Steinbruch und Ackerterrassen im Kuckucksberg

Kukuksberg, Kuckuckswäldchen

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Berg (VG Nastätten), Hunzel
Kreis(e): Rhein-Lahn-Kreis
Bundesland: Rheinland-Pfalz
  • Geländestufen am Kuckucksberg (2013).

    Geländestufen am Kuckucksberg (2013).

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  • Die oberen Geländestufen am Kuckucksberg bei Hunzel (2013).

    Die oberen Geländestufen am Kuckucksberg bei Hunzel (2013).

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  • Steinbruch im Kuckucksberg bei Hunzel (2013).

    Steinbruch im Kuckucksberg bei Hunzel (2013).

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  • Geländestufen am Kuckucksberg bei Hunzel (2013).

    Geländestufen am Kuckucksberg bei Hunzel (2013).

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  • Sickerquelle am Limes bei Berg (2013).

    Sickerquelle am Limes bei Berg (2013).

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  • Die untere Geländestufe am Kuckucksberg (2013).

    Die untere Geländestufe am Kuckucksberg (2013).

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  • Geländestufen am Kuckucksberg (2013).

    Geländestufen am Kuckucksberg (2013).

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  • Graben der Parzelle 27 mit Immergrün am Kuckucksberg (2013).

    Graben der Parzelle 27 mit Immergrün am Kuckucksberg (2013).

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Der Kuckucksberg (alte Schreibweise von 1837 Kukuksberg) liegt zwischen den Ortsgemeinden Hunzel und Berg. Heute von den Dorfbewohnern auch „Kuckuckswäldchen“ genannt, soll sich der Name vom dort rufenden Vogel herleiten. Ein Steinbruch (Geometrie hier: große, annähernd dreieckige Struktur), der sich im südlichsten Teil des Berges befindet, könnte aber auf eine andere, deutlich ältere Bedeutung hinweisen. Das Hunzeler Flurnamenbuch gibt an, dass das etwa 500 Meter entfernte Römerkastell (Geometrie hier: großes Viereck südlich) aus der Grauwacke dieses Steinbruchs gebaut wurde. Ein östlich des Steinbruchs liegendes Flurstück auf der Berger Gemarkung „Vor Steinen“ und das Flurstück „Im Broch“, in welchem das Kastell gelegen hat, weisen darauf hin, dass die hier abgebaute Grauwacke eine große Bedeutung bei den Bewohnern hatte.
Das keltische Wort Cucul / Cucullus wird übersetzt mit Kapuze, Bergmannskleidung, kleiner Wichtelgott und könnte sich, eingeführt womöglich von am Limes stationierten Soldaten, die dort Steine schlagen mussten, bis heute im „Kuckucksberg“ gehalten haben. Ebenfalls Indiz für eine Herleitung des Namens aus der keltischen Sprache, kann ein Brandgrab unweit des Wachtposten 2/17 „auf dem Nack“ in Berg sein (vgl. die Ringwallanlage Nack bei Idstein, zwischen Wörsdorf und Niederauroff in Hessen), auf das die Reichs-Limeskommission 1898 gestoßen war. Sie datierte es in die Latènezeit.
Am nördlichen Rand des heute bewaldeten Kuckucksberges verläuft der Limes (Geometrie hier: lange Gerade), der an der Stelle, wo er in die Berger Gemarkung wechselt, heute noch durch eine Böschung erhalten geblieben ist. Dort, an einer sumpfigen Stelle, hat die Reichs-Limeskommission 1898 Grabungen durchgeführt. An diesem Platz befindet sich immer noch eine Sickerquelle (Geometrie hier: Kreis) mit morastigem Boden, in welchem Waldschnepfen nach Würmern stochern.

Am nördlichen Rand des Kuckucksberges, heute in der Feldflur, lag der Wachtposten 2/18 (Geometrie hier: kleines Oval). Ein fahrspurbreiter Weg führt vom östlichen Rand des Steinbruchs aus hangparallel in Richtung Hunzel. An einer Stelle verzweigt er sich und biegt jetzt steil ansteigend nach Norden ab, schneidet eine deutlich abgesetzte Geländestufe (vermutlich ein weiterer Transportweg für Steine) und verengt sich zu einer Mulde, die in Richtung des ehemaligen Wachtpostens führt. Während die Geländestufen, die östlich des Steinbruchs hangparallel verlaufen, noch als Zu- und Abfahrwege des Steinbruchs gedeutet werden können, fällt dies bei den Geländestufen am Westrand des Berges schwer. Sie sind deutlich breiter und lassen vermuten, dass sie Relikte ehemaliger Ackernutzung sind.
Die im Osten an den Kuckucksberg (laut Topografischer Karte Waldstück 20) angrenzende Feldparzelle 26 (Bezeichnung gemäß Deutscher Grundkarte) ist heute bewaldet und wird durch einen Weg (Parzelle 27) abgegrenzt, der noch heute durch einen schmalen Graben kenntlich ist. Kurz bevor dieser nach Süden auf den Hauptweg mündet, wird er von einer großen Fläche Immergrün (Vinca minor) überwachsen. Diese bodendeckende Zierpflanze ist als Zeiger für ehemalige Siedlungen, Burgen und Grabstellen bekannt und es ist nicht unwahrscheinlich, dass sich das Kultkraut – von den Römern einst hierher verschleppt – bis heute gehalten hat.

(Silke Dehe, Hunzel, 2013)

Internet
www.geoportal.rlp.de (abgerufen 12.02.2013)

Literatur

Krämer, Otto / Perabo, Albert (1997)
Orts- und Flurbezeichnungen in Hunzel, ein Verzeichnis von Flur- und Flächennamen, von Plätzen, Wegen und Gewässern, sowie ausgewählten Gebäuden und Einrichtungen mit Namensdeutung und Erläuterungen. Hunzel.
Landesamt für Vermessung und Geobasisinformation Rheinland-Pfalz (Hrsg.) (2008)
Dachsenhausen: 1803-2001, topographische Karten 1:25000. In: Landschaft im Wandel 5712, CD-Rom, Koblenz.
Prange, Werner (1996)
Das Kleine Immergrün (Vinca minor L.) in Westdeutschland – eine Kulturreliktpflanze aus römischer Zeit. Kiel.
Resch-Rauter, Inge (1992)
Unser keltisches Erbe. Flurnamen, Sagen, Märchen und Brauchtum als Brücken in die Vergangenheit. Wien.
Sarwey, Oskar von (2007)
Der obergermanisch-raetische Limes des Römerreiches, Abt. A, Bd. 1: Die Strecken 1 und 2 (Reprint der Ausgabe von 1936). Remshalden.

Steinbruch und Ackerterrassen im Kuckucksberg

Schlagwörter
Ort
56355 Hunzel
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Karten, Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung
Koordinate WGS84
50° 14′ 56,98″ N, 7° 49′ 24,71″ O / 50.24916°, 7.82353°
Koordinate UTM
32U 416123.54 5566996.42
Koordinate Gauss/Krüger
3416165.04 5568783.69

Empfohlene Zitierweise

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„Steinbruch und Ackerterrassen im Kuckucksberg”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-60915-20130212-2 (Abgerufen: 22. Februar 2018)
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