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Jüdischer Friedhof Gensemerstraße in Schwarzrheindorf / Beuel (Bonn)

Jüdischer Friedhof Gensemerstraße in Schwarzrheindorf / Beuel (2011)

Jüdischer Friedhof in Schwarzrheindorf / Beuel (2011)
Copyright-Hinweis: Knöchel, Franz-Josef / CC-BY-SA 3.0
Fotograf/Urheber: Knöchel, Franz-Josef
Medientyp: Bild

Die jüdische Gemeinde in Beuel seit dem frühen 19. Jahrhundert:
1854 erhielten die Beueler Juden den Status einer Spezialgemeinde innerhalb der Synagogengemeinde Bonn; 1875 wurde der Synagogenverband mit Bonn aufgelöst.
Gemeindegröße um 1815: 120 (1828), um 1880: 182 (1885), 1932: 130, 2006: –.
Bethaus / Synagoge: Um 1808 wird ein Bethaus genannt. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts sowie 1903 wurden auf dem jeweils gleichen Grundstück Synagogen errichtet. 1938 wurde das Gebäude zerstört (vorstehende Angaben alle nach Reuter 2007).

Friedhof: Die Beueler Juden benutzten zusammen mit den Bonnern den Friedhof in Schwarzrheindorf. Dieser ältere jüdische Friedhof wurde wohl schon im 17. Jahrhundert eingerichtet, der älteste Grabstein ist von 1623. Der Begräbnisplatz wurde 1818 von der jüdischen Gemeinde in Bonn erworben und ist sowohl von dieser als auch von der Gemeinde in Beuel genutzt worden. 1898 wurde die Friedhofsfläche geteilt, die nördliche Parzelle ging zur Synagogengemeinde Villich, der südliche Teil blieb im Besitz der Bonner Gemeinde. Durch die Installation von Flugabwehrgerät 1939 ist der Friedhof erheblich beschädigt worden (uni-heidelberg.de).

Der Friedhof liegt außerhalb des Ortes in der Gensemerstraße, zwischen der Schwarzrheindorfer Kläranlage und der Friedrich-Ebert-Brücke, unmittelbar dem 2011 neu angelegten Wall (Hochwasserdeich am Rheinufer) mit Rad- und Fußgängerweg.
Der baumbestandene, in seinem Pflegezustand verbesserungswürdige Begräbnisplatz ist mit einem einfachen Maschendrahtzaun und zwei Eingangspforten umgeben. Da eine der beiden Pforten offen steht und der Zaun sich in einem sehr schlechten Zustand befindet (vergleiche die Bilder in der Mediengalerie, Oktober 2011), ist der Friedhof gut zugänglich. Eine Bank lädt zum Verweilen ein.
In der Umgebung findet sich kein Hinweischild auf den Jüdischen Friedhof und auch keinerlei Information an ihm selbst. Gerade an diesem Ort ließe sich ohne größeren Aufwand ein Ort des jüdischen Kulturerbes an die hier zahlreichen Spaziergänger und Radfahrer vermitteln.

416 Inschriften aus den Jahren 1623 bis 1956 sind in der epigraphischen Datenbank epidat des Essener Steinheim-Instituts dokumentiert.

Das Objekt „Jüdischer Friedhof Schwarzrheindorf, Am Hochwasser / Hochwasserdamm“ ist ein eingetragenes Baudenkmal (Denkmalliste Bonn, Nr. A 1854 / LVR-Amt für Denkmalpflege im Rheinland, Nr. 29258).

(Franz-Josef Knöchel, LVR-Redaktion KuLaDig, 2011/2014)

Internet
www.uni-heidelberg.de, Projekt: Jüdische Friedhöfe in Deutschland, Schwarzrheindorf (abgerufen 14.06.2011)
www.steinheim-institut.de: epidat, Bonn-Schwarzrheindorf (abgerufen 07.04.2014)

Literatur

Pracht, Elfi (1997): Jüdisches Kulturerbe in Nordrhein-Westfalen, Teil I: Regierungsbezirk Köln. (Beiträge zu den Bau- und Kunstdenkmälern im Rheinland 34.1). Köln, S. 468 u. 480-481.

Reuter, Ursula (2007): Jüdische Gemeinden vom frühen 19. bis zum Beginn des 21. Jahrhunderts. (Geschichtlicher Atlas der Rheinlande, VIII.8). Bonn, S. 28.

Stadt Bonn, Amt 61-02 (Untere Denkmalbehörde) (Hrsg.) (2012): Liste der gem. § 3 DSchG NW in die Denkmalliste eingetragenen Baudenkmäler, Bodendenkmäler, beweglichen Denkmäler und Denkmalbereiche der Stadt Bonn (Stand: 01.01.2012). Bonn, S. 25.
Online verfügbar: www.bonn.de, PDF-Datei "denkmalliste2012" (Abgerufen: 01.10.2013).

Jüdischer Friedhof Gensemerstraße in Schwarzrheindorf / Beuel

Schlagwörter: Jüdischer Friedhof, Judentum, Bethaus, Synagoge, Baudenkmal
Fachsichten: Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Erfassungsmaßstab: i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode: Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung
Historischer Zeitraum: Beginn 1601 bis 1700
Empfohlene Zitierweise: „Jüdischer Friedhof Gensemerstraße in Schwarzrheindorf / Beuel”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: http://www.kuladig.de/Objektansicht.aspx?extid=O-12233-20110614-4 (Abgerufen: 26. Oktober 2014)

ESRI_AGS_NET_WEBADF 9.3.1.3500

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Gemeinde: Bonn
Kreis: Bonn

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