Ahrtor in Ahrweiler

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Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Gemeinde(n): Bad Neuenahr-Ahrweiler
Kreis(e): Ahrweiler
Bundesland: Rheinland-Pfalz
  • Außenansicht des Ahrtors im Süden der Ahrweiler Stadtbefestigung (2015)

    Außenansicht des Ahrtors im Süden der Ahrweiler Stadtbefestigung (2015)

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    Außenansicht des Ahrtors im Süden der Ahrweiler Stadtbefestigung (2015)

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  • Außenansicht des Ahrtors in Ahrweiler bei Nacht (2015)

    Außenansicht des Ahrtors in Ahrweiler bei Nacht (2015)

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  • Barbarastatue über dem Torbogen des Ahrtors in Ahrweiler (2016)

    Barbarastatue über dem Torbogen des Ahrtors in Ahrweiler (2016)

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  • Innenansicht des Ahrtors in Ahrweiler (2015)

    Innenansicht des Ahrtors in Ahrweiler (2015)

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  • Kreuztagungsrelief im Durchgang des Ahrtors in Ahrweiler (2016)

    Kreuztagungsrelief im Durchgang des Ahrtors in Ahrweiler (2016)

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  • Mariendarstellung über dem Torbogen des Ahrtors in Ahrweiler (2016)

    Mariendarstellung über dem Torbogen des Ahrtors in Ahrweiler (2016)

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  • Außenansicht des Ahrtors im Süden der Ahrweiler Stadtbefestigung (2014), lange Zeit auch erste Station des Kreuzwegs Calvarienberg.

    Außenansicht des Ahrtors im Süden der Ahrweiler Stadtbefestigung (2014), lange Zeit auch erste Station des Kreuzwegs Calvarienberg.

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Das Ahrtor ist das südliche Tor der Ahrweiler Stadtbefestigung und, entsprechend seinem Namen, das der Ahr am nächsten liegende Stadttor. In älteren Bezeichnungen wird es auch als Arportze bezeichnet. Es ist das größte der vier Stadttore der Ahrweiler Stadtbefestigung.
Bei dem Gebäude handelt es sich um einen viergeschossigen Doppelturm mit gestelzten Flanken. Die beiden rechts und links des Hauptturms errichteten Flankentürme sind zweigeschossig erhalten, vormals aber dreigeschossig erbaut. Die Sitzbogenportal sind nach stadtauswärts gestuft und mit einem Scheitelwulst versehen.
Das Tonnengewölbe des Durchfahrtstor ist aus Tuff gefertigt. Der Torbogen hingegen besteht aus Trachyt. Dieses Gestein ist ein Ergussgestein des Drachenfels bei Königswinter und wurde dort für den Bau des Tores abgebaut. Ebenso findet sich an dieser Stelle noch ein Fallgitterschlitz sowie massive Tore wie sie auch bei den anderen drei Stadttoren zu finden sind.
Im ersten Obergeschoss finden sich Armbrustscharten, die ehemals der Stadtverteidigung dienten. Dem Obergeschoss war ein Erker vorgesetzt. Nach außen hin waren rechts und links des Tores Aborterker angebracht. Im ersten Obergeschoss befand sich ebenso das Kommandantenzimmer. Dieses war als Kreuzgratgewölbe erbaut. Zum Kommandantenzimmer führte, von der Innenstadt auf der linken Seite aus gesehen, eine Treppe nach oben.

Grabenseitig ist oberhalb der Toröffnung eine Marienfigur in die Mauer eingelassen, stadtseitig befindet sich an entsprechender Stelle eine Figur der Heiligen Barbara, der Schutzpatronin der Ahrhut.
Ursprünglich befand sich eine andere Darstellung der Ahrtormadonna an dieser Stelle. Diese stammt vermutlich aus der Zeit um 1320/1330 und ist etwa 115 cm hoch. Der Rücken der Figur ist hohl, wurde jedoch durch ein Brett verschlossen. Die Figur saß auf einer mit einem Kissen belegten Sitzbank. Der Rücken der Figur ist leicht nach hinten gebeugt. Die Figur umfasst das Christuskind mit der linken Hand. 1950 wurde die Figur restauriert und von einem Ölanstrich befreit. Ein Versilberung und Verzierungen an Gewand und Sitzkissen wurden sichtbar. Die Bauweise lässt darauf schließen, dass sie für eine Verwendung im Außenbereich eigentlich nicht gedacht war. Aufgrund ihres schlechten Zustandes wurde durch den Besitzer der Dr. von Ehrenwallschen Klinik in der Vorkriegszeit eine sitzende Madonna mit Buntfarbenanstich gestiftet. Diese wurde allerdings während des Zweiten Weltkrieges zerstört. Daraufhin verwendete die Ahrweiler Bevölkerung an dieser Stelle eine Terracotta Figur, die bis ins Jahr 1995 in der Nische über dem Tor stand. Im Mai 1995 wurde diese durch die heute sichtbare, durch Panzerglas geschützte neue Madonnenfigur der Ahrhut ersetzt.

