubauten nach und nach ergänzt. 1859 brannte die Wollspinnerei, welche zu diesem Zeitpunkt eine Spinnerei, Weberei, Rauherei und Schererei umfasste, ab und wurde von Friedrich Wilhelm Clarenbach junior wieder aufgebaut. Laut Dominick brannte die Anlage 1898 erneut ab. Bis dahin wurde die Fabrik unter dem Namen „Spinnerei von F. W. Clarenbach“ im Familienbesitz weitergeführt. 1903 kaufte Hermann Huckenbeck den Besitz auf und wandelte diesen in ein Stanzwerk um.

Stanzwerk Hermann Huckenbeck
Hermann Huckenbeck aus Langenfeld richtete 1903 in dem Gebäude der ehemaligen Wollspinnerei ein Stanzwerk ein. Außerdem beantragte er 1910 die Installation einer zweiten Turbine und legte 1914 für seine Turbinenanlage eine kleine Talsperre an der Dörpe an. Nach Huckenbecks Tod im Jahr 1930 ging das Stanzwerk 1939 in den Besitz der Firma „August Enneper und Söhne“ über, wo es als Lagerplatz für Eisenrohlinge fungierte und ein Teil der Gebäude bis 1954 an die Firma „Keramikfabrik Dr. Eichenberg“ vermietet wurde. Bis zum Abriss der Gebäude 1969 für den Bau der Wuppertalsperre folgten als Nutzer ein Kettenwerk sowie die Firma „PARAT-Werk Schönenbach KG“.

(LVR-Fachbereich Umwelt, 2008)

Literatur

Dominick, Peter (2000)
Chronik der Tuchfabrik der Gebrüder Schnabel (unveröffentlichtes Manuskript). o. O.
Paffrath, Arno (1984)
Die Mühlen- und Fabrikanlagen im Raume Hückeswagen. In: Jahr, Lutz / Stadt Hückeswagen (Hrsg.): 900 Jahre Hückeswagen, S. 131-199. Hückeswagen.
Schaffus, Ingo (1985)
Als die Hämmer verstummten. Der Strukturwandel in der Hückeswagener Industrie im 19. Jahrhundert. In: Heimatjahrbuch für den Oberbergischen Kreis, o. O.
Schaffus, Ingo (1985)
Das Industriegebiet Kräwinklerbrücke. In: Leiw Heukeshoven 24, S. 29-42. o. O.

Industriestandort im Dörpetal

Schlagwörter
Ort
Hückeswagen, Remscheid
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn 1715 bis 1723, Ende 1969 bis 1989
Koordinate WGS84
51° 10′ 41,16″ N, 7° 18′ 19,79″ O / 51.1781°, 7.3055°
Koordinate UTM
32U 381556.87 5670995.34
Koordinate Gauss/Krüger
2591333.06 5672270.86

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„Industriestandort im Dörpetal”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/A-NF-20080303-0029 (Abgerufen: 11. Dezember 2018)
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