Streuobst-Themenweg in Glehn

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Naturschutz
Gemeinde(n): Mechernich
Kreis(e): Euskirchen
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Ein junger Kirschbaum auf einer Streuobstwiese bei Euskirchen (2009). Im Hintergrund sind neu gepflanzte und gegen Verbiss geschützte Jungbäume zu sehen.

    Ein junger Kirschbaum auf einer Streuobstwiese bei Euskirchen (2009). Im Hintergrund sind neu gepflanzte und gegen Verbiss geschützte Jungbäume zu sehen.

    Copyright-Hinweis:
    Biologische Station im Kreis Euskirchen e.V.
    Fotograf/Urheber:
    Jennifer Thelen
    Medientyp:
    Bild
    Anklicken öffnet eine größere Vorschau in Galerieansicht
  • Eine Streuobstwiese bei Mechernich-Glehn mit alten Obstbäumen (Herbst 2013).

    Eine Streuobstwiese bei Mechernich-Glehn mit alten Obstbäumen (Herbst 2013).

    Copyright-Hinweis:
    Biologische Station im Kreis Euskirchen e.V.
    Fotograf/Urheber:
    Jennifer Thelen
    Medientyp:
    Bild
    Anklicken öffnet eine größere Vorschau in Galerieansicht
  • Eine neu angelegte Streuobstwiese bei Mechernich-Glehn wird mit Schafen beweidet (2013).

    Eine neu angelegte Streuobstwiese bei Mechernich-Glehn wird mit Schafen beweidet (2013).

    Copyright-Hinweis:
    Biologische Station im Kreis Euskirchen e.V.
    Fotograf/Urheber:
    Jennifer Thelen
    Medientyp:
    Bild
    Anklicken öffnet eine größere Vorschau in Galerieansicht
Was ist eine Streuobstwiese?
Eine Streuobstwiese besteht aus Obstbäumen und Grünland. Die hochstämmigen Obstbäume (Kronenhöhe ab 1,80 m) zeichnen sich durch eine ausladende Krone und einen weiten Pflanzabstand von etwa 8-12 m aus. Dadurch können auf einem Hektar Fläche etwa 60-120 Bäume Platz finden, die Obst liefern (Obernutzung) und gleichzeitig den Wiesenpflanzen genügend Licht zum Wachsen lassen, sodass eine Unternutzung als Mähwiese oder Viehweide möglich ist. Die Streuobstwiese ist ein Trittsteinbiotop zwischen Wald- und Wiesenlebensraum und bietet durch verschiedene Stockwerke eine Vielzahl an Lebensräumen für Pflanzen, Tiere und Pilze. Streuobstwiesen befanden sich früher oft in Streulage rund um die Dörfer und bildeten dort geschlossene Streuobstgürtel, die heute noch in Fragenten vorhanden sein können.

Streuobstwiesen gehören aufgrund der Intensivierung der Landwirtschaft zu den stark gefährdeten Lebensräumen in Nordrhein-Westfalen. Die Streuobstwiesen rund um die Ortschaft Glehn zeichnen sich durch ihre Arten- und Sortenvielfalt und durch ihre unterschiedliche Altersstruktur aus. Dass diese Flächen bis heute erhalten blieben, verdanken wir dem Einsatz der lokalen Streuobstinteressierten.

Der Streuobstthemenweg Glehn bietet den Besuchern einen Einblick in die Sortenvielfalt, den Lebensraum, die Bewirtschaftung und Pflege der lokalen Streuobstwiesen. Durch die Streuobstwiesen bei Glehn wird das historisch gewachsene Landschaftsbild am Rande der Ortschaft ersichtlich und bietet sich in seiner einzigartigen Schönheit dem Besucher dar.
Die Glehner Streuobstwiesen entstanden in den letzten beiden Jahrhunderten und sind heute nur noch teilweise vorhanden. Die alten Bäume sind größtenteils hohl und beherbergen viele gefährdete Tierarten (Steinkauz, Siebenschläfer, Hornissen).
Neben diesen ökologisch hochwertigen Flächen sind größere Neuanpflanzungen vorgenommen worden, bei denen heimische Sorten, wie z. B. die Sternrenette, bevorzugt angepflanzt wurden. Die Vielfalt dieser Lokalsorten wird größtenteils durch die Arbeit von regional agierenden Interessensgruppen (z. B. Renette Eifeler Obstwiesen e.V., Genossenschaft SoNNe, FÖNO GbR) bewahrt, denn durch zunehmende Überalterung und mangelnde Pflege der heimischen Streuobstbestände droht der Verlust dieses bedeutenden Kulturgutes, auf den sich in den vergangenen Jahrhunderten die bäuerliche Selbstversorgerkultur stützte.

Mit Zunahme der Obstimporte im Industriezeitalter und der Intensivierung der Landwirtschaft wurde das Zweinutzungsystem der Streuobstwiesen als Weide und Obstanbaufläche verdrängt und ist heute als kulturlandschaftliches Relikt und ökologischer Rückzugsraum für Tier- und Pflanzenarten zu betrachten.
Der Ort Glehn bietet mit liebevoll gepflegten Fachwerkhäusern und der historischen St. Andreas Kirche ein erholsames Ambiente für Wanderer und Radfahrer.

Themenweg
Der Themenweg startet in der Nähe des Glehner Friedhofes, Grüner Weg (Gemeinde Mechernich, 53894). Dort sind Parkplätze vorhanden. Der Weg ist für Rollstuhlfahrer nicht geeignet, da starke Steigungen und teilweise unbefestigte Wege zu bewältigen sind.
Die Weglänge beträgt ca. 2 Kilometer. Besonders sehenswert sind auch die nicht im Weg integrierten alten Streuobstbestände in der Mühlenbergstraße. Dort sind drei unterschiedlich alte Bestände, ein Teichbiotop und eine weitere LVR-Informationstafel zu sehen. Hinweise zum Standort finden sich auf der Einführungstafel vor Ort.

(Jennifer Thelen, Biologische Station im Kreis Euskirchen, 2015)

Streuobst-Themenweg in Glehn

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Grüner Weg
Ort
53894 Mechernich
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Naturschutz
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Geländebegehung/-kartierung, Fernerkundung, mündliche Hinweise Ortsansässiger, Ortskundiger
Historischer Zeitraum
Beginn 1900
Koordinate WGS84
50° 36′ 17,94″ N, 6° 35′ 44,92″ O / 50.60498°, 6.59581°
Koordinate UTM
32U 329880.21 5608658.01
Koordinate Gauss/Krüger
2542222.44 5607872.97

Empfohlene Zitierweise

Urheberrechtlicher Hinweis
Der hier präsentierte Inhalt ist urheberrechtlich geschützt. Die angezeigten Medien unterliegen möglicherweise zusätzlichen urheberrechtlichen Bedingungen, die an diesen ausgewiesen sind.
Empfohlene Zitierweise
„Streuobst-Themenweg in Glehn”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-93810-20140602-3 (Abgerufen: 21. November 2018)
Wir verwenden Cookies, um die Nutzbarkeit unserer Seiten zu optimieren. Falls Sie mit der Speicherung von Cookies nicht einverstanden sind, finden Sie weitere Informationen auf unserer Internetseite.
Seitenanfang