Alefelder Mühle in Much

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Much
Kreis(e): Rhein-Sieg-Kreis
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Der Obergraben mit Eintritt in das Gebäude

    Der Obergraben mit Eintritt in das Gebäude

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  • Radkammer: Das heutige mittelschlächtige Zellenrad

    Radkammer: Das heutige mittelschlächtige Zellenrad

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  • Radkammer: Das eiserne Zuleitungsrohr zu einem früheren oberschlächtigen Wasserrad

    Radkammer: Das eiserne Zuleitungsrohr zu einem früheren oberschlächtigen Wasserrad

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  • Blick von der Straße in die Radkammer

    Blick von der Straße in die Radkammer

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  • Antriebskeller: Eiserner Mahlstuhl mit dem stehenden Vorgelege

    Antriebskeller: Eiserner Mahlstuhl mit dem stehenden Vorgelege

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  • Antriebskeller: Transmissionswelle

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  • Antriebskeller: Getriebe und Stromgenerator

    Antriebskeller: Getriebe und Stromgenerator

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  • Das ehemalige Mühlengebäude: Rück- und Seitenfront

    Das ehemalige Mühlengebäude: Rück- und Seitenfront

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  • Das ehemalige Mühlengebäude: Seiten und Straßenfront

    Das ehemalige Mühlengebäude: Seiten und Straßenfront

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Die Alefelder Mühle ist bereits auf der Mercator-Karte von 1575 verzeichnet, 1672 wurde sie neu konzessioniert. Bis 1972 wurde sie als Getreidemühle betrieben. Das Getriebe ist im Untergeschoss erhalten. Das mittelschlächtige eiserne Wasserrad ist in seiner Radkammer von außen einzusehen.

Geschichte
1672, 11. Januar: Konzessionierung der Alefelder Mühle (Nicke, Bergische Mühlen, S. 360).

Der Name Alefeld wird auf das lat. Wort „altus“ = hoch zurückgeführt, also Alefeld = höher gelegenes Feld. Alefeld wird 1428 erstmalig urkundlich erwähnt und gehört zu den ältesten Rodungen dieser Gegend. Der Ort liegt am Zusammenfluss zweier Bäche, der Bröl und dem Haubach. Durch die Herstellung von Töpfereiwaren war Alefeld in früheren Zeiten bekannt. In Alefeld wohnen heute 102 Einwohner.
Im Ort wurde eine der ältesten Wassermühlen der Gemeinde betrieben. Diese befand sich schon im Mittelalter im Besitz der Familie Lodewig (Ludwig). Durch Heirat von Maria Ludwig 1946 kam die Mühle in den Besitz der Fam. Bergschneider. Die Mühle wurde 1986 stillgelegt und ausgeräumt. Mit dem erneuerten Wasserrad wird heute Strom erzeugt (Unser Much von A-Z, 2005).

Die Alefelder Mühle liegt in Alefeld in der Gemeinde Much im Homburger Bröltal. 1575 wurde die Mühle erstmals urkundlich erwähnt und in die Mercatorkarte eingetragen. Die Mühle wurde ursprünglich über einen vom Haubach gespeisten Mühlenweiher versorgt. Ein Wasserrad trieb eine Getreidemühle mit zwei Mahlgängen an (Bericht Bergschneider).

Die Mühle zu Alefeld gab an Wassererkenntnis 3 Reichsthaler 12 albus. Der Besitzer derselben im Jahre 1749 hieß Wilhelm Wieser, neben dem noch 3 Miterben Anteil daran hatten. Die letzte Konzession des dortigen Mühlenbetriebes rührte her vom 11. Januar 1672. Die zu zahlende „Erkenntnis“ bezog sich auf das Recht des Wassergebrauches von Bröl- und Haubach. Das Alter der Mühle geht aber noch weiter zurück (Oberdörfer 1923, S. 80).

Mitte des 19. Jahrhunderts wurde in der Bröl ein Staudamm erbaut, mit einem Obergraben ein zusätzlich montiertes Wasserrad in Betrieb genommen. Aus dem einstöckigen Mühlengebäude wurde 1918 vom damaligen Besitzer Josef Ludwig eine drei Stockwerke umfassende moderne Roggen- und Weizenmühle erbaut.
1972 wurde der Mühlenbetrieb eingestellt. 1986 wurde die marode Mühle abgerissen und das Gebäude erneuert. Die Bausubstanz besteht aus Bruchstein, Fachwerk und Massivbauweise. Das Wasserrad wurde erneuert und die Antriebseinheit inklusive Obergraben wurden saniert. Außerdem wurde bis 2001 mit der Alefelder Mühle Strom erzeugt (Bericht Bergschneider).

