Jüdischer Friedhof Lütz

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Gemeinde(n): Lütz
Kreis(e): Cochem-Zell
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Die jüdische Gemeinde Lütz seit dem frühen 19. Jahrhundert:
Zeitweise stellten im 19. Jahrhundert die jüdischen Einwohner über 10% der Dorfbevölkerung. 1932 angeschlossen an Treis.
Gemeindegröße um 1815: 22 (1808), um 1880: 44 (1885), 1932: 6 (1925) / 5 (1933), 2006: –.
Bethaus / Synagoge: 1808 (ebenso 1843) ist ein Betsaal bezeugt. Näheres über ihn oder eventuelle Nachfolger ist nicht bekannt (Angaben vorab nach Reuter 2007; auch das Internet-Verzeichnis synagogen.info weist das Gebäude nicht aus).
„In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts beschwerte sich ein jüdischer Mann aus Treis, in dessen Haus eine Betstube eingerichtet war, beim israelitischen Konsistorium in Bonn, dass die Treiser Juden in die Synagoge nach Lütz gehen würden anstatt die in seinem Haus vorhandene zu besuchen. Darauf ordnete das Konsistorium an, dass die Treiser Juden die heimatliche Synagoge besuchen sollten, und der Gemeindevorsteher von Lütz keine Treiser Gottesdienstbesucher mehr zulassen dürfe.“ (alemannia-judaica.de, Synagoge Lütz)

Friedhof: Der Friedhof für die Juden von Lütz und Treis wurde von 1832 bis 1937 belegt. (Reuter 2007)
Der Judenfriedhof in Lütz wurde spätestens um 1800 außerhalb des Ortes zum Lützbachtal hin angelegt und von 1832 bis 1937 belegt. Es gibt einen älteren, unmittelbar zum Bach hin gelegenen Teil (Gemarkung „Auf der Kort“) sowie einen 1872/73 als Erweiterung angelegten etwas weiter oberhalb gelegenen Teil (Gemarkung „In der Krumme“). Die gesamte Friedhofsfläche umfasste insgesamt 1600 Quadratmeter (heute sind noch etwa 700 Quadratmeter erhalten). 1943 musste der Begräbnisplatz zwangsweise verkauft werden. Erhalten sind hier 32 Grabsteine (uni-heidelberg.de), von denen zwei offenbar von dem älteren Friedhofsteil stammen.
„Von den vor 1862 im älteren Teil beigesetzten Personen sind keine Grabsteine mehr vorhanden.“ (alemannia-judaica.de, Jüdischer Friedhof).

Denkmalzone
Die Gemarkung „Jüdischer Friedhof, südlich des Ortskerns (in der Kumm), umzäuntes Areal mit 30 Grabstelen“ ist als geschütztes Kulturdenkmal (Denkmalzone) ausgewiesen (Denkmalverzeichnis Kreis Cochem-Zell 2011, S. 30).

(Franz-Josef Knöchel, LVR-Redaktion KuLaDig, 2013)

Internet
www.alemannia-judaica.de: Jüdischer Friedhof Lütz (abgerufen 02.07.2013)
www.alemannia-judaica.de: Synagoge Lütz (abgerufen 02.07.2013)
www.uni-heidelberg.de: Jüdischer Friedhof Lütz (abgerufen 02.07.2013)
de.wikipedia.org: Jüdischer Friedhof (Lütz) (abgerufen 14.11.2018)

Literatur

Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (Hrsg.) (2011)
Nachrichtliches Verzeichnis der Kulturdenkmäler, Kreis Cochem-Zell (Denkmalverzeichnis Kreis Cochem-Zell, 29. Dezember 2011). S. 30, Koblenz.
Reuter, Ursula (2007)
Jüdische Gemeinden vom frühen 19. bis zum Beginn des 21. Jahrhunderts. (Geschichtlicher Atlas der Rheinlande, VIII.8.) S. 61, Bonn.

Jüdischer Friedhof Lütz

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
In der Kumm
Ort
56290 Lütz
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Geschütztes Kulturdenkmal gem. § 8 DSchG Rheinland-Pfalz
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn vor 1800
Koordinate WGS84
50° 09′ 28,28″ N, 7° 21′ 34,92″ O / 50.15786°, 7.3597°
Koordinate UTM
32U 382832.73 5557469.93
Koordinate Gauss/Krüger
2597207.42 5558852.5

Empfohlene Zitierweise

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„Jüdischer Friedhof Lütz”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-68770-20130702-6 (Abgerufen: 17. November 2018)
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