Schönbornbrünnchen in Metternich

Brunnenstube und Belüftungsturm der kurfürstlichen Wasserleitung

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Gemeinde(n): Koblenz
Kreis(e): Koblenz
Bundesland: Rheinland-Pfalz
  • Schönbornbrünnchen in Metternich in Koblenz (2014)

    Schönbornbrünnchen in Metternich in Koblenz (2014)

    Copyright-Hinweis:
    Meiers, Friederike
    Fotograf/Urheber:
    Meiers, Friederike
    Medientyp:
    Bild
    Anklicken öffnet eine größere Vorschau in Galerieansicht
  • Inschriftenstein am Schönbornbrünnchen, der gefassten Geisenbornquelle in Koblenz-Metternich (2014)

    Inschriftenstein am Schönbornbrünnchen, der gefassten Geisenbornquelle in Koblenz-Metternich (2014)

    Copyright-Hinweis:
    Serwas, Anna
    Fotograf/Urheber:
    Serwas, Anna
    Medientyp:
    Bild
    Anklicken öffnet eine größere Vorschau in Galerieansicht
  • Schönbornbrünnchen - Brunnenstube und Belüftungsturm der kurfürstlichen Wasserleitung in Koblenz-Metternich (2014)

    Schönbornbrünnchen - Brunnenstube und Belüftungsturm der kurfürstlichen Wasserleitung in Koblenz-Metternich (2014)

    Copyright-Hinweis:
    Serwas, Anna
    Fotograf/Urheber:
    Serwas, Anna
    Medientyp:
    Bild
    Anklicken öffnet eine größere Vorschau in Galerieansicht
  • Schönbornbrünnchen - Brunnenstube und Belüftungsturm der kurfürstlichen Wasserleitung in Koblenz-Metternich (2014)

    Schönbornbrünnchen - Brunnenstube und Belüftungsturm der kurfürstlichen Wasserleitung in Koblenz-Metternich (2014)

    Copyright-Hinweis:
    Serwas, Anna
    Fotograf/Urheber:
    Serwas, Anna
    Medientyp:
    Bild
    Anklicken öffnet eine größere Vorschau in Galerieansicht
  • Schönbornbrünnchen in Metternich in Koblenz (2014)

    Schönbornbrünnchen in Metternich in Koblenz (2014)

    Copyright-Hinweis:
    Meiers, Friederike
    Fotograf/Urheber:
    Meiers, Friederike
    Medientyp:
    Bild
    Anklicken öffnet eine größere Vorschau in Galerieansicht
  • Der Wasserlauf und die Gedenkplatte am Schönbornbrünnchen in Metternich in Koblenz (2014)

    Der Wasserlauf und die Gedenkplatte am Schönbornbrünnchen in Metternich in Koblenz (2014)

    Copyright-Hinweis:
    Meiers, Friederike
    Fotograf/Urheber:
    Meiers, Friederike
    Medientyp:
    Bild
    Anklicken öffnet eine größere Vorschau in Galerieansicht
Das sogenannte Schönbornbrünnchen wurde im Rahmen des Ausbaus der kurfürstlichen Wasserleitung der Stadt Koblenz von 1783 bis 1786 errichtet. Die Brunnenstube und der angeschlossene Wasser- und Belüftungsturm der Geisenbornquelle befinden sich in der Geisbachstraße im Koblenzer Stadtteil Metternich am Fuße des Kimmelberges.
Schon in der Mitte des 18. Jahrhunderts wurde mit dem Bau der Wasserleitung, die von der Quelle des Geisbachs über die Rohrer Höfe in Metternich, den Stadtteil Lützel und die Balduinbrücke führen sollte, unter der Leitung von Kurfürsten Franz Georg von Schönborn begonnen. Da es aber beim Bau zu technischen Schwierigkeiten kam, wurde der Ausbau zunächst verworfen, ehe 1783 anlässlich des Neubaus des kurfürstlichen Schlosses in der Neustadt, der von 1777 bis 1793 andauerte, erneute Baumaßnahmen initiiert wurden.
Durchgeführt wurde der Bau der Wasserleitung unter dem Kurfürsten Clemens Wenzeslaus von Sachsen vom kurfürstlichen Hofbrunnenmeister Georg Kirn. Er baute die Wasserleitung von Metternich bis zum neuen kurfürstlichen Schloss aus und erneuerte die Metternicher Brunnenstube, die aus einer Stollenfassung mit seitlichen Sammelrinnen und Wasserzuläufen und einem Sammelbecken aus Marmor bestand.

