Roßbachmühle bei Köppern

Wintermühle

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Archäologie, Denkmalpflege, Landeskunde
Gemeinde(n): Friedrichsdorf
Kreis(e): Hochtaunuskreis
Bundesland: Hessen
Nach dem Saalbuch von 1580 betrieb ein Peter Sehe hier eine Oelymohl (Ölmühle), die er aber 1635 zerfallen hinterließ. Ab 1659 wird Konrad Hilger genannt, der seine Mühle an den Schlappermüller von Holzhausen, Johann Heinrich Niederhoff, verliehen haben soll. Dieser Hinweis ist fraglich; beide Müllernamen, Hilger und Niederhoff, sind für die Meyermühle belegt.

1681 wird die Mühle als oberhalb von Köppern „im Rödgen“ gelegen beschrieben. Sie befindet sich zu dieser Zeit in Besitz von Johann Friedrich Schneider von Philippseck bei Butzbach, der das „alt wüst Mühlwerk“ wieder herrichten will. 1714 ist Johann Heinrich Roßbach von Burgholzhausen (wahrscheinlich von der dortigen Roßbachmühle) der Besitzer; Friedrich Roßbach kauft die Mühle. 1785 wird Johann Adam Rossbach genannt. Roßbachs Erben verkaufen die Mühle an Konrad Hückmann (1796-1859), der für 1830 als Müllermeister in Köppern nachgewiesen ist. 1831 ist Papiermüller Fischer aus Oberstedten kurzzeitig der neue Besitzer, er verkauft sie aber 1832 an den Papierfabrikanten Franz Wagner aus dem Odenwald. 1836 ersteigert Philipp Roßbach die „Familienmühle“. 1844 Antrag der Müller Philipp Roßbach, Wilhelm Köhler und Garnier auf Errichtung eines Eichpfahls und Wiederherstellung des Wehrs (durch Protokoll 21.10.1844 nachgewiesen), damit die Streitigkeiten behoben werden sollen, was allerdings nicht gelingt. 1852 haben die Müller Roßbach und Köhler das Wehr mit Grund (Erde) belegt und es dadurch erhöht. Bei der Lokalbesichtigung wird entschieden, dass das Wehr nur aus Holz bestehen und nicht mit Rasen, Erde oder Steinen belegt werden darf. 1862 nennt Emminghaus die Mühle des Herrn Rossbach. Roßbachs Schwager Wilhelm Gruner und seine Frau Elise, geborene Roßbach, erwerben 1866 die Mühle. Um 1890 wird der Lohmüller August Ludwig Winter genannt (daher auch Wintermühle). Ab 1934 wird das Gebäude nur noch als Wohnhaus genutzt, vermutlich vom Lederfabrikanten Privat.

(Universität Koblenz-Landau, Geographie / Kreisarchiv des Hochtaunuskreises und Förderverein des Kreisarchivs e.V., 2012)

Quelle
Recherche von Berg und Wächtershäuser (Mühlensignatur 02.M16)

Literatur

Beckert, Marianne / Humpert, Heinz (2004)
Familienbuch Ober-Eschbach. In: Schriften der Hessischen familiengeschichtlichen Vereinigung e.V., Darmstadt.
Belzer, Holger; Belzer, Jonas (2007)
Die Mühlen von Köppern, Gestern und Heute. Köppern.
Emminghaus, Friedrich (1862)
Die zehn Thäler und Wasserkräfte des Taunus; Der Taunusbote Nr. 14-21. o. O.
Hoffmann, Joachim; Will, August (2005)
Wasserkraft und Mühlen in Köppern - eine Erfolgsgeschichte. (Friedrichsdorfer Schriften 5.) S. 66-87. 66-87, o. O.
See, Gottlieb (1983)
Familienbuch von Köppern. S. 19 ff.. 19 ff., o. O.

Roßbachmühle bei Köppern

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Wiesenstraße, Gutsweg
Ort
61381 Friedrichsdorf - Köppern
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Archäologie, Denkmalpflege, Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Fernerkundung
Historischer Zeitraum
Beginn 1540, Ende 1900
Koordinate WGS84
50° 16′ 48,75″ N, 8° 37′ 46,28″ O / 50.28021°, 8.62952°
Koordinate UTM
32U 473603.66 5569851.84
Koordinate Gauss/Krüger
3473667.89 5571640.61

Empfohlene Zitierweise

Urheberrechtlicher Hinweis
Der hier präsentierte Inhalt ist urheberrechtlich geschützt. Die angezeigten Medien unterliegen möglicherweise zusätzlichen urheberrechtlichen Bedingungen, die an diesen ausgewiesen sind.
Empfohlene Zitierweise
„Roßbachmühle bei Köppern”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-61234-20130216-2 (Abgerufen: 14. November 2018)
Wir verwenden Cookies, um die Nutzbarkeit unserer Seiten zu optimieren. Falls Sie mit der Speicherung von Cookies nicht einverstanden sind, finden Sie weitere Informationen auf unserer Internetseite.
Seitenanfang