Bedeutsamer Kulturlandschaftsbereich Warburger Börde (KLB 09.05)

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Archäologie, Denkmalpflege, Raumplanung
Gemeinde(n): Bad Driburg, Beverungen, Borgentreich, Brakel, Breuna, Diemelstadt, Liebenau (Hessen), Trendelburg, Volkmarsen, Warburg, Willebadessen
Kreis(e): Höxter, Kassel, Waldeck-Frankenberg
Bundesland: Hessen, Nordrhein-Westfalen
Die Warburger Börde ist hier beschrieben als bedeutsamer Kulturlandschaftsbereich (KLB) wie im Fachbeitrag Kulturlandschaft zum Landesentwicklungsplan Nordrhein-Westfalen.

Bäuerlicher Kulturlandschaftsbereich mit bedeutenden Funden aus der Altsteinzeit, der gesamten Jungsteinzeit, der Bronzezeit, der frühen römischen Kaiserzeit und des Frühmittelalters sowie mit mittelalterlichen Stadtkernen, bedeutenden Wüstungen, mittelalterlichen Burgen und Klöstern.

Die intramontane Beckenlandschaft der Warburger Börde wurde im Mittelalter von mehreren in Teilstrecken erhaltenen Altwegen der Karolingerzeit, u.a. dem Herßewech (= Hessenweg) und Eiserweg gequert. Neben Altsiedlungen aus der Merowingerzeit und karolingischen Ausbausiedlungen des -heim Typs (Papenheim u.a.) in der Umgebung der Doppelstadt Warburg lassen sich in der Kleinregion vollständig wüstgefallene Hagenhufensiedlungen fassen, die offensichtlich in einem genetischen Zusammenhang mit Plansiedlungen der deutschen Ostkolonisation stehen. Zudem haben sich am Nordrand der Warburger Börde, auf Flächen von jeweils mehreren km2, fossile langstreifige Wölbackersysteme im Wald erhalten, die wichtige Erkenntnisse über den mittelalterlichen Landbau beinhalten.

In der Warburger Börde kommen die fruchtbarsten Lössböden in ganz Westfalen vor; in der Feldflur von Lütgeneder befinden sich sogar die besten Böden der alten Bundesländer. Die offene Agrarlandschaft der Börde ist weitgehend frei von gliedernden Landschaftselementen. Die ackerbaulichen Nutzung dominiert, Grünland kommt nur an Sonderstandorten, wie z.B. auf Niedermoor im Körbecker Bruch, vor. Die ländliche Siedlungsstruktur aus geschlossenen Haufendörfern und einzelnen großen Gütern hat sich bis heute weitgehend ungestört erhalten. Der 343 m hohe Vulkankegel des Desenberges mit der Burgruine und den Halbtrockenrasen auf den Bergflanken ist ein weithin sichtbares Wahrzeichen (Landmarke), der das muldenförmige Becken der Warburger Börde um über 140 m überragt. Der Raum um die weithin sichtbare Burg(ruine) auf dem Vulkankegel wird seit Jahrhunderten entscheidend von der Bewirtschaftung durch adelige Güter geprägt.

Konstituierende Merkmale aus dem Bestand an Baudenkmälern
Burgruine Desenberg, Herrensitze Klingenburg, Rotenburg, Übelngönne, Güter Bühne, Klingenburger Hof, Rothehaus, Winterhof.

Aus: Landschaftsverband Westfalen-Lippe und Landschaftsverband Rheinland (Hrsg.): Kulturlandschaftlicher Fachbeitrag zur Landesplanung in Nordrhein-Westfalen. Münster, Köln. 2007

Internet
Erhaltende Kulturlandschaftsentwicklung in NRW (Abgerufen: 10.10.2015)

Literatur

Landschaftsverband Westfalen-Lippe; Landschaftsverband Rheinland (Hrsg.) (2007)
Erhaltende Kulturlandschaftsentwicklung in Nordrhein-Westfalen. Grundlagen und Empfehlungen für die Landesplanung (Kulturlandschaftlicher Fachbeitrag zur Landesplanung in Nordrhein-Westfalen / Fachgutachten zum Kulturellen Erbe in der Landesplanung). S. 74, Münster, Köln.

Bedeutsamer Kulturlandschaftsbereich Warburger Börde (KLB 09.05)

Schlagwörter
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Archäologie, Denkmalpflege, Raumplanung
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:25.000 (kleiner als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn 2001
Koordinate WGS84
51° 33′ 52,98″ N, 9° 11′ 26,11″ O / 51.56472°, 9.19059°
Koordinate UTM
32U 513210.44 5712643.8
Koordinate Gauss/Krüger
3513289.4 5714489.75

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„Bedeutsamer Kulturlandschaftsbereich Warburger Börde (KLB 09.05)”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/A-EK-20080730-0055 (Abgerufen: 29. März 2017)
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