Auf dem Weg der Wasserleitung wurden drei Wassertürme errichtet, die zur Be- und Entlüftung der Rohre dienen sollten. Heute ist nur noch der Wasserturm, der sich auf halber Höhe des Kimmelberges befindet, erhalten. Die beiden anderen Türme, die sich östlich der Rohrer Höfe und am Fuße des Petersberges, südwestlich der späteren Feste Franz, befanden, stehen heute nicht mehr. Allerdings lässt der Straßenname „Am Metternicher Wasserturm“ auf den damaligen Standort des Wasserturms schließen.
Der noch erhaltene Belüftungsturm am Kimmelberg hat die Form eines Zylinders und verfügt über mehrere rechteckige fensterartige Öffnungen mit einem Basaltrahmen. Der heute weiß verputzte Turm steht auf einer aus großen Steinquadern bestehenden Mauer und hat ein hölzernes Traufgesims.

Über die kurfürstliche Wasserleitung konnte nicht nur das kurfürstliche Schloss mit Wasser versorgt werden, sondern auch der Clemensbrunnen, der sich heute auf dem nach dem Koblenzer Weinhändler und Unternehmer Johann Friedrich Deinhard (1772-1827) benannten Deinhardplatz befindet, wurde ab 1791, der Brunnen auf dem Kastorhof ab 1805 und der Brunnen auf dem Plan ab 1806 mit Wasser aus der kurfürstlichen Wasserleitung gespeist.

Während des Zweiten Weltkrieges wurden Geisbachquelle und Wasserleitung zerstört, sodass Reparaturarbeiten unumgänglich waren.
Genutzt wurden Quelle und Wasserleitung bis 1986. 1988 wurde der noch erhaltene Belüftungsturm restauriert und vom Koblenzer Bildhauer Rudi Scheuermann mit einem Wasserlauf gestaltet. Neben dem Wasserlauf ist an der Mauer eine Gedenkplatte angebracht worden, die das Relief des kurfürstlichen Schlosses und des Clemensbrunnens hat. Auf der Platte steht neben dem Namen der Quelle: „Die Quelle dient seit 1786 der Wasserversorgung. Die erste Wasserleitung, 1783–1786 erstellt, führte von hier über die Balduinbrücke zum Schloss.“
Im Jahr 2004 erhielt das halbkugelförmige Dach des Turmes eine neue Kupferschicht.

Da die Quelle im Jahr 1786 die erste Koblenzer kurfürstliche Wasserleitung speiste, werden Brunnen und Wasserturm oft als Denkmäler für die damaligen ingenieur-technischen Leistungen bezeichnet. Der Turm soll an diese Leistungen erinnern und das Wirken des Landesherren für seine Stadt dokumentieren (Weber 2013, S. 224).

(Friederike Meiers und Anna Serwas, Universität Koblenz-Landau, 2014)

Literatur

Weber, Ulrike / Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (Hrsg.) (2013)
Stadt Koblenz, Stadtteile. (Kulturdenkmäler in Rheinland-Pfalz, Band 3.3 / Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland.) Worms.

Schönbornbrünnchen in Metternich

Schlagwörter
Ort
56072 Koblenz - Metternich
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Geschütztes Kulturdenkmal gem. § 8 DSchG Rheinland-Pfalz
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung
Historischer Zeitraum
Beginn 1750 bis 1786
Koordinate WGS84
50° 21′ 28,31″ N, 7° 33′ 12,72″ O / 50.35786°, 7.55353°
Koordinate UTM
32U 397109.47 5579421.18
Koordinate Gauss/Krüger
3397143.44 5581213.22

Empfohlene Zitierweise

Urheberrechtlicher Hinweis
Der hier präsentierte Inhalt ist urheberrechtlich geschützt. Die angezeigten Medien unterliegen möglicherweise zusätzlichen urheberrechtlichen Bedingungen, die an diesen ausgewiesen sind.
Empfohlene Zitierweise
„Schönbornbrünnchen in Metternich”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-97474-20140724-2 (Abgerufen: 19. August 2018)
Wir verwenden Cookies, um die Nutzbarkeit unserer Seiten zu optimieren. Falls Sie mit der Speicherung von Cookies nicht einverstanden sind, finden Sie weitere Informationen auf unserer Internetseite.
Seitenanfang