Katholische Pfarrkirche St. Peter in Herchen

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Gemeinde(n): Windeck
Kreis(e): Rhein-Sieg-Kreis
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Die katholische Pfarrkirche St. Peter in Windeck-Herchen, Ansicht von Norden (2014)

    Die katholische Pfarrkirche St. Peter in Windeck-Herchen, Ansicht von Norden (2014)

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  • Oberer Teil des viergeschossigen Westturms der katholischen Pfarrkirche St. Peter in Windeck-Herchen (2014)

    Oberer Teil des viergeschossigen Westturms der katholischen Pfarrkirche St. Peter in Windeck-Herchen (2014)

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  • Hinweistafel mit Informationen zur Pfarrkirche St. Peter und der auf einem Fresko aus dem 15. Jahrhundert im südlichen Seitenschiff der Kirche dargestellten "Hühnerlegende" (2014)

    Hinweistafel mit Informationen zur Pfarrkirche St. Peter und der auf einem Fresko aus dem 15. Jahrhundert im südlichen Seitenschiff der Kirche dargestellten "Hühnerlegende" (2014)

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  • Die katholische Pfarrkirche St. Peter in Windeck-Herchen, Ansicht von Süden (2014)

    Die katholische Pfarrkirche St. Peter in Windeck-Herchen, Ansicht von Süden (2014)

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  • Gedenktafeln für die Herchener Gefallenen des Ersten und des Zweiten Weltkriegs beiderseits einer Kreuzigungsdarstellung an der Südfassade der Herchener Pfarrkirche St. Peter (2014)

    Gedenktafeln für die Herchener Gefallenen des Ersten und des Zweiten Weltkriegs beiderseits einer Kreuzigungsdarstellung an der Südfassade der Herchener Pfarrkirche St. Peter (2014)

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  • Der viergeschossige Westturm der katholischen Pfarrkirche St. Peter in Windeck-Herchen (2014).

    Der viergeschossige Westturm der katholischen Pfarrkirche St. Peter in Windeck-Herchen (2014).

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  • Einzelner Grabstein an der Südfassade der Windeck-Herchener Pfarrkirche St. Peter (2014)

    Einzelner Grabstein an der Südfassade der Windeck-Herchener Pfarrkirche St. Peter (2014)

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  • Katholische Pfarrkirche St. Peter in Windeck-Herchen (2014)

    Katholische Pfarrkirche St. Peter in Windeck-Herchen (2014)

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Die im Jahr 1131 zum Besitz des Bonner Cassiusstifts gezählte Pfarrkirche St. Peter diente über mehr als 200 Jahre als Simultankirche beider Konfessionen des Orts. Ein Fresko in einem Seitenschiff stellt die Legende vom „Galgen- und Hühnerwunder“ dar.

Zur Ortsgeschichte von Herchen
Der Ort Herchen (früher auch Herchingen) geht wohl auf eine Gründung in fränkischer Zeit zurück. Eine erste Erwähnung erfolgte im 10. Jahrhundert (HbHistSt NRW 2006), urkundlich wird dann im Jahr 1131 die Kirche Sankt Peter fassbar.
Das Herchener Kloster geht auf eine Stiftung der Gräfin Mechthild von Sayn zurück. In einer Urkunde vom 29. August 1247 willigen die Gebrüder von Sponheim (namentlich Johann Graf von Sponheim, Heinrich Herr von Heinsberg (bei Aachen), Simon und Eberhard) gemäß dem Testament des Grafen Heinrich von Sayn der Stiftung eines Klosters in Herchen durch dessen Witwe Mechthild zu (MRhUB 3, Nr. 912). Dieses Kloster wurde aber bereits 1581 aufgelöst und dem Kloster Merten unterstellt.
Zwischen ca. 1360 und 1450 fiel der Ort Herchen zur Grafschaft Berg (im Amt Blankenberg). Im Jahr 1555 ist Herchen als bergischer Gerichtsort belegt (Holdt 2008). Die bis dahin selbständige Gemeinde Herchen (seit 1818 Bürgermeisterei) wurde am 1. August 1969 als Ortsteil in die Gemeinde Windeck eingegliedert.

Die katholische Pfarrkirche und zeitweise Simultankirche St. Peter
Bereits bei der Ersterwähnung der Pfarrkirche St. Peter im Jahr 1131 wird diese zum Besitz des Bonner Cassiusstifts gezählt.
Der viergeschossige Westturm über dem rundbogigen Hauptportal und die unteren Teile des Langhauses des dreischiffigen Bruchsteinbaus stammen von um 1200, der Chor und die Seitenchöre werden auf die Spätgotik des 14. bzw. 15. Jahrhundert datiert. Der kleine Turmreiter auf der Ostseite des Mittelschiffs stammt aus dem Jahr 1764.
Im Inneren der Kirche befindet sich ein gotischer Taufstein aus Trachyt (13./14. Jahrhundert), ferner ein Wandschränkchen im Chor, ein Weihwasserbecken im Langhaus und ein Triumphkreuz (angeblich aus der Schule von Tilman Riemenschneider), welche in die spätgotische Zeit datiert werden.

