Ölmühle Menges, Hohemarktstraße (Oberursel)

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Archäologie, Landeskunde
Gemeinde(n): Oberursel (Taunus)
Kreis(e): Hochtaunuskreis
Bundesland: Hessen
Nach der so genannten Hirschkarte von 1587 könnte dieser Mühlenstandort mit „pfannenschmitt“, also einer frühen Schleifmühle oder Schmiede, identisch sein. Nach Baeumerth wird bereits 1351 eine Schleifhütte in Oberursel erwähnt, 1488 fünf Schleifmühlen, 1542 nur noch zwei, 1558 wieder drei. Schubert zitiert unter „Einnahmen der Herren von Königstein“ zwei Belege, in denen die oberste Schleifmühle mit zwei Gängen, „obendig dem stege uber der stat Ursel gelegen“, genannt wird. Es könnte sich dabei um den Standort „pfannenschmitt“ handeln. Die Schleifmühle soll 1558 von Jörg Schuhart (auch: Schuckardt) erbaut worden sein.

Unbekannt ist, wie lange hier eine Mühle betrieben wurde, bzw. wann ein Mühlenbetrieb wieder aufgenommen wurde. Fassbar wird dieser Standort erst wieder Mitte des 19. Jahrhundert Im Kronberger Mühlenverzeichnis von 1854 wird hier noch keine Mühle genannt; Emminghaus nennt 1862 die Mühlen des Herrn Becker, also zwei Mühlen desselben Besitzers hintereinander, was unklar ist, weil Wolf Herzfeld an diesem Standort ab 1850 eine Schleifmühle (wohl in Kommission) betrieb, für die als Eigentümer 1863 Friedrich Herget im Gewannbuch eingetragen ist. Allerdings soll bereits 1860 die Stahlschleiferei der Gebrüder Herget in eine neu erbaute Mühle nahe dem späteren Sensenhammer verlegt worden sein.

Möglicherweise betrieb Becker kurzzeitig auch das alte Gebäude der Mühle. (Geklärt werden müssten noch die Beziehungen zwischen diesem Betrieb, der ebenso wie die Maschinenfabrik Spang auch Herzfeldsche Schleifmühle genannt wurde.) In die frei gewordenen Räume zieht die Weißnäherei Kels, nach Stillstand die Firma Menges/Gebrüder Klugmann ein und betreibt eine Ölmühle. Wilhelm Menges lässt das Wasserrad erneuern und installiert eine hydraulische Ölpresse. Nach Einstellung der Wasserkraft und Abschaffung der Fruchtpressen wird von 1925-1944 mit Dieselmotorantrieb Roheis hergestellt, danach bis 1963 Weinbrand- und Likörherstellung Menges.
Im Verzeichnis der Wohnplätze von 1880: 1 Wohnhaus, 24 Einwohner. (Mühlensignatur 04.M07)

(Universität Koblenz-Landau, Geographie / Kreisarchiv des Hochtaunuskreises und Förderverein des Kreisarchivs e.V., 2012)
Quelle
Recherche Berg (Mühlensignatur 04M07)

Literatur

Kreisarchiv des Hochtaunuskreises (Hrsg.) (2012)
Mühlen im Hochtaunuskreis: Urselbach, Westerbach, Rentbach, Rombach/Liederbach, Dattenbach, Emsbach, Weil, Wiesbach, Literatur- und Abbildungsverzeichnis. (Mühlen im Hochtaunuskreis: Historische Standorte, Wasserläufe, Betriebe und Betreiber, eine Dokumentation - begründet von Reinhard Michel, fortgeführt von von Ingrid Berg und Alexander Wächtershäuser, Band 2.) Bad Homburg v.d. Höhe.

Ölmühle Menges, Hohemarktstraße (Oberursel)

Schlagwörter
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Archäologie, Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Fernerkundung
Historischer Zeitraum
Beginn 1558 bis 1963
Koordinate WGS84
50° 12′ 50,41″ N, 8° 33′ 28,19″ O / 50.214°, 8.55783°
Koordinate UTM
32U 468451.92 5562518.63
Koordinate Gauss/Krüger
3468514.16 5564304.44

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„Ölmühle Menges, Hohemarktstraße (Oberursel)”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-59281-20130117-2 (Abgerufen: 24. Mai 2018)
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