Weiler Vorm Baum

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Radevormwald
Kreis(e): Oberbergischer Kreis
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Die Ersterwähnung erfolgte 1537 als „vur dem Bume“; 1715 in der Topographia Ducatus Montani noch als Einzelhof eingetragen, war Vorm Baum 1828 ein mittelgroßer Weiler mit Teichanlage. Im Nordosten befand sich vermutlich eine Obstwiese. Der Ortsname erklärt sich aus der Lage in unmittelbarer Nachbarschaft zur alten Landwehr.

Vorm Baum verfügt heute über einen sehr hohen Anteil an historischer Bausubstanz, darunter auch landwirtschaftliche Nebengebäude, sowie einen alten Baumbestand. Vorm Baum hatte 1828 eine größere Ausdehnung nach Süden. Dabei handelte es sich um Gartenland mit verstreut liegenden Gebäuden. Die im Westen vorbeiführende K 8 wurde in den 1960er Jahren begradigt und ausgebaut. Vorher war das westlichste Gebäude durch die Straße vom Ort getrennt. Benachbart dazu steht Nr. 2 mit zwei Hausbäumen (Linden). Das Gebäude stammt aus dem 19. Jahrhundert. Gemeinsam mit dem mittlerweile abgerissenen Nachbarhaus soll Nr. 2 früher als Wochenendhäuschen der in Mühlenfeld tätigen Fabrikanten genutzt worden sein. Das nicht mehr existierende Nachbarhaus war im Besitz von Paul Wellershaus, dem es ursprünglich als Sommeratelier, später als Wohnsitz diente.

Auf der südlichen Straßenseite befinden sich zwei Obstwiesen unbekannten Alters mit altem Baumbestand. Im Ortskern verfügen die alten, bereits 1828 eingetragenen Hofstellen 5 und 6 über zahlreiche und zum Teil alte Nebengebäude. Bei Nr. 5 steht eine große Esche. Der Weg zu Nr. 7 ist einseitig mit einer Eichenreihe bestanden. Auf dem benachbarten Grundstück steht eine alte Scheune. Auch hinter Nr. 5 befindet sich eine Obstwiese. Von den übrigen Gebäuden sind vor allem Nr. 8 und 9 zu erwähnen. Bei Nr. 8 ist teilweise Bruchsteinmauerwerk sichtbar, Nr. 9 ist ein altes Fachwerkhaus mit Obstbäumen im Garten und einer von Bäumen durchsetzten Außenhecke. Im Zentrum des Ortes steht ein wieder ausschlagender Stumpf einer mächtigen Esche. Es gibt viele Hecken und einen als Naturdenkmal eingetragenen Baum.
Im Ort lagen im 19. Jahrhundert mehrere Teiche. Heute ist nur noch ein erstmals 1913 auf der Topographischen Karte 1: 25.000 eingezeichneter Löschteich im Norden erhalten. Die Häuser von Vorm Baum sollen noch durchgängig eigene Brunnen haben.

(LVR-Fachbereich Umwelt, 2008)

Internet
Gruppe 13 - Kunstforum Radevormwald: Biographie Paul Wellershaus (1887–1976) (Abgerufen: 19.05.2011)

Literatur

Pampus, Klaus / Oberbergische Abteilung 1924 e.V. des Bergischen Geschichtsvereins (Hrsg.) (1998)
Urkundliche Erstnennungen oberbergischer Orte. (Beiträge zur Oberbergischen Geschichte, Sonderband.) Gummersbach.
Ploennies, Erich Philipp (1988)
Topographia Ducatus Montani (1715). In: Bergische Forschungen Band XX (hrsg. und bearb. von Burkhard Dietz), Neustadt/Aisch.

Weiler Vorm Baum

Schlagwörter
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Karten, Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung
Historischer Zeitraum
Beginn 1537
Koordinate WGS84
51° 14′ 38,8″ N, 7° 19′ 54,65″ O / 51.24411°, 7.33185°
Koordinate UTM
32U 383565.23 5678293.55
Koordinate Gauss/Krüger
2593042.45 5679647.39

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„Weiler Vorm Baum”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/A-BL-20080215-0183 (Abgerufen: 12. Dezember 2017)
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