Deilmannhof in Byfang

Deilmannshof

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Denkmalpflege
Gemeinde(n): Essen (Nordrhein-Westfalen)
Kreis(e): Essen (Nordrhein-Westfalen)
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Der Deilmannhof (auch Deilmannshof) wurde 1840 errichtet, das Haupthaus als zweigeschossiges Bruchsteingebäude mit Krüppelwalmdach und gestuftem First (der Wirtschaftsteil liegt höher). Im Wohnteil sind die Fenster stichbogig und haben Sandsteinwände. Eine große Einfahrt ist giebelseitig angelegt. Der Wirtschaftsteil hat zwei dicht übereinander liegende Fensterreihen und einen giebelseitigen Mitteleingang mit originalem Türblatt; der traufseitige Eingang hat ein Türblatt vom Ende des 19. Jahrhunderts. Das in Bruchstein errichtete Stallgebäude mit Krüppelwalmdach und großen Einfahrten ist parallel zum Haupthaus gelegen. Der 1896 inschriftlich datierte Quertrakt – ein eingeschossiger Wirtschaftstrakt mit großer Einfahrt, Zwerchgiebel mit Zierfachwerk und rundbogigen Fenstern mit Fenstersprossen aus Gußeisen hat den Hof zur Dreiflügelanlage ergänzt.

Den Hof gab es schon seit vielen Jahrhunderten im Deilbachtal. Vor 1840 befand er sich offenbar jedoch etwas weiter hangaufwärts, nördlich von seiner heutigen Stelle entfernt. Auf der Karte von Honigmann/Vogelsang (1803/06) ist im Bereich der ehemaligen Deilmann-Bäckerei (Nierenhofer Strasse 19) ein unbenanntes Hofgelände eingezeichnet, bei dem es sich sehr wahrscheinlich um das Deilmannsche handelt. Dieser Hof war von besonderer Bedeutung für das Deilbachtal und wirkte an dessen frühindustrieller Entwicklung entscheidend mit. Neben der Landwirtschaft waren die Besitzer des Hofes in verschiedenen weiteren Wirtschaftsbereichen tätig. Dazu gehörte die Beschäftigung im Stollenbergbau, der Betrieb der Deiler Mühle sowie von Steinbrüchen, einer Brauerei und einer Bäckerei. Eine Zugehörigkeit des Eisenhammers zum Hof ist wahrscheinlich, aber nicht belegt.

Lethmate (1985, S. 99-102) gibt folgende Zusammenfassung: Der Deilmannshof ist ein noch erhaltener Einzelhof der Byfanger Höfe. Die Besiedlung der Bauernschaft fand im 11. Jahrhundert ihren Abschluß, der Deilmannshof ist aber bedeutend älter. „Wahrscheinlich hat der Deilhof bereits um 840 als Gründung des Hauses Hardenberg bestanden. … Jedoch ist seine älteste urkundliche Erwähnung in einem Rellinghauser Intradenverzeichnis aus der Zeit 1366/1400 zu finden. Hier wird von einem “Haus op der Dedelen„ gesprochen, wobei die Bezeichnung “Domus„ auf einen herrschaftlichen Lehnsbesitz hindeutet. … In der urkundlichen Erwähnung von 1366 ist von zwei Kotten, dem “Bracken-Kotten„ und der “Pilhake„ die Rede. An der Stelle der Pilhake wurde später der Kupferhammer gegründet. Ein weiteres Indiz für für den alten Herrschaftscharakter des Hofes ist die zum Hof gehörende Deilmühle, die zwar erst 1522 erstmals urkundlich erwähnt wird, aber sicherlich ebenfalls früher bestanden hat. Die auf dem Deilhof wirtschaftenden Bauern wurden nach Rellinghauser Hofrecht Deilmann genannt. … Die Zugehörigkeit des in direkter Nachbarschaft gelegenene Deilbach- oder Eisenhammers zum Hof läßt sich urkundlich nicht belegen, dennoch liegt sie nahe.“

Neben der Nachbarschaft zum Hof geben die zusammenhängenden wasserbaulichen Anlagen von Deiler Mühle und Eisenhammer dazu Anlass. Da ein gleichzeitiger Betrieb von beiden nicht möglich war, konnten sie nur nach Absprache abwechselnd arbeiten. Dies deutet auf einen gemeinsamen Besitzer hin.
Weiterhin ist belegt, dass die Stollenzeche Nachtigall, deren Längenfeld um 1830 vergeben wurde, zum Deilmannshof gehörte. In der Berechtsamsakte der Zeche aus dem Jahr 1804 fand sich nach Pflägings Angaben der Hinweis, daß damals schon der Bauer Deilmann der einzige Bergbautreibende im Deilbachtal war und dass die Vorfahren dieses Bauern schon seit Alters her fünf Flöze behauen und abgebaut hatten. Der regelrechte Grubenbetrieb begann 1858/59.

(LVR-Amt für Denkmalpflege im Rheinland, 2010)

Literatur

Busch, Rainer Johann / Deilmann, Hans Günter / Schäfer, Friedrich (1995)
Das Deilbachtal. Geschichte und seine Bedeutung für Kupferdreh. (Bürgerschaft Kupferdreh e.V., Kupferdreher Hefte, Beiträge zur Geschichte unserer Heimat, Heft 2.) Essen.
Lethmate, Egbert (1985)
Landschaftspflegerischer Beitrag zur Museumslandschaft Deilbachtal (Diplomarbeit). S. 99-102, Essen.
Schul- und Kulturdezernat der Stadt Essen / Ruhrlandmuseum (Hrsg.) (1989)
Ein Wanderführer. Museumslandschaft Deilbachtal. Essen-Kupferdreh. Ruhrlandmuseum. Essen.

Deilmannhof in Byfang

Schlagwörter
Ort
45257 Essen - Byfang
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Kein
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Denkmalpflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Geländebegehung/-kartierung, Auswertung historischer Karten, Literaturauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn 1825 bis 1840
Koordinate WGS84
51° 23′ 1,24″ N, 7° 06′ 15,3″ O / 51.38368°, 7.10425°
Koordinate UTM
32U 368081.4 5694198.23
Koordinate Gauss/Krüger
2576916.75 5694910.34

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„Deilmannhof in Byfang”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/A-KHB-20080807-0037 (Abgerufen: 17. Oktober 2017)
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