Landesbedeutsamer Kulturlandschaftsbereich Senne mit angrenzendem Teutoburger Wald (KLB 7.01)

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Archäologie, Denkmalpflege, Raumplanung
Gemeinde(n): Augustdorf, Bad Lippspringe, Bielefeld, Detmold, Hövelhof, Lage (Nordrhein-Westfalen), Oerlinghausen, Paderborn, Schlangen, Schloß Holte-Stukenbrock
Kreis(e): Bielefeld, Gütersloh, Lippe, Paderborn
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Senne und Teutoburger Wald sind hier beschrieben als landesbedeutsamer Kulturlandschaftsbereich (KLB) wie im Fachbeitrag Kulturlandschaft zum Landesentwicklungsplan Nordrhein-Westfalen.

Die aufgrund ihrer geringen Fruchtbarkeit nur karg besiedelte Senne, die größte nährstoffarme Sandlandschaft in Nordrhein-Westfalen, ist in einem großen Teilgebiet durch die extensive Nutzung als Truppenübungsplatz seit 1851/1891 in Westfalen-Lippe nicht nur ein für Flora und Fauna, sondern auch in kulturgeschichtlicher Hinsicht einmaliges Terrain. Die z.T. ehemals als Wildpferdebahn (Senner Gestüt) genutzte Heidelandschaft wird durch extensive Unterhaltungspflege (Wanderschäferei) seitens des Naturschutzes gepflegt und erhalten. Der Truppenübungsplatz mit den Folgeeinrichtungen in der näheren Umgebung ist bedeutend sowohl wegen seiner Zeugniskraft für über 100 Jahre deutscher Militär- und Zeitgeschichte als auch wegen des Erhalts vorindustrieller Strukturen als Bau- und Bodendenkmäler.

Im angrenzenden Teutoburger Wald befinden sich vielfältige Spuren der Waldnutzung in der vorindustriellen Zeit wie Meiler- und Glashüttenstandorte sowie Hudewaldrelikte.

Die 1956 begonnene Sennestadt ist eine der wenigen städtischen Neugründungen in Westfalen-Lippe mit kompletter Infrastruktur nach dem Zweiten Weltkrieg. Mit den verschiedenen Typen des Wohnungsbaus und der Gestalt der zentralen Baulichkeiten (Rathaus, Kirchen) gibt die Sennestadt ein gutes und seinerzeit nicht nur in Deutschland diskutiertes Beispiel zeittypischer Vorstellungen über Architektur und Städtebau.

Konstituierende Merkmale aus dem Bestand an Bodendenkmälern sind die bronzezeitlichen Grabhügel im Bereich des Truppenübungsplatzes und die archäologischen Überreste des Schlosses Lopshorn.

Konstituierende Merkmale aus dem Bestand an Baudenkmälern:
Truppenübungsplatz Senne, Reste älterer Kulturtätigkeit (Dörfer Haustenbeck, Lippereihe und Taubenteich, historische Straßentrassen), Sennelager (Kasernen, Ställe, Reithallen und Kasinos ab 1891, Soldatenerholungsheim 1908, Lager Staumühle, Kriegsgefangenenlager ab 1915), Schloss Holte-Stukenbrock, Stalag 326 (1941-1945: Arrestgebäude, Entlausungsgebäude und Lagerkirche, die an der ehemaligen Lagerstraße liegen).

Aus: Landschaftsverband Westfalen-Lippe und Landschaftsverband Rheinland (Hrsg.): Kulturlandschaftlicher Fachbeitrag zur Landesplanung in Nordrhein-Westfalen. Münster, Köln. 2007

Internet
Erhaltende Kulturlandschaftsentwicklung in NRW (Abgerufen: 10.10.2013)

Literatur

Landschaftsverband Westfalen-Lippe; Landschaftsverband Rheinland (Hrsg.) (2007)
Erhaltende Kulturlandschaftsentwicklung in Nordrhein-Westfalen. Grundlagen und Empfehlungen für die Landesplanung (Kulturlandschaftlicher Fachbeitrag zur Landesplanung in Nordrhein-Westfalen / Fachgutachten zum Kulturellen Erbe in der Landesplanung). S. 73, Münster, Köln.

Landesbedeutsamer Kulturlandschaftsbereich Senne mit angrenzendem Teutoburger Wald (KLB 7.01)

Schlagwörter
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Archäologie, Denkmalpflege, Raumplanung
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:25.000 (kleiner als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn 2001
Koordinate WGS84
51° 52′ 13,49″ N, 8° 43′ 31,04″ O / 51.87041°, 8.72529°
Koordinate UTM
32U 481086.59 5746661.14
Koordinate Gauss/Krüger
3481152.37 5748520.24

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„Landesbedeutsamer Kulturlandschaftsbereich Senne mit angrenzendem Teutoburger Wald (KLB 7.01)”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/A-EK-20080730-0005 (Abgerufen: 23. September 2017)
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