Kultivierungsfläche des Kapbusches

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Gemeinde(n): Heinsberg, Hückelhoven
Kreis(e): Heinsberg
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Koordinate WGS84 51° 02′ 18,02″ N: 6° 12′ 0,29″ O 51,03834°N: 6,20008°O
Koordinate UTM 32.303.708,99 m: 5.657.819,10 m
Koordinate Gauss/Krüger 2.514.077,42 m: 5.655.930,61 m
Nach der Tranchotkarte von 1806 und Uraufnahme 1846 erstreckte sich der Kapbusch in der Rurniederung bis Ratheim. Dieser Allmendewald hatte im Spätmittelalter und in der Frühneuzeit auch eine Bedeutung für die Korbherstellung aus der Zeit vor der Anlage von Korbweidenkulturen.

Zwischen 1846 und 1895 sind vor allem der große nördliche Teil des Kapbusches bis Ratheim und kleinere Flächen am Südrand gerodet und in großflächige Korbweidenkulturen und Grünlandflächen umgewandelt worden. Im Rahmen der durchgeführten Melioration begradigte man die Fließgewässer und legte Entwässerungskanäle sowie ein geradliniges Straßennetz an. In dem östlichen Teil des gerodeten Waldes entstanden neue Ackerflächen; es wurde der Kaphof errichtet. Zwischen 1895 und 1955 wurden an der Südseite des Restwaldes wieder einige feuchte Grünlandflächen aufgeforstet.

Die Anlage der Rurtalsperre, des Rursees und die Rurregulierung führten zu einer regelmäßigeren Wasserabfuhr, die weniger Überschwemmungen verursachten, und einer erheblichen Grundwasserstandsenkung. So wurde es nach 1955 rentabel, minderwertiges feuchtes Grünland und Korbweidenkulturen in wertvolleres Ackerland umzuwandeln. Hierdurch hat sich der Anteil des Ackerlandes zur dominanten Landnutzung entwickelt. Nördlich von Brachelen entstand nach 1955 ein Baggersee (heute Naturschutzgebiet), der nach der Rekultivierung als Naherholungsgebiet und als Badesee genutzt wird.
Die verbliebenen Korbweidenkulturen sind in den letzten Jahren verschwunden.

Durch die Rodung des Kapbusches und die Melioration ist eine historische Kultivierungslandschaft entstanden, die nach den damaligen technischen Möglichkeiten kulturlandschaftsgeschichtlich von großer Bedeutung ist. Landwirtschaft und Naherholung sind nun heute die prägenden Landnutzungen.

(Burggraaff/Kleefeld: Kartierung zur Datenerfassung im Kreis Heinsberg 2001 im Auftrag des LVR-Fachbereich Umwelt)

Kultivierungsfläche des Kapbusches

Schlagwörter
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Karten, Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung
Historischer Zeitraum
Beginn 1880

Empfohlene Zitierweise

Urheberrechtlicher Hinweis
Der hier präsentierte Inhalt ist urheberrechtlich geschützt. Die angezeigten Medien unterliegen möglicherweise zusätzlichen urheberrechtlichen Bedingungen, die an diesen ausgewiesen sind.
Empfohlene Zitierweise
„Kultivierungsfläche des Kapbusches”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/A-KKL-20081001-0007 (Abgerufen: 19. April 2024)
Seitenanfang