Ursprünglich konnte man im Tonnengewölbe des Tores die erste Station eines Kreuzweges aus dem 16. Jahrhundert sehen. Diese wurde jedoch entfernt, kann jedoch nach seiner Restaurierung zwischen 1991 und 1995 im städtischen Museum betrachtet werden. Heute findet sich eine Replik dieses Kreuztragungsreliefs im Torbogen. Vermutlich stammt das Relief aus dem Jahr 1542. Hinweise darauf gibt der Schlussstein, der im Bogen verarbeitet wurde. Mitte des 16. Jahrhunderts wurde in Ahrweiler ein Kreuzweg mit sieben Fußfällen errichtet, der vom Ahrtor zum Kloster Calvarienberg führte. Auf dem Weg versuchten die Gläubigen die Leiden Jesu nachzuerleben, indem sie den Weg betend oder meditierend abschritten. Das Relief besteht aus zwei Teilen. Eine Hochrelief und einem Flachrelief. Das Hochrelief zeigt den Fußfall Christi vor Veronik, das Flachrelief stellt einen Reiterzug aus dem oder in das gelobte Land dar.

Das Ahrtor war aufgrund seiner Lage stets das Hauptangriffsziel feindlicher Angriffe auf Ahrweiler. Es musste in seiner Geschichte die meisten Zerstörungen hinnehmen und wurde häufig repariert. Die wohl größte Zerstörung erlitt es aber am 29.1.1945 im Zweiten Weltkrieg, als es nahezu komplett zerbombt wurde. Einer Bürgerinitiative ist es zu verdanken, dass es bereits 1958 wieder aufgebaut wurde, allerdings nur in einer vereinfachten, niedrigeren Form. So wurde die Geschosshöhe bei den drei Türmen um je eine Etage verringert.

Auf der Grabenseite ist rechts neben dem Tor eine Kanone zu sehen. Es handelt sich dabei um eine in alten Ratsprotokollen von 1626 als „großes Stück“ bezeichneten, 2,67 m langen und ein Kaliber von 6,7 cm verwendete Waffe. Die Lafette der Kanone ist nachgebaut.
Von der Stadtseite her ist ein restaurierter alter Wehrgang zu begehen, der einen Eindruck von der Ahrweiler Stadtverteidigungsanlage gibt.

Das Objekt „Ahrtor“ ist ein eingetragenes Kulturdenkmal (Denkmalverzeichnis für den Kreis Ahrweiler 2015, S. 11).

(Simone Jakobi, Universität Koblenz-Landau, 2015)

Quelle
Hinweisschild am Gebäude

Internet
alt-ahrweiler.de: Heimatverein Alt Ahrweiler (Abgerufen am 25.11.2015)
Kreis-Ahrweiler.de: Heimatjahrbuch 1996 (Abgerufen am 25.11.2015)

Literatur

Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (Hrsg.) (2015)
Nachrichtliches Verzeichnis der Kulturdenkmäler, Kreis Ahrweiler (Denkmalverzeichnis Kreis Ahrweiler, 05. März 2015). S. 11, Koblenz. Online verfügbar: http://denkmallisten.gdke-rlp.de/Ahrweiler.pdf, abgerufen am 19.03.2012
Gerhardt, Joachim; Neu, Heinrich; Renard, Edmund; Verbeek, Albert (1938)
Kunstdenkmäler des Kreises Ahrweiler. Düsseldorf.
Klein, Hans-Georg (2005)
Ahrweiler. Düsseldorf.

Ahrtor in Ahrweiler

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Ahrhutstraße
Ort
53474 Bad Neuenahr-Ahrweiler - Ahrweiler
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Geschütztes Kulturdenkmal gem. § 8 DSchG Rheinland-Pfalz
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung, mündliche Hinweise Ortsansässiger, Ortskundiger, Fernerkundung
Historischer Zeitraum
Beginn 1255
Koordinate WGS84
50° 32′ 26,34″ N, 7° 05′ 49,47″ O / 50.54065°, 7.09707°
Koordinate UTM
32U 365163.09 5600474.46
Koordinate Gauss/Krüger
2577812.84 5601122.11

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„Ahrtor in Ahrweiler”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-57859-20121202-3 (Abgerufen: 19. Februar 2018)
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