Bedeutsamer Kulturlandschaftsbereich Baumberge mit Coesfeld, Billerbeck und Nottuln (KLB 05.02)

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Archäologie, Denkmalpflege, Raumplanung
Gemeinde(n): Altenberge, Billerbeck, Coesfeld, Dülmen, Havixbeck, Horstmar, Laer, Legden, Metelen, Nottuln, Rosendahl, Schöppingen, Senden (Nordrhein-Westfalen)
Kreis(e): Borken (Nordrhein-Westfalen), Coesfeld, Steinfurt
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Der Raum Baumberge mit Coesfeld, Billerbeck und Nottuln ist hier beschrieben als landesbedeutsamer Kulturlandschaftsbereich (KLB) wie im Fachbeitrag Kulturlandschaft zum Landesentwicklungsplan Nordrhein-Westfalen.

Am Südwestabhang der Baumberge, im Dreieck zwischen Coesfeld, Rosendahl und Nottuln liegt eine der wenigen Lössinseln des Münsterlandes. In diesem Bereich mit ungewöhnlicher Bodenfruchtbarkeit konnten in den letzten Jahrzehnten eine Reihe von Fundplätzen des beginnenden Neolithikums (vor allem der Michelsberger, aber auch der Rössener und Bischheimer Kultur) nachgewiesen werden. Dieses Areal stellt eine wichtige Forschungslandschaft für das Verständnis über die Neolithisierung des Münsterlandes und des gesamten norddeutschen Flachlandes dar. Die fruchtbaren Böden bilden auch den Hintergrund für die Entwicklung der Orte Coesfeld, Billerbeck und Nottuln, die seit karolingischer Zeit nachgewiesen werden können und im Mittelalter eine unterschiedliche Entwicklung genommen haben.

Der Baumberg nordöstlich Nottuln war zudem seit dem Mittelalter bedeutsam für die Gewinnung von u.a. Bausteinen. Die teils linear aufgereihten mittelalterlich-neuzeitlichen Steinbrüche, darunter die „Domkuhlen“, liegen am Rand eines ausgedehnten Wölbackersystems, das von der Havixbecker Kirchspielslandwehr tangiert wird. Hier wird der charakteristische Sandstein in geringerem Maße auch noch heute gewonnen, der für die regionale Architektur von großer Bedeutung war. Seit dem Mittelalter wurde er für Kirchen, Schlösser, bürgerliche Bauten, Speicherbauten auf großen Höfen, im 19. Jahrhundert dank des Miteigentums von Bauern an Steinbrüchen auch für andere bäuerliche Gebäude verwendet.

Im Raum der Baumberge sind die Entstehung und fernere Entwicklung der Siedlung mit den unterschiedlichen Land- und Landnutzungsformen besonders anschaulich.

Die Baumberge sind eine in naturräumlicher Hinsicht singuläre Landschaft im Münsterland, deren Nutzung sich teilweise aufgrund der Hanglagen deutlich von der anderer Gebiete des Münsterlandes unterscheidet.

In der gesamten Umgebung der Baumberge sind hervorragende Zeugnisse aller Baugattungen vom 13. bis zum frühen 20. Jahrhundert erhalten. Darüber hinaus sind die verschiedenartigen historischen und modernen Siedlungsformen (Adelssitz, bäuerliche Siedlungsformen, Stift, Dorf und Stadt) vertreten. Zahlreiche Bildstöcke, Wegekreuze und Kapellen aus dem 14. bis zum 20. Jahrhundert zeugen von der ununterbrochenen katholischen Geschichte der Gegend.

Wichtige Bodendenkmäler sind:
die Stadtbefestigung Billerbeck, die Landwehrlandschaft Nottuln-Billerbeck-Havixbeck, Haus Havixbeck und Schloss Darfeld, die Kolvenburg in Billerbeck, die Coesfelder Zitadelle und der jungsteinzeitliche Fundplatz Nottuln.

Konstituierende Merkmale aus dem Bestand an Baudenkmälern:
Ortskerne Billerbeck, Havixbeck, Nottuln, Schöppingen, Dorfkerne Darup, Schapdetten, Adelssitze Haus Hamern (Billerbeck), Schloss Darfeld (Rosendahl), Haus Havixbeck und Haus Stapel in Havixbeck und Kloster Billerbeck-Gerleve. Besondere Höfegruppen finden sich in Billerbeck-Aulendorf, DarfeId-Höpingen, Nottuln-Horst, Nottuln-Stevern, Nottuln-Darup-Hastehausen, Nottuln-Uphoven. Als Bauten der Produktion und der Verkehrs sind zu nennen: das ehemaliges Bahnhofsempfangsgebäude Billerbeck-Lutum, die Wassermühle zu Haus Stapel in Havixbeck, die Gennericher Windmühle und die Wassermühle zu Schloss Darfeld in Rosendahl.

Aus: Landschaftsverband Westfalen-Lippe und Landschaftsverband Rheinland (Hrsg.): Kulturlandschaftlicher Fachbeitrag zur Landesplanung in Nordrhein-Westfalen. Münster, Köln. 2007

Internet
Erhaltende Kulturlandschaftsentwicklung in NRW (Abgerufen: 22.02.2013)

Literatur

Landschaftsverband Westfalen-Lippe; Landschaftsverband Rheinland (Hrsg.) (2007)
Erhaltende Kulturlandschaftsentwicklung in Nordrhein-Westfalen. Grundlagen und Empfehlungen für die Landesplanung (Kulturlandschaftlicher Fachbeitrag zur Landesplanung in Nordrhein-Westfalen / Fachgutachten zum Kulturellen Erbe in der Landesplanung). S. 71, Münster, Köln.

Bedeutsamer Kulturlandschaftsbereich Baumberge mit Coesfeld, Billerbeck und Nottuln (KLB 05.02)

Schlagwörter
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Archäologie, Denkmalpflege, Raumplanung
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:25.000 (kleiner als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn 2001
Koordinate WGS84
51° 59′ 18,71″ N, 7° 17′ 56,78″ O / 51.98853°, 7.2991°
Koordinate UTM
32U 383206.88 5761128.44
Koordinate Gauss/Krüger
2589283.04 5762424.84

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„Bedeutsamer Kulturlandschaftsbereich Baumberge mit Coesfeld, Billerbeck und Nottuln (KLB 05.02)”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/A-EK-20080730-0041 (Abgerufen: 27. März 2017)
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