Deilbach in Kupferdreh

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Essen (Nordrhein-Westfalen), Hattingen
Kreis(e): Ennepe-Ruhr-Kreis, Essen (Nordrhein-Westfalen)
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Eine markante Eigenschaft des Deilbaches war sein stark mäandrierender Verlauf, der ihm wahrscheinlich auch zu seinem Namen verhalf: Van der Loo leitet den Namen von den Wörtern „dillen“, „didelen“, „deddelen“ ab, deren Bedeutung in „unruhig hin und hergehen“ bestand (Lethmate 1985, S. 100). Noch zu Beginn des 19. Jahrhunderts, auf der Karte von Honigmann/Vogelsang (1803/06), ist dies deutlich zu erkennen. Aber bereits hier zeugen Ober- und Untergräben von mehreren Mühlen und Hämmern auf späterem Essener Gebiet von den frühen Eingriffen des Menschen in den Wasserhaushalt und der Nutzbarmachung des Deilbachs. Im Verlauf des 19. und bis ins 20. Jahrhundert hinein folgten noch zahlreiche weitere grundlegende Veränderungen des Deilbaches.

In der Deilbachmündung befand sich ein Hafen für den nahe gelegenen Kupferhammer. Der Unterlauf des Deilbaches wand sich in einer großen Schleife um die so genannte Kupferwiese, wo sich der Lagerplatz des Kupferhammers befand. Im Jahr 1855 erfolgte die Verlegung der Bachmündung in die Ruhr um 200 Meter nach Norden, um auf der ehemaligen Kupferwiese die Phönixhütte zu errichten. Die alte Deilbachmündung wurde zugeschüttet und der Hafen versumpfte. Mit dem zunehmenden Flächenanspruch im Mündungsbereich des Deilbaches durch die Errichtung der Fabrik- und Eisenbahnanlagen für die Zeche Prinz Friedrich und der Phönixhütte wurde der Unterlauf des Baches zwischen 1844 und 1891 teilweise verrohrt. Seit den 1930er Jahren ist der gesamte Unterlauf zwischen der Eisenbahntrasse Velbert-Steele und der Mündung, im Bereich des heutigen Gewerbegebietes Prinz-Friedrich-Straße, überbaut.
Seit 1899 wurden verschiedene Maßnahmen zur Deilbachregulierung vorgenommen. Dies waren größere und kleinere Begradigungen des Bachlaufes sowie auf Teilstrecken die Ausmauerung der Ufer. Begradigungen von Bachschleifen erfolgten unter anderem im Bereich der Straße Mölleneyer Ufer sowie auf dem ehemaligen Zechengelände Victoria an der Nierenhofer Straße.

Bei Deilmann et al. (1995, S. 22) heißt es:
Um die Jahrhundertwende, als die Einwohnerzahl in Kupferdreh bereits stark angestiegen war und sich die Gemeinden gegründet und gefestigt hatten, bestand die Notwendigkeit, die zuweilen gewaltigen Fluten des Deilbaches zu bändigen und im Ortsinneren abzusichern. Die für den Deilbach typischen mäandrischen Windungen wurden daher teilweise begradigt. Hauptsächlich fanden diese Regulierungen jedoch vom Kupferhammer bis zur Mündung statt. Bis zur Grotkampsmühle erhielt der Bach ein völlig neues Bett. Das alte Bachbett wurde verfüllt und wird nun zum teil von der Kupferdreher Straße überdeckt. Diese Bachregulierungen waren auch notwendig geworden, da man seinerzeit Platz für Wohnhäuser und für das Rathaus benötigte, denn hier im Gebiet „in der Möllney“ befand sich damals der erste Ortsmittelpunkt von Kupferdreh (Hinsbeck).

(Kathrin Lipfert, LVR-Fachbereich Umwelt, 2010)

Internet
http://www.buergerschaft-kupferdreh.de (Abgerufen 24.02.2010)

Literatur

Busch, Johann Rainer (2008)
Kupferdreh und seine Geschichte als Teil der Ruhr.2010 Kulturhauptstadt Europas (hrsg. von der Bürgerschaft Kupferdreh). S. 144, Essen.
Busch, Johann Rainer (2003)
Kupferdreher Denkmalpfad: Ein Wanderführer zu den historischen Stätten in Kupferdreh (hrsg. von der Bürgerschaft Kupferdreh). S. 8, Essen.
Busch, Rainer Johann / Deilmann, Hans Günter / Schäfer, Friedrich (1995)
Das Deilbachtal. Geschichte und seine Bedeutung für Kupferdreh. (Bürgerschaft Kupferdreh e.V., Kupferdreher Hefte, Beiträge zur Geschichte unserer Heimat, Heft 2.) Essen.
Lethmate, Egbert (1985)
Landschaftspflegerischer Beitrag zur Museumslandschaft Deilbachtal (Diplomarbeit). S. 100, Essen.

Deilbach in Kupferdreh

Schlagwörter
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Karten, Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung
Historischer Zeitraum
Beginn 1803 bis 1806
Koordinate WGS84
51° 23′ 3,9″ N, 7° 05′ 48,83″ O / 51.38442°, 7.0969°
Koordinate UTM
32U 367571.92 5694293.54
Koordinate Gauss/Krüger
2576403.67 5694984.75

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„Deilbach in Kupferdreh”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/A-KL-20100204-0020 (Abgerufen: 22. Oktober 2017)
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