Industrieanlage im Bevertal

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Hückeswagen
Kreis(e): Oberbergischer Kreis
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Reckhämmer des Engelbert Hartcop
Engelbert Hartcop erhielt am 15. März 1719, am 06. April 1720 sowie am 01. Oktober 1744 Konzessionen zur Anlage je eines Reckhammers am Beverbach. Der Antrieb der Hämmer erfolgte durch einen Stauteich, aus dem das Wasser durch drei Läufe zu den Hämmern geleitet wurde. Das Roh- und Stabeisen wurde über die Eisenstraße aus dem Oberbergischen und Nassau-Siegenschen herantransportiert.
Da der alte Hammerteich für die drei Hämmer zu klein war, wurde er 1768 neu angelegt. Neben den Hämmern besaß Peter Hartkop an der Bever um 1773 ebenfalls eine Siamosen-Manufaktur sowie eine Bleicherei, die 1771 erwähnt wird, jedoch bald darauf wieder stillgelegt wurde.

Tuchfabrik J.D. Clarenbach im Bevertal
1833 erwarb Eduard Wülfing, Teilhaber der Tuchfabrik „Gebrüder Wülfing“ in der heutigen Peterstraße 21, einen der drei Hämmer (der an der Stelle des ehemaligen Bürogebäudes lag) und baute ihn zu einer Tuchfabrik um. Die beiden anderen Hämmer befanden sich nach den Befreiungskriegen im Besitz des Johann Daniel Clarenbach, die er in eine Lohnspinnerei mit oberschlächtigem Wasserrad umwandelte. Die Tuchfabrik von Eduard Wülfing übernahm Johann Daniel Clarenbach zwischen 1858 und 1864 - im Handelsregister hieß sie 1864 „Tuchfabrik Blecher & Clarenbach“, in anderen Quellen lief die Firma unter dem Namen „Tuchfabrik von J.D. Clarenbach“. Nach einem erneuten Umbau durch Louis Clarenbach zur Tuchfabrik nach 1876, befand sich die Anlage um die Jahrhundertwende im Besitz der Firma Wiehager und Cie. OHG, welche die Tuchfabrik am 07. Dezember 1900 an August Fomm und Karl von der Heyden verkaufte. Da August Fomm bald darauf als Teilhaber ausschied, war Karl von der Heyden ab 1910 alleiniger Eigentümer. Die Firma Karl von der Heyden betrieb ihre Tuchfabrik bis 1971 in Hartkopsbever.

Heute sind von der Anlage lediglich der Beverteich, das Wehr sowie der Graben erhalten.

(LVR-Fachbereich Umwelt, 2008)

Literatur

Nicke, Herbert (1998)
Bergische Mühlen. Auf den Spuren der Wasserkraftnutzung im Land der tausend Mühlen zwischen Wupper und Sieg. S. 212, Wiehl.
Paffrath, Arno (1984)
Die Mühlen- und Fabrikanlagen im Raume Hückeswagen. In: Jahr, Lutz / Stadt Hückeswagen (Hrsg.): 900 Jahre Hückeswagen, S. 131-199. S. 170-172, Hückeswagen.
Schaffus, Ingo (1985)
Als die Hämmer verstummten. Der Strukturwandel in der Hückeswagener Industrie im 19. Jahrhundert. In: Heimatjahrbuch für den Oberbergischen Kreis, S. 44, o. O.

Industrieanlage im Bevertal

Schlagwörter
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Karten, Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung
Historischer Zeitraum
Beginn 1719 bis 1744, Ende nach 1971
Koordinate WGS84
51° 08′ 18,45″ N, 7° 21′ 29,56″ O / 51.13846°, 7.35821°
Koordinate UTM
32U 385142.81 5666503.67
Koordinate Gauss/Krüger
2595100.46 5667927.73

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„Industrieanlage im Bevertal”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/A-NF-20080303-0011 (Abgerufen: 24. Februar 2018)
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