Die Mühle hatte bis 1974 einen Müller angestellt. Bis 1978 wurde dann noch für den Eigenbedarf gemahlen. Zur Mühle gehört bis heute eine Bäckerei (im selben Gebäudekomplex). Von 1986 bis 2001 wurde mit dem Wasserrad Strom produziert. Im Jahre 2001 brach das Wehr in der Bröl. Auf Betreiben der Oberen Wasserbehörde gab der Besitzer sein Wasserrecht (Altrecht) gegen Entschädigung auf und erhielt 2006 auf Antrag eine neue Bewilligung zur Wasserentnahme aus dem Haubach. Dafür wurde ein neues mittelschlächtiges eisernes Wasserrad installiert, das aber heute schon wieder sanierungsbedürftig ist. Das Wasserrad befindet sich in einer im Gebäude befindlichen Radkammer. Das Rad ist von der Straße aus durch eine niedrige Gittertür zu sehen. Ebenfalls sichtbar ist der Mühlengraben (Oberwasser) mit dem Einlass in das Gebäude. Das Unterwasser ist bis zur Einleitung in die Bröl verrohrt.
Vom Mühlenteil des Gebäudes steht nur das Untergeschoss aus Bruchsteinmauerwerk (steinsichtig) unter Denkmalschutz. Darin befinden sich mit separatem Eingang von außen das Kegelradgetriebe, die Transmission und ein Stromgenerator, sowie der alte hölzerne Mahlstuhl. Aus den weiteren Stockwerken wurde die komplette Mühleneinrichtung 1986 entfernt und das Gebäude zu Wohnzwecken neu aufgerichtet (Ortstermin Bergschneider, Kreiner).

Die technische Einrichtung bestand in der letzten Betriebsphase aus:
  • Antriebskeller: eisernes Winkelgetriebe (Kegel- und Tellerräder), Riementransmission;
  • Erdgeschoss: 2 Steinmahlgänge, 1 Schrotmühle, 1 Walzenstuhl, 1 Kornschütte, 1 Silobeschickung, 1 Mehlmischkammer, 1 Mahlstein-Wechselgalgen;
  • 1. Obergeschoss: 1 Mehlmischkammer, 1 Hilfsmotor für Schrotmühle, 2 Vermahlungssilos, 1 Schäl- und Spitzmaschine, 1 Trieur, 1 Antriebswelle;
  • 2. Obergeschoss: vermutlich Mischmaschine, Reinigungsmaschine, Aspiration, Plansichter, Förderschnecke für waagerechten Transport.
  • Mehrere Elevatoren über alle Etagen.

(Ralf Kreiner, 2013)

Quellen
  • Unser Much von A-Z (Much bergisch schön, 14.01.2005, Nr. 2), S. 11. Volltext online unter:epflicht.ulb.uni-bonn.de (Abgerufen: 19.04.2013).
  • Schriftlicher Bericht Franz-Josef Bergschneider, Bäckerei, Alefeld 34, 53804 Much, undatiert.
  • Ortstermin mit mündlichen Erklärungen Franz-Josef Bergschneider, Ralf Kreiner, 02.02.2013.

Literatur

Nicke, Herbert (1998)
Bergische Mühlen. Auf den Spuren der Wasserkraftnutzung im Land der tausend Mühlen zwischen Wupper und Sieg. Wiehl.
Oberdörfer, Karl (1923)
Das alte Kirchspiel Much. Köln.

Alefelder Mühle in Much

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Alefeld 33
Ort
53804 Much
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Karten, Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung, mündliche Hinweise Ortsansässiger, Ortskundiger
Historischer Zeitraum
Beginn 1575 bis 1672
Koordinate WGS84
50° 52′ 55,95″ N, 7° 27′ 40,56″ O / 50.88221°, 7.46127°
Koordinate UTM
32U 391757.15 5637853.86
Koordinate Gauss/Krüger
2602878.13 5639560.57

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„Alefelder Mühle in Much”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-59292-20130118-2 (Abgerufen: 19. November 2018)
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