Die Gammersbacher Mühle liegt am gleichnamigen Gammersbach, einem Zufluss der Sülz. Die wasserbaulichen Anlagen sind erhalten: Der Obergraben beginnt ungefähr 200 Meter vor der Hofanlage, im Bereich des Zuflusses des Muchensiefens (von Südost kommend), auf der Höhe alter Fischteichanlagen. Hier biegt der Gammersbach in einer Kurve nach Nordenwesten ab, der Obergraben verläuft weiter entlang der Geländekante und mündet an der Rückseite des Mühlengebäudes in den Mühlenteich, der aktuell stark zugewachsen ist. Vorgelagert liegt ein weiterer Teich, der allerdings nicht mehr in Nutzung ist. Das Wasser wird von oben auf das Wasserrad im Mühlengebäude zugeführt und unterirdisch über den Untergraben zurück in den Gammersbach geleitet.
Gebäude
Die Mühle ist Teil einer Hofanlage mit Nebengebäuden (Stall, Scheune). Das zweigeschossige Fachwerkgebäude besitzt einen Bruchsteinsockel. Die Mühle ist in den rechten Teil des Gebäudes integriert und besitzt zwei Mahlgänge. Das oberschlächtige eiserne Wasserrad ist eingehaust (innenliegend), aber von außen sichtbar. Die technischen Anlagen sind komplett erhalten und am Mühlentag und anderen Anlässen kann geschrotet werden. Aktuell (2026) ist allerdings der Zulauf zum Wasserrad defekt, so dass die Anlage nicht in Betrieb genommen werden kann.
Geschichte
Die Gammersbacher Mühle wurde im Jahr 1688 urkundlich erwähnt, soll aber bereits 1522 zur nahegelegenen Burg Schönrath gehört haben (Nicke 1998).
Teile des Gebäudes sollen im Jahr 1613 errichtet worden sein. Das heute vorhandene Fachwerkwohnhaus stammt im Kern aus dem 18. Jahrhundert und wurde im 19. und 20. Jahrhundert baulich ergänzt.
1827 wird Gerhard Bonn als Eigentümer geführt.
Die Mühle war bis 1990 in Betrieb.
Sie ist eine der wenigen noch intakten Mühlen im Bergischen Land und wird heute noch zu Schauzwecken genutzt.
Die Gammersbacher Mühle ist ein beliebtes Ausflugsziel. Eine Besichtigung ist möglich und es werden verschiedene Freizeitaktivitäten, wie Kutsch- und Planwagenfahrten, Ponyreiten, Bogenschießen und Streichelzoo angeboten; darüber hinaus besteht eine Gastronomie. In der hauseigenen Backstube wird im Steinbackofen regelmäßig Brot und Kuchen gebacken. (www.gammersbacher-muehle.de)
Hinweis
Die Gammersbacher Mühle steht unter Denkmalschutz (Liste der Baudenkmäler der Stadt Lohmar, Denkmal-Nummer 11).
( LVR-Abteilung Kulturlandschaftspflege, Christoph Boddenberg und Karl-Heinz Buchholz, 2017; überarbeitet Julia König, 2026)
Internet
www.gammersbacher-muehle.de: Die Gammersbacher Mühle (abgerufen 26.01.2026)
www.rmdz.de: Rheinisches Mühlen-Dokumentationszentrum e.V. (RMDZ): Mühlenrecherche - Gammersbacher Mühle (abgerufen 26.01.2026)