Nordtor des römischen Köln

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Archäologie
Gemeinde(n): Köln
Kreis(e): Köln
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Büste mit dem Porträt von Iulia Agrippina der Jüngeren (um 15/16-59 n. Chr.), die als Gründerin der römischen Stadt Köln gilt, der "Colonia Claudia Ara Agrippinensium (CCAA)" (Kopie in der Ausstellung des APX Xanten, 2013)

    Büste mit dem Porträt von Iulia Agrippina der Jüngeren (um 15/16-59 n. Chr.), die als Gründerin der römischen Stadt Köln gilt, der "Colonia Claudia Ara Agrippinensium (CCAA)" (Kopie in der Ausstellung des APX Xanten, 2013)

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    Knöchel, Franz-Josef / CC-BY-SA 3.0
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    Franz-Josef Knöchel
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Einordnung
Das Nordtor ist das einzige der vier größeren, architektonisch aufwändiger gestalteten Torburgen in der römischen Stadtmauer, von dem architektonische Reste erhalten sind. Die anderen drei lagen an der heutigen Weyerstraße, bei St. Aposteln und an der Hohen Pforte. Von ihnen sind höchstens Fundamentreste erhalten. Insofern gibt das Nordtor einen Eindruck von der Gestaltung dieser Haupteingänge in die Stadt, die auf die großen Überlandstraßen nach Bonn, Richtung Luxemburg, Richtung Maastricht und nach Neuss führten.

Erhaltung
Das Nordtor blieb bis 1657 sichtbar im städtischen Umfeld Kölns weitgehend bestehen, der zentrale Bogen diente weiterhin als Durchgang, jedoch nicht mehr als Stadteinagng. Erst danach wurde es durch die Einbeziehung in einen Neubau umgestaltet. 1826 riss man das Tor schließlich ab, einige Architekturteile blieben allerdings erhalten. 1892 beim Abriss der Domkurie wurde der östliche Seitendurchgang (wieder-)entdeckt. Er ist heute auf der Domplatte leicht erhöht und versetzt von seinem originalen Standort zu sehen.

Beschreibung
Das Nordtor war ursprünglich eine dreibogige Anlage. In der Mitte verlief die Straße, die nordwärts nach Novaesium / Neuss führte, die seitlichen Durchgänge waren für die Fußgänger gedacht. Der Bogen, der die Straße überspannte, konnte rekonstruiert werden und ist im Römisch-Germanischen Museum ausgestellt. Auf der Landseite sind die Buchstaben CCAA (Colonia Claudia Ara Agrippinensium) eingemeißelt.
Die Tore wurden von kannelierten Pilastern gerahmt, von denen an dem erhaltenen Seitendurchgang noch die Basis und der untere Teil des Schaftes erhalten sind. Flankiert wurde die Bogenanlage von zwei quadratischen Türmen. Die gesamte Anlage war ca. 30 Meter breit und 11,6 Meter tief. Die zentrale Durchfahrt war 5,6 Meter, die seitlichen Durchgänge 1,9 Meter breit. Im aufgebauten Teil des Tores auf der Domplatte kann man an der Westseite eine Rille erkennen, in der das Fallgitter des mittleren Durchganges lief. Dieses Fallgitter belegt, dass das Tor zweigeschossig war, allerdings ist der exakte Aufbau nicht bekannt. Möglicherweise wurde die Fassade des oberen Geschosses durch acht kleine Bögen gegliedert.

Datierung
Ausgrabungen, die im Zuge des Kölner U-Bahnbaus an dem rheinseitigen Teil der Stadtmauer stattfanden, belegen, dass diese dort in den 90er Jahren des ersten Jahrhunderts n. Chr. errichtet wurde. Die drei anderen Seiten der Stadtmauer, und damit auch das Nordtor, sind entweder zeitgleich oder kurz vorher entstanden.

Heutige Nutzung
Besichtigung: Der Seitendurchgang des Nordtores ebenso wie Fundamentreste des Tores sind frei zugänglich.
Adresse: Domplatte an der Ecke der Straßenkreuzung Unter Fettenhennen / Trankgasse; Fundamente: in der Tiefgarage am Dom, unterhalb des wieder aufgebauten Tores
Der Bogen des zentralen Durchgangs ist im Römisch-Germanischen Museum zu besichtigen.
Adresse: Roncalliplatz 4, 50667 Köln

(Hannelore Rose / Marianne Tabaczek, LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland, 2014, erstellt im Rahmen eines Projektes der Fritz Thyssen Stiftung)

Internet
www.museenkoeln.de: Homepage des Museums (abgerufen 10.04.2014)
www.youtube.com: 3D Rekonstruktion des römischen Nordtores (abgerufen 10.04.2014)
de.academic.ru: Ausführliche Beschreibung der römischen Stadtmauer (abgerufen 28.08.2014)

Literatur

Fischer, Thomas; Trier, Markus (2014)
Das römische Köln. S. 131-133, Köln.
Klinkenberg, Joseph (1906)
Das römische Köln. In: Die Kunstdenkmäler der Rheinprovinz 6 (hrsg. von Paul Clemen), Düsseldorf.
Römisch-Germanisches Museum Köln (Hrsg.) (1967)
Römer am Rhein. Kat. Nr. 15, Köln.
Süßenbach, Uwe (1981)
Die Stadtmauer des römischen Köln. S. 43-57. Köln.
Thomas, Renate / Römisch-Germanisches Museum (Hrsg.) (1999)
Bodendenkmäler in Köln. In: Kölner Jahrbuch 32, S. 922 Abb. 5 Beil. 1, Köln.
Wolff, Gerta (2005)
Das Römisch-Germanische Köln. Führer zu Museum und Stadt. S. 146-148 Abb. 196-201, Köln.
Wolff, Gerta (2000)
Das Römisch-Germanische Köln. Führer zu Museum und Stadt. S. 147-150, Köln.

Nordtor des römischen Köln

Schlagwörter
Fachsicht(en)
Archäologie
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Archäologische Grabung
Historischer Zeitraum
Beginn 70 bis 90
Koordinate WGS84
50° 56′ 30,01″ N, 6° 57′ 24,02″ O / 50.94167°, 6.95667°
Koordinate UTM
32U 356447.01 5645326.51
Koordinate Gauss/Krüger
2567283.14 5645593.67

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„Nordtor des römischen Köln”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-90273-20140408-3 (Abgerufen: 19. November 2018)
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