Grünlandstandort Bachtal in Byfang

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Essen (Nordrhein-Westfalen)
Kreis(e): Essen (Nordrhein-Westfalen)
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Dieses Bachtal ist bereits auf der Karte von Honigmann/Vogelsang (1803/06) als Grünland verzeichnet; diese traditionelle Nutzung besteht bis heute. Mit ihr verbunden sind typische Landschaftselemente. Entlang des Baches wachsen gepflegte Kopfweiden, auf den umgebenden Weideflächen Huteeichen.

Zu den Wiesen und Weiden in Bachtälern dieses Gebietes heißt es bei Schäfer & Kirchner (1983, S. 41/42): „Vielleicht ist von den Streusiedlungen die Anlage von Wiesen und Weiden ausgegangen, da sie ja mit ihrem Boden machen konnten, was sie wollten. Das Gras als Steppenpflanze gedeiht bei uns nur, wenn eigens der Boden dafür bereitet und gepflegt wird. So wurden mit Vorliebe die wasserführenden Täler und Schluchten für Wiesen und Weiden hergerichtet. Damit das Gras recht saftig und eiweißhaltig wuchs, wurden die Wiesen 'geflötet' (das Wort ist mit dem norddeutschen Wort Fleet = Wassergraben verwandt) d.h., von den Bächen wurden möglichst weit oberhalb der Wiesen Wassergräben zu den Wiesenhängen geleitet; das rieselnde Wasser brachte den Wiesen die nötigen Nährsalze. Diese Wiesen lieferten im Frühsommer Heu als Winterfutter, danach dienten sie meist bis in den Herbst als Viehweide. An den Wasserläufen wurden mit Vorliebe Kopfweide gepflanzt, die das nötige Material beim Hausbau zum Ausfüllen der Fächer und zum Korbflechten lieferten, ferner gaben ihre dreijährigen Äste die Stangen für Stangenbohnen ab. Leider sind diese Bäume, die typisch waren für die Wasserläufe, in deren Höhlungen vielerlei Vogelarten Nistgelegenheiten fanden, fast gänzlich verschwunden.“

Mit der Aufschüttung und späteren Planierung der Halde der Zeche Viktoria seit dem Ende des 19. Jahrhunderts wurde das Tal unterhalb dieser Fläche künstlich versperrt und der Bachverlauf verändert.

Literatur

Schäfer, Friedrich / Kirchner, Otto (1983)
Kupferdreh auf Kohle und Stein. S. 41-42, Essen.

Grünlandstandort Bachtal in Byfang

Schlagwörter
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung, Auswertung historischer Karten
Historischer Zeitraum
Beginn 1803 bis 1806
Koordinate WGS84
51° 23′ 26,33″ N, 7° 06′ 40,01″ O / 51.39065°, 7.11111°
Koordinate UTM
32U 368578.91 5694960.89
Koordinate Gauss/Krüger
2577382.77 5695692.92

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„Grünlandstandort Bachtal in Byfang”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/A-KL-20091113-0005 (Abgerufen: 21. Oktober 2017)
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