Industriestandort Hummeltenbergermühle

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Hückeswagen
Kreis(e): Oberbergischer Kreis
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Holzschnitt "der Papyrer" (Papiermacher) aus der Beschreibung aller Stände von Jost Amman (1539-1591). Im Hintergrund sind Teile einer Papiermühle zu sehen.

    Holzschnitt "der Papyrer" (Papiermacher) aus der Beschreibung aller Stände von Jost Amman (1539-1591). Im Hintergrund sind Teile einer Papiermühle zu sehen.

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    Jost Amman
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Hummeltenberger Mühle
Die erste Hummeltenberger Mühle wurde zwischen 1828 und 1831 an der Wupper, westlich der Ortschaft Hummeltenberg errichet. Als Besitzer ist Friedrich Schingen zu Hummeltenberg angegeben. Dieser übertrug im Jahr 1831 seinen gesamten Besitz auf seinen Sohn, Carl Wilhelm Schingen, der 1838 - Tuchfabrikant genannt - die Erlaubnis erhielt, ein Wasserwerk mit Ober- und Untergraben zum Betrieb seiner neuen Tuchfabrik einzurichten. Das Wasser der Wupper wurde südlich des Mühlengebäudes von einer Schlacht aufgestaut, von dem aus ein Teil des Wassers durch einen Obergraben zum Wasserrad geleitet wurde. Im Jahr 1852 erklärte Carl Wilhelm Schingen die Absicht, das Wasserrad durch eine Turbine zu ersetzen sowie eine Papierfabrik, eine Knochenstampf- und Mahlmühle verbunden mit einer Bäckerei (laut Dominick-Lennep: Färberei), anzulegen. 1854 wurde die Hummeltenberger Mühle an den Bäcker und Müller Joseph Hubert Heymann verkauft.

Tuchfabrik C.&F. Schnabel an der Wupper
1856 übernahmen die Tuchfabrikanten Cornelius und Franz Schnabel die Hummeltenberger Mühle (auch „Kretzer Loch“ genannt) und bauten diese zur weiteren Tuchfabrikation aus. So wurde 1857 ein neues Fabrikgebäude aus Bruchstein hinter dem baufälligen Gebäude der Hummeltenberger Mühle errichtet sowie der Ober- und Untergraben erweitert. Das „burgartige“ neue Fabrikgebäude wurde mit einer Koechlin´schen Turbine zur Energiegewinnung versehen. Das Wupperwasser floss nun durch die alte Hummeltenberger Mühle hindurch in das neue Fabrikgebäude und von da aus in den Untergraben. Zeitgleich wurde an der Aue eine Tuchfabrik errichtet, deren Fabrikgebäude im Baustil der Tuchfabrik C. & F. Schnabel ähnelte. Zu den baulichen Erweiterungen der Tuchfabrik zählte zudem eine Gasbereitungsanstalt. Um 1874 arbeiteten 65 Mitarbeiter in der Tuchfabrik.

1907 wurde die Tuchfabrikation in die Schnabelsmühle verlegt. Am Standort der Hummeltenbergermühle richtete Max Schnabel 1908 eine Wattefabrik ein, die 1929, 1965 sowie 1968 durch Brände zerstört und 1971/1972 aufgrund des Baus der Wuppertalsperre endgültig abgerissen wurde. Die Watteproduktion wurde am Standort Corneliusweg 2 fortgeführt.

(LVR-Fachbereich Umwelt, 2008)

Literatur

Berg, Siegfried (2004)
Der letzte "Obergraben" der Wupper in Hückeswagen. Wasserrecht, Wasserturbine und Stromerzeugung der "Schlossfabrik" am Tannenbaum. In: Leiw Heukeshoven 43, S. 43-58. o. O.
Dominick, Peter (2000)
Chronik der Tuchfabrik der Gebrüder Schnabel (unveröffentlichtes Manuskript). o. O.
Dominick, Peter (1990)
Kampf um lebendiges Gefälle. Aus der Geschichte der Hummeltenberger Mühle. In: Leiw Heukeshoven 29, S. 21-23. Hückeswagen.
Paffrath, Arno (1984)
Die Mühlen- und Fabrikanlagen im Raume Hückeswagen. In: Jahr, Lutz / Stadt Hückeswagen (Hrsg.): 900 Jahre Hückeswagen, S. 131-199. S. 151-153, Hückeswagen.

Industriestandort Hummeltenbergermühle

Schlagwörter
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Karten, Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung
Historischer Zeitraum
Beginn 1828 bis 1831, Ende 1971 bis 1972
Koordinate WGS84
51° 09′ 44,01″ N, 7° 19′ 49,91″ O / 51.16222°, 7.33053°
Koordinate UTM
32U 383266.45 5669189.95
Koordinate Gauss/Krüger
2593115.45 5670536.14

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„Industriestandort Hummeltenbergermühle”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/A-NF-20080303-0012 (Abgerufen: 16. November 2018)
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