Der Überlieferung nach lagen hier die Toten der Pest-Epidemie von 1348 bis 1350. Es sollen damals nur ein Knecht und eine Magd überlebt haben. 1629 gab eine erneute Pest-Epidemie. Wiederum wurden die Toten auf dem Pestfriedhof bestattet.
Der Begräbnisplatz wurde im Jahre 1899 auf Betreiben der Gemeinde untersucht. Man fand heraus, dass die Begrabenen von 1350 auf flache Feldsteine gelegt, mit Kalk übergossen und mit Erde bedeckt worden waren. Die Toten von 1629 hatte man in Särge aus Tannenholz gelegt. Nach den Untersuchungen hatte die Gemeinde Lehmbek den Kirchhof eingeebnet und mit Eichen, Eschen und Linden gepflanzt.
Lehmbek lag ursprünglich nördlich der Borgstedter Enge, einem See in einer Kette von Seen in der Eider-Niederung nordöstlich von Rendsburg, die 1895 in den Nord-Ostseekanal einbezogen wurden. In Lehmbek konnte man die Eider queren, auf dem Weg von Schleswig nach Neumünster unter Umgehung von Rendsburg. Der Borgstedter See ist heute ein Nebengewässer des Kanals, gequert von der Rader Hochbrücke im Zuge der Bundesautobahn A 7.
(Jörg Bargmann, Schleswig-Holsteinischer Heimatbund, 2013 / Telse Stoy, Heimatgemeinschaft Eckernförde e.V.; 2014 / Claus Weber, Redaktion KuLaDig, 2024)
Quellen
- Die Pest in Lehmbek, Kreis Eckernförde. Die Heimat. Zeitschrift für Natur- und Landeskunde von Schleswig-Holstein und Hamburg (1957).
- Christian F. Wulf: Der Lehmbeker Pestfriedhof (Borgstedt 1957).
Hinweis
Die Kartierung erfolgte auf der Grundlage der Topographischen Karte, Neuaufnahme 1878-1880.
Internet
www.gemeinde-borgstedt.de: Die Pest und andere Seuchen, nach dem Heimatbuch Eckernförde Teil II, bearbeitet von Johannes Witt, 2004 (abgerufen 11.8.2024)