Steinbrüche bei Erlinghagen

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Marienheide
Kreis(e): Oberbergischer Kreis
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Koordinate WGS84 51° 03′ 2,71″ N: 7° 28′ 32,24″ O / 51,05075°N: 7,47562°O
Koordinate UTM 32.393.154,36 m: 5.656.574,39 m
Koordinate Gauss/Krüger 2.603.513,01 m: 5.658.329,64 m
Datierung: erste Aktivitäten vor 1900. Danach ca. 1900 bis 1920er Jahre.

Betreiber: unbekannt

Beschreibung: Die kleinen Grauwackesteinbrüche von Erlinghagen liegen am Oberlauf des Leppetals, rund 300 m talaufwärts nach dem nach Gimborn abzweigenden Seitental. Das namensgebende Dorf Erlinghagen befindet sich auf einem Höhenrücken oberhalb der Brüche, rund 60 m über der Talsohle.
Im Steinbruchgelände sind insgesamt drei kleine Bruchkessel sichtbar. Zwei mit je 25 x 25 m Größe liegen knapp über dem Niveau der Talstraße, bis 1957 verlief hier auch die Trasse der Leppetalbahn. Der dritte Bruchkessel von 30 x 30 m Größe liegt gut 25 m höher am Hang. Von hier aus erstrecken sich langgestreckte Schutthalden bis hinab an die Talstraße.
Im Vergleich zu den nur wenige Kilometer talabwärts liegenden industriellen Steinbrüchen des Felsenthals waren die Brüche eher unbedeutend.
Der Abtransport der gewonnenen Steine konnte über die vor dem Bruch verlaufende Leppetalbahn erfolgen. Reste von Verladeanlagen haben sich nicht erhalten.
Die Kartenauswertung zeigt, dass hier bereits 1898 ein erster kleiner Bruch bestand, einer der beiden Bruchkessel auf Straßenniveau. Dieser könnte noch für den regionalen Bedarf angelegt worden sein. Ungefähr in der Zeit von 1900 bis 1920 entstanden dann die zwei weiteren, übereinander liegenden Brüche.

Einzelbefunde: keine

Heutiger Zustand: Das steile Hanggelände ist mit Wald und Buschwerk bestanden.


Laut Preußischer Neuaufnahme existierten die Grauwacke-Steinbrüche südwestlich von Erlinghagen bereits Ende des 19. Jahrhunderts. Sie erreichen laut der Deutschen Grundkarte 5 eine Böschungshöhe von bis zu 16 Metern. Sie sind von der Leppestraße aus im Wald zu erkennen.

In siedlungsnahen Steinbrüchen wurden Bruchsteine als Baumaterial unter anderem für Gebäude, Mauern und Wege gewonnen. Sie sind Zeugnisse der Zeiten, in denen der Mensch das benötigte Baumaterial den natürlichen Ressourcen seines Lebensumfeldes entnahm. Steinbrüche sind noch heute im Gelände durch halbkreisförmige oder ovale Einschnitte in Böschungen ablesbar, teilweise wurden sie jedoch auch (mit Abfällen) verfüllt.
Da sie eine hohe Vielfalt an Lebensräumen, die von stark sonnenexponierten, trockenen Flächen bis hin zu Feuchtbereichen und Tümpeln reichen, aufweisen, sind sie als wertvolle Biotope für verschiedene, auch gefährdete Pflanzen- und Tierarten zu bezeichnen.

(LVR-Fachbereich Umwelt, 2013)

Steinbrüche bei Erlinghagen

Schlagwörter
Ort
51709 Marienheide - Erlinghagen
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Karten, Geländebegehung/-kartierung, Fernerkundung
Historischer Zeitraum
Beginn 1894 bis 1896, Ende nach 1920

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„Steinbrüche bei Erlinghagen”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/A-NF-20070408-0316 (Abgerufen: 25. August 2019)
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