Hünxer Schleuse

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Hünxe
Kreis(e): Wesel
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Der Wesel-Datteln-Kanal überwindet auf einer Gesamtlänge von 60 Kilometern rund 41 Höhenmeter. Beim Kanalbau wurden daher sechs Gefällestufen eingebaut, die mit jeweils einer Schleuse von 225 Metern Länge und zwölf Metern Breite ausgestattet sind. Die Höhenunterschiede von vier bis neun Metern pro Kanalstufe können somit von den Schiffen passiert werden. Vom Rhein kommend ist die Hünxer Anlage nach Friedrichsfeld die zweite Schleuse des Wesel-Datteln-Kanals. Danach folgen die Geländestufen bei Dorsten, Flaesheim, Ahsen und Datteln.

Die in den 1920er Jahren bzw. 1930 gebauten Anlagen bestehen aus einer Schleusenkammer und zwei Hubtoren. Bei geschlossenen Schleusentoren können die in der Kammer schwimmenden Schiffe durch Wasserzulauf auf das Niveau des Oberwassers angehoben oder durch Wasserablauf auf das Niveau des Unterwassers gesenkt werden. Hierfür sind keine Pumpen notwendig, denn der Wasserspiegel in der Schleusenkammer passt sich dem Niveau des Ober- oder Unterwassers aufgrund von geöffneten Durchlässen im entsprechenden Schleusentor an. Um Wasserengpässe im Kanal zu vermeiden, wurde an den Schleusen jedoch trotzdem von vornherein Pumpwerke errichtet. Diese transportieren das nach unten abgelaufene Wasser wieder in das Oberwasser zurück.

Nach der Eröffnung des Wesel-Datteln-Kanals entwickelte sich der Schiffsverkehr rasch und bereits 1939 war die errechnete Leistungsfähigkeit von rund sechs Millionen Ladungstonnen nahezu erreicht. Ende der 1950er Jahre hatte die Wartezeit der Schiffe derart zugenommen, dass zeitweise 100 Schiffe im Vorhafen lagen und auf ihre Schleusung warteten. Wartezeiten von zwei Tagen waren keine Seltenheit und bei Reparaturarbeiten an den großen Schleusen kam häufig der gesamte Schiffsverkehr zum Erliegen. Die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung musste den bereits bei der Planung des Wesel-Datteln-Kanals vorgesehenen Bau zweiter Schleusen in Angriff nehmen. Diese wurden in den 1960er Jahren an allen Kanalstufen mit Schleusenkammern von 112 Metern Länge und zwölf Metern Breite reali-siert. Für die Binnenschiffer sind dank dieser Doppelschleusen die Wartezeiten an allen Gefällestufen wieder auf ein erträgliches Maß zurückgegangen. Die Hubtore der großen Schleusenkammern mussten 1992 / 1993 erneuert werden.

Bei Hünxe passieren die Schiffe eine Fallhöhe von 5,50 Metern. Die Große Schleuse stammt aus dem Jahr 1923. Zwischen 1965 und 1967 wurde die Kleine Schleuse gebaut, die auch für Großmotorgüterschiffe noch ausreichend Platz bietet. Die Bedienung der beiden Schleusen erfolgt von einem Zentralsteuerstand auf der Schleuseninsel. Die Pumpen im angeschlossenen Pumpwerk werden über eine Zentrale in Datteln ferngesteuert. Drei Pumpen sind dazu in der Lage, jeweils 3.800 Liter pro Sekunde aus dem Unter- in das Oberwasser zu befördern. Eine vierte Pumpe besitzt eine Kapazität von 5.000 Litern pro Sekunde.

(Fine Tonhauser, LVR-Fachbereich Umwelt, 2012)

Hünxer Schleuse

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
An der Schleuse
Ort
46569 Hünxe
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
keine Angabe
Koordinate WGS84
51° 38′ 52,72″ N, 6° 46′ 32,09″ O / 51.64798°, 6.77558°
Koordinate UTM
32U 346106.28 5724229.86
Koordinate Gauss/Krüger
2553724.59 5724021.64

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„Hünxer Schleuse”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-58194-20121212-3 (Abgerufen: 25. September 2018)
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