Im Zuge der Reformation wurde der Ort Herchen lutherisch und die Kirche St. Peter im Jahr 1578 evangelisch. Die wenigen verbliebenen Katholiken nutzten zunächst die alte Klosterkirche, bevor St. Peter ab dem 17. Jahrhundert bis 1876 als Simultankirche beider Konfessionen diente – als Beginn des Simultaneums, d.h. die Gewähr der freien Ausübung beider Konfessionen, wird für Herchen das Jahr 1672 genannt (HbHistSt NRW 2006).
Erst nach einem offenbar länger andauerndem Streit um die Beteiligung an den Kosten verzichtete die evangelische Gemeinde auf die Mitbenutzung der Kirche St. Peter und begann 1876 mit dem Bau der 1878/79 fertiggestellten evangelischen Kirche.

Die alten Teile der Pfarrkirche St. Peter wurden 1878 wiederhergestellt und das Gebäude um die neu errichteten Seitenschiffe und die Sakristei erweitert. Im Zuge weiterer Baumaßnahmen wurde das Mauerwerk in den Jahren 1963 und 1982 saniert.
An der Südfassade befinden sich beiderseits einer Kreuzigungsdarstellung Gedenktafeln für die Herchener Gefallenen des Ersten und des Zweiten Weltkriegs.

Die „Hühnerlegende“
Vor dem Kirchengebäude gibt eine Hinweistafel des „Künstlerwegs Sieg“ Informationen zur Pfarrkirche St. Peter und der auf einem Fresko aus dem 15. Jahrhundert im südlichen Seitenschiff der Kirche dargestellten „Hühnerlegende“ (vgl. Abbildung). Diese wundersame Geschichte findet sich in ähnlichen Fassungen an verschiedenen Orten:
„(…) Im südlichen Seitenschiff findet man Wandmalereien eines unbekannten Meisters aus dem späten 15. Jahrhundert, die das “Galgen- und Hühnerwunder„ zeigen: In einem Gasthaus weist der Sohn einer Pilgerfamilie die Liebesbekundungen der Wirtstochter ab. Ihr niederträchtiger Vater versteckt daraufhin einen Silberbecher im Pilgergepäck. Der junge Mann wird angeklagt und soll zur Strafe hängen. Die Eltern wollen in Santiago beim heiligen Jakob für ihren Sohn beten. Als sie zurückkehren, hängt ihr Sohn noch am Galgen, aber er lebt! Der heilige Jakob hat ihn gestützt und gehalten. Der Richter glaubt das Wunder erst, als ihm zwei Hühner aus dem Topf davonfliegen. Nun bekommen Wirt und Tochter ihre gerechte Strafe.“

Das Objekt „Kath. Pfarrkirche St. Peter, Höher Landstraße 1“ in Windeck-Herchen ist ein eingetragenes Baudenkmal (LVR-Amt für Denkmalpflege, Nr. 21221).

(Franz-Josef Knöchel, LVR-Redaktion KuLaDig, 2014)

Internet:
www.bvv-herchen.de: Bürger- und Verschönerungsverein Herchen an der Sieg e.V. (abgerufen 22.04.2014)
de.wikipedia.org: St. Peter (Herchen) (abgerufen 22.04.2014)

Literatur

Beyer, Heinrich; Eltester, Leopold; Goerz, Adam u.a. (1874)
Mittelrheinisches Urkundenbuch, Urkundenbuch zur Geschichte der mittelrheinischen Territorien. Urkundenbuch zur Geschichte der jetzt die Preußischen Regierungsbezirke Coblenz und Trier bildenden mittelrheinischen Territorien, Ausgabe Coblenz, 3 Bände 1860-1874 (MRhUB). Bd. 3, S. 681-684, Koblenz.
Groten, Manfred; Johanek, Peter; Reininghaus, Wilfried; Wensky, Margret / Landschaftsverband Rheinland; Landschaftsverband Westfalen-Lippe (Hrsg.) (2006)
Handbuch der Historischen Stätten Nordrhein-Westfalen. HbHistSt NRW, Kröners Taschenausgabe, Band 273, 3. völlig neu bearbeitete Auflage. S. 1104, Stuttgart.
Holdt, Ulrike (2008)
Die Entwicklung des Territoriums Berg. (Geschichtlicher Atlas der Rheinlande, V.16.) Bonn.

Katholische Pfarrkirche St. Peter in Herchen

Schlagwörter
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Ortsfestes Denkmal gem. § 3 DSchG NW
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung
Historischer Zeitraum
Beginn 901 bis 1131
Koordinate WGS84
50° 46′ 53,6″ N, 7° 30′ 42,77″ O / 50.78156°, 7.51188°
Koordinate UTM
32U 395092 5626589.06
Koordinate Gauss/Krüger
3395124.89 5628399.69

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„Katholische Pfarrkirche St. Peter in Herchen”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-90930-20140422-2 (Abgerufen: 22. Februar 2018)
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