Bedeutsamer Kulturlandschaftsbereich Erkelenz - Wegberg (KLB 25.01)

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Archäologie, Denkmalpflege, Raumplanung
Gemeinde(n): Erkelenz, Hückelhoven, Mönchengladbach, Niederkrüchten, Wassenberg, Wegberg
Kreis(e): Heinsberg, Mönchengladbach, Viersen
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Die frühere Rennstrecke "Grenzlandring" (Wegbergring) an der L3 bei Wegberg (2012).

    Die frühere Rennstrecke "Grenzlandring" (Wegbergring) an der L3 bei Wegberg (2012).

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  • Fachwerkgebäude Kirchplatz 13 in Wegberg-Beeck (2009)

    Fachwerkgebäude Kirchplatz 13 in Wegberg-Beeck (2009)

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  • Haus Beeck in Wegberg-Beeck (2009)

    Haus Beeck in Wegberg-Beeck (2009)

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Der Kulturlandschaftbereich um Erkelenz und Wegberg repräsentiert den Übergang zwischen der weiträumigen rheinischen Lössbörde und dem Oberen Schwalmtal, welches zum Niederrhein überleitet. Die Lössbörde ist gekennzeichnet durch ihre geschlossenen Dörfern und wenigen Gutshöfen inmitten einer weitläufigen historisch tradierten intensiven Ackerbaunutzung, deren Geschichte bis in vorrömische Zeit zurückreicht und von landesweiter Bedeutung ist. Bereits zur Römerzeit war der Raum um Erkelenz dicht von Gutshöfen (villae rusticae) belegt. Durch die Raumwirksamkeit des Kreuzherren-Klosters Hohenbusch erhält dieser Raum eine besondere Bedeutungsebene. 1302 gründeten die Kreuzherren auf dem Gelände eines mittelalterlichen Guts ein Kloster, das erst 500 Jahre später im Rahmen der Säkularisation von 1802 aufgelöst wurde. In diesen fünf Jahrhunderten war „Hohenbusch“ eines der reichsten und bedeutendsten Kreuzherrenklöster im Rheinland, das zweitälteste in Deutschland.

Nach der Säkularisierung ging „Hohenbusch“ in Privatbesitz über. Das gut erhaltene landschaftswirksame Gebäude, Hof- und Parkanlage sowie der Grundbesitz erwirbt die Stadt Erkelenz in den Jahren 1983-1986. Zentraler Bereich von „Hohenbusch“ ist das restaurierte Herrenhaus, ein über 38 Meter langer, zweigeschossiger Bau, das im Kern noch aus dem 16. Jahrhundert datiert. Weiterhin bestehen noch verschiedene Wirtschaftsgebäude, die Zehntscheune aus dem Jahre 1720 sowie Park- und Gartenanlagen. Das Kloster spielte in den fünf Jahrhunderten bis zu seiner Auflösung eine immense kulturelle Rolle, die sich auch auf die umgebende Kulturlandschaft der Börde um Erkelenz ausgewirkt hat. Dieser Bedeutung folgend ist „Hohenbusch“ heute ein prädestinierter Veranstaltungsort vieler kultureller und gesellschaftlicher Ereignisse.

Das Wegberger Raum ist geprägt durch den Oberlauf der Schwalm. Diese Niederungslandschaft ist charakteristisch für den Niederrhein. Die Aue trägt heute Bruchwälder, Gehölze, Baumreihen, Einzelbäume (Kopfweiden) und Feuchtwiesen. Zahlreiche gut erhaltene mittelalterliche Burganlagen prägen das ländliche Siedlungsbild der Region im Spannungsfeld zwischen den Herrschaften Jülich und Geldern. Rund 20 hochmittelalterliche Burganlagen vom Typ Motte sind im Kreis Heinsberg bis heute und ohne Überprägung durch Anlagen späterer Zeit erhalten geblieben. Diese werden nur teilweise denkmalverträglich genutzt. Sie stellen einen markanten und obertägig sichtbaren Teil der rheinischen Bodendenkmäler dar (z.B. der Aldeberg bei Wegberg-Arsbeck) und sollten besonders geschützt werden. Das Ziel muss die dauerhafte denkmalverträgliche Nutzung sein, an die eine touristische Erschließung im Rahmen eines Nutzungskonzeptes angeschlossen werden sollte. Zwischen Dahlheim-Rödgen und Merbeck verläuft quer über einen Geländerücken eine mittelalterliche Landwehr. Sie gehört zu den seltenen Binnenlandwehren des Herzogtums Jülich.

Die schwer zugänglichen Auen waren auch geeignete Standorte für spätmittelalterliche Wasserburgen und befestigte Häuser.
Zwischen Wegberg und der Maas waren im 19. Jahrhundert an der Schwalm 21 Wassermühlen in Betrieb, von denen die Meisten bereits im Mittelalter erwähnt wurden. Diese Mühlen standen auch in Zusammenhang mit dem Flachsanbau, der bis ca. 1900 großflächig betrieben wurde. Hieran erinnern ebenfalls die überlieferten Flachsrösten.

Spezifische Ziele und Leitbilder:
  • Bewahrung der historischen Struktur und Substanz;
  • Erhaltende Stadtentwicklung;
  • Stärkung der historischen Wahrnehmung im Zusammenhang mit der Klosterlandschaft Hohenbusch;
  • Erhalt der Feuchtböden als Bodenarchiv;
  • Extensive Bodennutzung.
Aus: Landschaftsverband Westfalen-Lippe und Landschaftsverband Rheinland (Hrsg.): Kulturlandschaftlicher Fachbeitrag zur Landesplanung in Nordrhein-Westfalen. Münster, Köln. 2007

Internet
Erhaltende Kulturlandschaftsentwicklung in NRW (Abgerufen: 03.11.2015)

Literatur

Landschaftsverband Westfalen-Lippe; Landschaftsverband Rheinland (Hrsg.) (2007)
Erhaltende Kulturlandschaftsentwicklung in Nordrhein-Westfalen. Grundlagen und Empfehlungen für die Landesplanung (Kulturlandschaftlicher Fachbeitrag zur Landesplanung in Nordrhein-Westfalen / Fachgutachten zum Kulturellen Erbe in der Landesplanung). S. 88, Münster, Köln.

Bedeutsamer Kulturlandschaftsbereich Erkelenz - Wegberg (KLB 25.01)

Schlagwörter
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Archäologie, Denkmalpflege, Raumplanung
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:25.000 (kleiner als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn 2001
Koordinate WGS84
51° 06′ 22,33″ N, 6° 16′ 54,8″ O / 51.1062°, 6.28189°
Koordinate UTM
32U 309722.09 5665149.2
Koordinate Gauss/Krüger
2519786.51 5663499.14

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„Bedeutsamer Kulturlandschaftsbereich Erkelenz - Wegberg (KLB 25.01)”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/A-EK-20080730-0140 (Abgerufen: 23. September 2017)
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