Eppinger Linie, Abschnitt innerhalb der Klosterlandschaft Maulbronn

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Archäologie, Landeskunde
Gemeinde(n): Maulbronn, Mühlacker
Kreis(e): Enzkreis
Bundesland: Baden-Württemberg
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Nicht einmal vier Jahrzehnte nach dem Ende des Dreißigjährigen Krieges wütete der Bayerisch-Pfälzische Erbfolgekrieg (1688-1697), der 1689 auch den Raum Maulbronn traf und dort zu Schäden führte. Bei einem weiteren Einfall der Franzosen im Jahre 1694 erlitten der Elfinger Hof, der Scheuelberghof und der Schafhof so schwere Zerstörungen, dass sie wüst fielen. Erst mit dem Bau der Eppinger Linie durch den badischen Markgrafen Ludwig Wilhelm (genannt „Türkenlouis“) zwischen 1695 und 1697 konnten die jahrelangen Verwüstungen und Plünderungen durch die Franzosen mehr oder weniger verhindert werden. Dieser Verteidigungswall schützte den Scheuelberghof, das Kloster und die Orte Schmie und Zaisersweiher. Dagegen befand der Elfinger Hof sich im ungeschützten Vorland.

Die Eppinger Linie hatte eine Gesamtlänge von etwa 86 Kilometern. Sie verlief von Weißenstein bei Pforzheim über Sternenfels und Eppingen nach Neckargemünd.

Das Verteidigungsbauwerk bestand aus einem aus einem Wall-Graben-System und einem 12 bis 30 Meter breiten Verhau aus Ästen und Baumstämmen. Wichtige Abschnitte wurden zusätzlich mit Schanzen befestigt. Es gab einen 2,5 Meter tiefen und 5 Meter breiten Graben. Auf einem 5 bis 6 Meter hoher Wall waren Palisaden angebracht. Gesichert wurde die Verteidungslinie durch Chartaquen (Wachttürme) (Gesamtperspektive Klosterlandschaft Maulbronn 2012, S. 63). Hiermit hatte die Verteidigungslinie viel Ähnlichkeiten mit der römischen Limes.

Ein Teil der Eppinger Linie wurde bereits bei Schmie südlich der B 35 rekonstruiert und mit Informationstafeln versehen; er ist in den kulturhistorischen Wanderweg von Eppingen nach Pforzheim aufgenommen worden.

(Peter Burggraaff, Universität Koblenz-Landau, 2013)

Literatur

Burggraaff, Peter / Kleefeld, Klaus-Dieter (2009)
Kulturlandschaftsanalyse Klosterlandschaft Maulbronn als Beitrag zum Landschafts- und Flächennutzungsplan der VG Maulbronn-Sternenfels (Endbericht: 15.4.2009). (Gutachten im Auftrag des Landesamts für Denkmalpflege, Regierungspräsidium Stuttgart, Referat 25 – Denkmalpflege, Regierungspräsidium Karlsruhe und der Stadt Maulbronn.) Köln u. Kelberg.
Legner, Patricia / Schmid, Alexander / Grob, Christin (Mitarb.) / Weber, Ariane (Mitarb.) / Planstatt Senner für Landschaftarchitektur (Hrsg.) (2012)
Landschaftsplanerische Gesamtperspektive Klosterlandschaft Maulbronn (Gutachten im Auftrag des Ministerium für Finanzen und Wirtschaft vertreten durch das Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart). Stuttgart.

Eppinger Linie, Abschnitt innerhalb der Klosterlandschaft Maulbronn

Schlagwörter
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Archäologie, Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Schriften, Auswertung historischer Karten, Auswertung historischer Fotos, Geländebegehung/-kartierung
Historischer Zeitraum
Beginn 1695 bis 1697
Koordinate WGS84
48° 59′ 26,14″ N, 8° 48′ 58,17″ O / 48.99059°, 8.81616°
Koordinate UTM
32U 486550.77 5426426.55
Koordinate Gauss/Krüger
3486620.74 5428158.34

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„Eppinger Linie, Abschnitt innerhalb der Klosterlandschaft Maulbronn”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-76353-20131010-2 (Abgerufen: 22. Mai 2018)
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