Obermühle, Anspacher Straße 30 (Schmitten / Hunoldstal an der Weil)

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Gemeinde(n): Schmitten
Kreis(e): Hochtaunuskreis
Bundesland: Hessen
1685 will Johann Peter Vintz (Hintz) eine neue Mühle bauen, die Mühle seines Bruders sei in schlechtem Zustand, er lasse sie mutwillig verfallen. Bei dieser Mühle könnte es sich um die Obermühle handeln. Eine lange Akte berichtet 1685 von Familienstreitigkeiten wegen der Mühle, es werden Johannes Krieger zu Falkenstein und Conrad Hofmann zu Brombach genannt. Laut Verzeichnis von 1694 gab es drei Mühlen in Hunoldstal; Lorentz Habitzer, Müller vom Landstein, hat um diese Zeit die oberste Mühle gekauft. Ende des 17. Jahrhunderts war auch Hans Jacob Potthoff (von der Runkelsteiner Mühle) hier tätig, war aber wahrscheinlich nicht Besitzer. 1713 heißt es „die Mühle obig Hunstall des Peter Hößer (Heeser)“ hat dieser eigentümlich von Cornelius Hintz gekauft, Hößer (Heeser) ist Schwiegersohn von Lorenz Habitzer. Höser ist stark verschuldet. 1718 kauft Charlotte Amalie, Fürstin von Nassau, die oberste Mühle mit zwei Gängen, nebst allen dazugehörigen Gebäuden und Grundstücken von Johann Peter Höser. Die Mühle wird auf drei Jahre an Conrad Müller von Brombach verpachtet, 1721 an Nicol Schütz, der keine Abgaben zahlt. 1730 wird Johann Adam Rühl als Müller genannt, der die Mühle 1732 kauft, sie ist total baufällig und muss von allen Seiten gestützt werden. Im Verzeichnis von 1818 wird Gerhard Peter Ernst als Besitzer angegeben. 1823 und 1826 beschweren sich die „vier Müller vom Stammhainer Grund“, dass die Weilmüller von Dorfweil, Brombach und Hundstall für Anspach mahlen. 1833 wird gegen den Müller Philipp Heinrich Ernst wegen Verletzung des Mühlenbanns Klage erhoben. Auch 1841 ist Gerhard Ernst von der Hundstaller Mühle weiter einer der Bannbrecher.

Im Mühlenverzeichnis von 1854 wird Martin Habig als Obermüller geführt, Emminghaus nennt 1862 Ph. H. Ernst als Müller. Letzter Obermüller war Heinz Hofmann. Unter- und Obermühle waren durch Heirat verbunden. Das Mahlwerk der Ölmühle ist heute im Vortaunusmuseum, Oberursel. Im Verzeichnis der Wohnplätze von 1880: 1 Wohnhaus, 6 Einwohner.

(Universität Koblenz-Landau, Geographie / Kreisarchiv des Hochtaunuskreises und Förderverein des Kreisarchivs e.V., 2012)

Quelle
Recherche von Frau Ingrid Berg (Signatur 10.M17)

Literatur

Kreisarchiv des Hochtaunuskreises (Hrsg.) (2012)
Mühlen im Hochtaunuskreis: Urselbach, Westerbach, Rentbach, Rombach/Liederbach, Dattenbach, Emsbach, Weil, Wiesbach, Literatur- und Abbildungsverzeichnis. (Mühlen im Hochtaunuskreis: Historische Standorte, Wasserläufe, Betriebe und Betreiber, eine Dokumentation - begründet von Reinhard Michel, fortgeführt von von Ingrid Berg und Alexander Wächtershäuser, Band 2.) Bad Homburg v.d. Höhe.

Obermühle, Anspacher Straße 30 (Schmitten / Hunoldstal an der Weil)

Schlagwörter
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
keine Angabe
Historischer Zeitraum
Beginn 1694
Koordinate WGS84
50° 17′ 57,62″ N, 8° 27′ 51,39″ O / 50.29934°, 8.46427°
Koordinate UTM
32U 461845.07 5572050.61
Koordinate Gauss/Krüger
3461904.61 5573840.17

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„Obermühle, Anspacher Straße 30 (Schmitten / Hunoldstal an der Weil)”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-57761-20121124-2 (Abgerufen: 22. November 2018)
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