Gertrudenhammer (Weilrod / Neuweilnau an der Weil)

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Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Gemeinde(n): Weilrod
Kreis(e): Hochtaunuskreis
Bundesland: Hessen
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Erster Herrnmüller (Erbleihmühle!) war Hans Wagner aus Eschbach, dem sein Sohn folgt, danach 1616 Stephan Krieger aus Grävenwiesbach. 1637 brennt die Mühle ab, danach Wiederaufbau 1692/93 als „neue Schmelz“. 1694 Kupferschmied ist Johann Erny („Prinzenschmied“), circa 1730 wird Conrad Anton Erny als Betreiber des Walck- und Kupferhammers Neuweilnau genannt. In den Usinger Nachlässen wird für 1777 der Erbbeständer Andreas Erny geführt.

1799 bittet der Mühlarzt Wilhelm Busch um das nötige Holz für seine Arbeit als Mühlbauer und zwar zu demselben Preis, wie ihn der verstorbene Mühlarzt Erny gezahlt habe. Er, Busch, habe sein Handwerk bei Erny auf dem Kupferhammer zu Neuweilnau gelernt, und er sei jetzt der einzige Mühlbauer im Amt Usingen. Da er aber weder in die Usinger Bürgerliste aufgenommen worden ist, noch in die Zunft der Zimmerleute, muss er einen höheren Preis für das Holz zahlen.

Am 29.9.1813 ist ein Brand im Kupferhammer ausgebrochen. Im Verzeichnis von 1818 wird Christian Erny als privater Walkmüller geführt, der den Kupferhammer in Erbleihe hat. Aus der Zeit vor 1817 muss der älteste Plan des Kupferhammers stammen, der in einer Nachzeichnung im Nachlass Kaethner (bei Familie Steinmetz in Wüstems) zu finden ist. Kupferhammer und Walkmühle haben je ein Wasserrad. Zur privaten Walkmühle zweigt ein separater Mühlgraben ab.

Im Verzeichnis der Privatmühlen 1818 wird Christian Frey als Betreiber der privaten Walkmühle am Kupferhammer (der in Erbleihe ist) genannt. Laut Verzeichnis ist das Werk noch 1820 in Erbleihe bei Johann Christian Erny, nach einer anderen Akte wird 1819 die Erbleihe verkauft an Anselm Lossen, der das Werk nach seiner Frau Gertrude benennt und als Grobeisenhammer betreibt, später als Knochenstampfwerk. Seit 1848 ist die Mühle allodifiziert (privatisiert); als Betreiber (Pächter von Lossen?) wird im Verzeichnis von 1854 A. Becker Sohn genannt. Nach 1868 wird das Anwesen als Forsthaus genutzt. Erst 1870 Ablösung des Wasserlaufzinses durch Zahlung von Besitzer Carl Gutachter.

Im Verzeichnis der Wohnplätze von 1880 noch als Gertrudenhammer (Knochenstampfwerk) geführt: 2 Wohnhäuser, 14 Einwohner.

(Universität Koblenz-Landau, Geographie / Kreisarchiv des Hochtaunuskreises und Förderverein des Kreisarchivs e.V., 2012)

Quelle
Recherche von Frau Ingrid Berg (Signatur 10.M26)

Literatur

Kreisarchiv des Hochtaunuskreises (Hrsg.) (2012)
Mühlen im Hochtaunuskreis: Urselbach, Westerbach, Rentbach, Rombach/Liederbach, Dattenbach, Emsbach, Weil, Wiesbach, Literatur- und Abbildungsverzeichnis. (Mühlen im Hochtaunuskreis: Historische Standorte, Wasserläufe, Betriebe und Betreiber, eine Dokumentation - begründet von Reinhard Michel, fortgeführt von von Ingrid Berg und Alexander Wächtershäuser, Band 2.) Bad Homburg v.d. Höhe.
Kreisarchiv des Hochtaunuskreises (Hrsg.) (2012)
Mühlen im Hochtaunuskreis: Abbildungen und Namensverzeichnis. (Mühlen im Hochtaunuskreis: Historische Standorte, Wasserläufe, Betriebe und Betreiber, eine Dokumentation - begründet von Reinhard Michel, fortgeführt von von Ingrid Berg und Alexander Wächtershäuser, Band 3.) Bad Homburg v.d. Höhe.

Gertrudenhammer (Weilrod / Neuweilnau an der Weil)

Schlagwörter
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
keine Angabe
Historischer Zeitraum
Beginn 1584
Koordinate WGS84
50° 19′ 25,81″ N, 8° 24′ 29,53″ O / 50.32384°, 8.4082°
Koordinate UTM
32U 457873.27 5574804.8
Koordinate Gauss/Krüger
3457931.21 5576595.43

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„Gertrudenhammer (Weilrod / Neuweilnau an der Weil)”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-57821-20121129-5 (Abgerufen: 21. Mai 2018)
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