Kotten Brohn in Kettwig

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Essen (Nordrhein-Westfalen)
Kreis(e): Essen (Nordrhein-Westfalen)
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
In den Heistershecken in Essen Kettwig an der Kreuzung zur Meisenburgstraße steht der in den 1980er Jahren umgebaute Kotten Brohn aus dem 18. Jahrhundert.

Der Heimatforscher Herbert Schmitz beschreibt die wechselnden Besitzverhältnisse:
„Im Jahre 1797 besaß Jakob Herkendell mit seiner Ehefrau Elisabeth geb. Lohbeck neben dem eigenen Kotten auch dieses Anwesen, auf der Flur 'im Heister' gelegen. Um 1825 wurden im Güterverzeichnis ca. 11 ¾ preußische Morgen {etwa drei Hektar, ca. 30.000 Quadratmeter) eingetragen.

1839 erwarben aus der Erbengemeinschaft Herkendell heraus die Eheleute Hermann Herkendell und Maria geb. Klaumann für 698 Taler den Kotten. Diese erfreuen sich nicht lange ihres Besitzes. Es kommt 1851 zu einer Subhastation (Versteigerung), bei der die Eheleute Heinrich Brohn und Magdalene geb. in der Wiesche aus Menden das Anwesen für 1660 Taler erwerben.

Ihr Sohn, der Maurermeister Wilhelm Brohn, übernimmt 1875 den Kotten und lässt ihn schon zwei Jahre später für 10.601 Mark versteigern.
Der neue Besitzer ist der Weber Peter Köhler aus Kettwig, der den Kotten 1891 an seine Tochter Wilhelmine Kühler, verheiratet mit dem Bergmann Otto Morning, weitergibt.“

Es handelt sich um einen ehemaligen Bergmannskotten aus dem 19. Jahrhundert in Backsteinbauweise mit hofseitig gelegenem T-förmigen Anbau in Fachwerkkonstruktion. Der Kotten wurde von dem Mitbegründer der Zeche Erbenbank (1802 gegründet) erbaut. Das Haus dokumentiert eine Entwicklungsphase des Bergbaus und die Lebens- und Wohnverhältnisse der im ländlichen Bereich lebenden und arbeitenden Bergleute. Es hat Bedeutung für die Siedlungsgeschichte der Stadt Essen und für die Entwicklung der Arbeits- und Produktionsverhältnisse. Seine Erhaltung und Nutzung liegt aus volkskundlichen und wissenschaftlichen Gründen im öffentlichen Interesse, da es die Lebensform jener Zeit dokumentiert und Anschauungsobjekt für die Forschungstätigkeit der Wissenschaft ist. Umfang des Schutzes: Der Denkmalschutz bezieht sich sowohl auf das Inneren als auch das Äußere des Hauptbaus. Vom Hofanbau werden nur das äußere Mauerwerk, die Dachkonstruktion sowie das innere Ständerwerk mit den Gefachen geschützt.  

Die Hofanlage in Kettwig ist ein eingetragenes Baudenkmal (Denkmalliste Essen, laufende Nr. 182).

(Karl-Heinz Buchholz, LVR-Abteilung Kulturlandschaftspflege; LVR-Amt für Denkmalpflege im Rheinland, 2010)

Literatur

Schmitz, Herbert (1998)
Bredeney - Rittersitze, Höfe, Kotten und ihre Bewohner. Ein Beitrag zur Siedlungsgeschichte. S. 162, Bottrop, Essen.

Kotten Brohn in Kettwig

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Meisenburgstraße 370
Ort
45219 Essen - Kettwig
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Karten, Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung
Historischer Zeitraum
Beginn 1750 bis 1797
Koordinate WGS84
51° 22′ 49,22″ N, 6° 56′ 0,12″ O / 51.38034°, 6.93337°
Koordinate UTM
32U 356180.8 5694148.16
Koordinate Gauss/Krüger
2565025.53 5694373.31

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„Kotten Brohn in Kettwig”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-P-KHB-20100212-0010 (Abgerufen: 23. September 2017)
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