Schultenhof Ovendorp/Bahrenberg in Heisingen

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Essen (Nordrhein-Westfalen)
Kreis(e): Essen (Nordrhein-Westfalen)
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Der als Doppelhufenhof angelegte Overdorphof wurde im Jahre 1370 erstmals genannt. Die Herren Stael von Holstein, seit dem 15. Jahrhundert Besitzer des bis dahin als Schultenhof fungierenden Lehnshofes Kofeld (oder Covelde), übertrugen ihm die Rechte und Pflichten des Schulten und machten ihn zum Haupthof. Der Schultenhof Ovendorp wurde zum größten und bedeutendsten Hof in Heisingen. Dadurch dass der Herrensitz Hof Kofeld (später Haus Heisingen) ursprünglich nach rein militärischen Gesichtspunkten am Berghang der Ruhr angelegt wurde, benötigte er den Schultenhof als Wirtschaftsgut. Im Gegensatz zu diesem konnte sich der Schultenhof Ovendorp aufgrund seiner Lage am oberen Rand der Mittelterrasse räumlich weiter ausdehnen.
Die Bezeichnung „Ove(r)ndorp“ oder „Oberdorf“ ist ein Hinweis darauf, dass zur Zeit der Entstehung des Schultenhofes bereits ein Dorf bestand, wofür dieses Gut den Schulten stellte. Der Schulte war gewissermaßen der herrschaftliche Beamte des Ritters von Hof Kofeld und Vollstrecker der Dorfordnung. Andererseits vertrat er die Bauernschaft als Dorfvorsteher und leitete die Bauernsprache unter der Linde (Gerichtsbaum). Aufgrund seiner Funktion hatte der Schultenhof somit enge Verbindungen zum Rittersitz Kofeld, zum Lindenhof, den Schmiede- und Mühlenkotten, des Weiteren zum Abspliß Hagenbuschhof, der später auf dem gerodeten Land des Schultenhofes entstand.
Im Jahre 1706 gelangte der Schultenhof Ovendorp durch den Verkauf des Hauses Heisingen in den Besitz der Abtei Werden.
Der Schultenhof Ovendorp wurde unter anderem von den Familien Dücker, Stael von Holstein und te Ovendorp geführt. Seit 1766 übernahm die Familie Mittelste Bahrenberg aus Burgaltendorf als Pächter die Nutzung des Hofes. Nach 1824 erfolgte die fiskalische Ablösung durch die Familie. Sie war es auch, die 1879 der katholischen Gemeinde den Bauplatz für die Kirche zur Verfügung stellte.
Die räumliche Abgrenzung des Schultenhofes erfolgte auf Grundlage der Karte von 1803/06 (Honigmann/Vogelsang).
(Kathrin Lipfert, 2010)

Literatur

Cram, Ilse / Oldenburg, Margret / Bergbau- und Heimatmuseum der Evangelischen Kirchengemeinde Essen-Heisingen im Paulushof (Hrsg.) (2003)
Heisingen im Jahr 1803 - zur Zeit der Säkularisation. Das kleine Dorf in Wort und Bild. S. 45, o. O.
Tosch, Hans-Gerd (1977)
Heisingen früher und heute. S. 14-22, Essen.
(1996)
Heisinger Spaziergänge. S. 19, Essen.

Schultenhof Ovendorp/Bahrenberg in Heisingen

Schlagwörter
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Auswertung historischer Karten
Historischer Zeitraum
Beginn 1370 bis 800
Koordinate WGS84
51° 24′ 17,35″ N, 7° 03′ 58,51″ O / 51.40482°, 7.06625°
Koordinate UTM
32U 365499.55 5696618.03
Koordinate Gauss/Krüger
2574237.4 5697223.03

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„Schultenhof Ovendorp/Bahrenberg in Heisingen”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/A-KL-20091203-0002 (Abgerufen: 23. Oktober 2017)
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