Pappenfabrik Kriesler (Mühle), Kupferhammerweg 52 - 60 (Oberursel)

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Archäologie, Landeskunde
Gemeinde(n): Oberursel (Taunus)
Kreis(e): Hochtaunuskreis
Bundesland: Hessen
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Alexander Scheidler aus Frankfurt hatte bereits eine Konzession zum Betrieb einer Spinnerei- und Wollwarenfabrik in Oberursel erhalten, ließ die Konzession aber 1846 auf die Frankfurter Firma Johann Carl Klotz übertragen. Adolph Klotz gründet zusammen mit seinem Schwager Anton Maria Wittekind die Fabrik. Im Kronberger Mühlenverzeichnis von 1854 wird der Betrieb als Wollspinnerei Wittekind und Consorten geführt, der 1849 erbaut und ganzjährig in Betrieb ist. Emminghaus nennt 1862 die Wollspinnerei des Herrn Klotz (im Volksmund „Klötzefabrik“ genannt). Der Absatz der Waren innerhalb des Herzogtums Nassau ist gut, die Produkte sind allerdings nach 1867 der preußischen Konkurrenz nicht mehr gewachsen. Der Betrieb gibt 1869 auf und beginnt 1873 neu als Papierfabrik unter den Gebrüdern Pirath, die allerdings 1917 kriegsbedingt schließt. Kurzzeitige Verpachtung an Industrie Papier GmbH; die alte Turbinenanlage wird durch zwei Horizontalturbinen ersetzt. Nach Brand 1925 kommt der Betrieb zum Erliegen. 1937 übernimmt Friedrich Kriesler aus Oberstedten von der Krieslerschen Pappdeckelmühle am Dornbach, die am dortigen Standort nicht mehr erweiterbar ist, den Betrieb in Oberursel und baut ihn aus. Im Recyclingverfahren wird umweltschonend Pappe aus Altpapier hergestellt. Allerdings führen u. a. erhöhte Anforderungen an den Umweltschutz 1981 zur Einstellung der Pappenproduktion und der gesamten Firma. Ab wann der Wasserantrieb nicht mehr genutzt wurde, ist nicht zu ermitteln. Das Gefälle von ca. 23 Meter wird heute zur Stromerzeugung genutzt.

Im Verzeichnis der Wohnplätze von 1880: 1 Wohnhaus, 13 Bewohner. Separat wird mit denselben Daten die Privat’sche Papierfabrik (muss Pirath heißen), genannt, die Nachfolgebetrieb für die Wollspinnerei Klotz war.

(Universität Koblenz-Landau, Geographie / Kreisarchiv des Hochtaunuskreises und Förderverein des Kreisarchivs e.V., 2012)

(Mühlensignatur 04.M02)

Literatur

Kreisarchiv des Hochtaunuskreises (Hrsg.) (2012)
Mühlen im Hochtaunuskreis: Urselbach, Westerbach, Rentbach, Rombach/Liederbach, Dattenbach, Emsbach, Weil, Wiesbach, Literatur- und Abbildungsverzeichnis. (Mühlen im Hochtaunuskreis: Historische Standorte, Wasserläufe, Betriebe und Betreiber, eine Dokumentation - begründet von Reinhard Michel, fortgeführt von von Ingrid Berg und Alexander Wächtershäuser, Band 2.) Bad Homburg v.d. Höhe.

Pappenfabrik Kriesler (Mühle), Kupferhammerweg 52 - 60 (Oberursel)

Schlagwörter
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Archäologie, Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Fernerkundung
Historischer Zeitraum
Beginn 1849, Ende 1981 bis 1984
Koordinate WGS84
50° 12′ 46,82″ N, 8° 33′ 4,36″ O / 50.21301°, 8.55121°
Koordinate UTM
32U 467978.96 5562410.55
Koordinate Gauss/Krüger
3468041.01 5564196.32

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„Pappenfabrik Kriesler (Mühle), Kupferhammerweg 52 - 60 (Oberursel)”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-57809-20121128-3 (Abgerufen: 23. Mai 2018)
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