Industriestandort Rasselstein im Bevertal

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Hückeswagen
Kreis(e): Oberbergischer Kreis
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Rasselsteiner Hämmer
1725 bauten Heinrich Coen und Anna Gertrud Schumans einen Reckhammer am Beverbach.
1829 waren die Besitzverhältnisse in Rasselstein folgendermaßen aufgeteilt: Den Gebrüdern Flender aus Kräwinklerbrücke gehörten zwei Wohnhäuser sowie der sogenannte Obere Rasselsteiner Hammer, ebenfalls zwei Wohnhäuser und der Untere Rasselsteiner Hammer gehörten Ambrosius Brand. Bei beiden Hämmern handelte es sich laut Literatur im Jahr 1835 um Stahlraffinierhämmer mit jeweils zwei oberschlächtigen Wasserrädern.

Schererei und Rauherei Mertens & Wiehager
Die Firma „Mertens & Wiehager“ wandelte den Unteren Rasselsteiner Hammer 1837 in eine Rauherei und Schererei um (diese soll die Keimzelle für die spätere Firma Lütgenau & Wiehager sein). Im Jahr 1840 wird zudem eine Walkmühle erwähnt. Nach dem Tod der beiden erfolgreichen Firmengründer 1859 übernahmen Louis Wiehager und August Lüttgenau den Betrieb, den sie jedoch in die Löbbecke's Mühle an der Wupper verlegten.
Der Obere Rasselsteiner Hammer wurd 1843 noch als in Betrieb befindlich erwähnt, danach jedoch nicht mehr.

Firma Joh. Friedrich Flender
Am 8. August 1861 wurde die Fabrik in Rasselstein an die Firma Joh. Friedrich Flender zu Kräwinklerbrücke versteigert. Die Anlage umfasste Wasserrad, Getriebe, Pumpe, einen vollständigen Heizapparat durch alle Etagen, kompletter Decatiererei und Schwarzfärberei, Stockrahmen und Feldrahmen. 1897 schließlich wurde die Wuppertalsperrengenossenschaft (nach verschiedenen Eigentümern ab 1863) Eigentümerin der Fabrikanlage und 1938 besiegelte der Bau der Bevertalsperre das Ende des einstigen Unteren Rasselsteiner Hammers. Heute ist von der Anlage nichts mehr vorhanden und zu sehen.

(LVR-Fachbereich Umwelt, 2008)

Literatur

Nicke, Herbert (1998)
Bergische Mühlen. Auf den Spuren der Wasserkraftnutzung im Land der tausend Mühlen zwischen Wupper und Sieg. S. 212 / 214, Wiehl.
Paffrath, Arno (1984)
Die Mühlen- und Fabrikanlagen im Raume Hückeswagen. In: Jahr, Lutz / Stadt Hückeswagen (Hrsg.): 900 Jahre Hückeswagen, S. 131-199. S. 167-169, Hückeswagen.
Schaffus, Ingo (1985)
Als die Hämmer verstummten. Der Strukturwandel in der Hückeswagener Industrie im 19. Jahrhundert. In: Heimatjahrbuch für den Oberbergischen Kreis, S. 43, o. O.

Industriestandort Rasselstein im Bevertal

Schlagwörter
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung
Historischer Zeitraum
Beginn 1725, Ende nach 1938
Koordinate WGS84
51° 09′ 4,06″ N, 7° 22′ 31,32″ O / 51.15113°, 7.37537°
Koordinate UTM
32U 386374.1 5667885.83
Koordinate Gauss/Krüger
2596274.78 5669359.44

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„Industriestandort Rasselstein im Bevertal”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/A-NF-20080303-0009 (Abgerufen: 21. August 2018)
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