Schlappmühle, Schlappmühle 1 (Usingen)

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Archäologie, Denkmalpflege, Landeskunde
Gemeinde(n): Usingen
Kreis(e): Hochtaunuskreis
Bundesland: Hessen
Bei der Schlappmühle handelt es sich um eine Bannmühle in Erbleihe; gemeinsam mit der See- und der Walkmühle besaß sie das Bannrecht für Usingen. Im Usinger Mühlenverzeichnis von 1854 wird sie als Erbleihmühle des herzogl. Domänenfiskus geführt. Zur Mühle ist die halbe Hofhaltung der Residenzstadt und halb Usingen gebannt.

Im Verzeichnis von 1694 ist sie als „Schlappenmühl“ geführt, im Verzeichnis von 1713 „Schlob Mühl“. Auf der Mörler-Mark-Karte von 1734 als Schlappmühle verzeichnet.

Die Entnahme des Wassers erfolgte durch den damaligen Mühlgraben, der bei dem in der Usa liegenden Stauwehr beginnt (Parzelle 8721) und unterhalb der Mühle in die Usa zurückgeführt wird (Parzelle 8746). An der Stauanlage lag ein aus Steinen und Mauerwerk erbautes Wehr von 6,5 m Kronenbreite. Bei diesem Wehr begannen gleichzeitig die Zuleitungsgräben, die zur Bewässerung der Wiesen dienten. Der Unterschied zwischen Ober- und Unterwasserspiegel betrug 4,6 m.

Sie wird 1521 erstmals erwähnt als Mahlmühle einer Familie Frieß, darauf folgen als Müller 1534 Harth Müller „Vor der Kuhhardt“; 1538 Molner Michael Müller; 1606 und 1630 ist ein Müller May der Beständer, der offenbar auch eine Bierschänke betreibt. Schließlich verkaufen die Eheleute Anthon Heubel (wahrscheinlich den Erbbestand) an Volpert, Koch von Petterweil. Das Usinger Familienbuch nennt für ca. 1600 eine Schlappmüllerin Judith. 1656 verkaufen die Eheleute Johann Kaltwasser (seit 1653 belegt) die Erbbestandsrechte an die Eheleute
Heinrich Müller. 1690 heiratet Schlappmüller Tobias Löhr. Vor 1695 ist Johannes Bendinger (vom Landstein) als Müller belegt. 1695 erfolgt der Verkauf des Erbbestands an die Eheleute Joh. Conrad Müller. Noch im gleichen Jahr kommt die Müllerfamilie Lehr auf die Schlappmühle, die bis ins 19. Jahrhundert auf der Mühle bleibt. Die Mühle wird 1757 bei einer Überschwemmung nach einem Unwetter beschädigt. 1758 übergibt Sebastian Lehr an seinen gleichnamigen Sohn, 1788 ist erneut ein Sebastian Lehr genannt. Es ist unklar, ob es derselbe oder ein Sohn von ihm ist. 1799 ist Georg Friedrich Lehr Beständer der Mühle. 1820 ist ihr Erbleihnehmer Franz Friedrich
Lehr. Der Erbleihmüller Georg Friedrich Lehr (Löhr) stirbt 1838. Seine Kinder setzen zunächst die Geschäfte fort, zwei Jahre später, 1840, erhält eines der Kinder, (Georg) Friedrich Lehr, den Erbleihbrief. Er war 1844 wohl auch kurzfristig Müller auf einer der Hessenmühlen. Im Mühlenverzeichnis von 1854 wird Gottfried Lehr genannt, im gleichen Jahr aber auch Friedrich Lehr. Emminghaus nennt 1862 Fr. Lehr.

1869 ist ein Ludwig Friedrich Lehr Besitzer und „Untereigentümer“ der Schlappmühle. Er habe die Mühle 1864 von seinem Vater Georg Friedrich übernommen. Sie ist aus der Erbleihe herausgelöst.

Im Verzeichnis der Wohnplätze für 1880: 1 Wohnhaus, 5 Einwohner.

Weiter Namen sind Schlappenmühle, Schlob Mühl und Schlappermühle.

Es ist war eine Oberschächtige Mühle, mit zwei Rädern. Das Wasserrad hatte eiunen Durchmesser von vier Metern und eine Breite von 60 cm.

(Universität Koblenz-Landau, Geographie / Kreisarchiv des Hochtaunuskreises und Förderverein des Kreisarchivs e.V., 2012)

Quelle
Recherche Berg; Wächterhäuser (Mühlensignatur 01.M10)

Literatur

Kreisarchiv des Hochtaunuskreises (Hrsg.) (2012)
Mühlen im Hochtaunuskreis: Einführung, Statistik, Usa, Erlenbach, Eschbach. (Mühlen im Hochtaunuskreis: Historische Standorte, Wasserläufe, Betriebe und Betreiber, eine Dokumentation - begründet von Reinhard Michel, fortgeführt von von Ingrid Berg und Alexander Wächtershäuser, Band 1.) Bad Homburg v.d. Höhe.

Schlappmühle, Schlappmühle 1 (Usingen)

Schlagwörter
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Archäologie, Denkmalpflege, Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Fernerkundung
Historischer Zeitraum
Beginn 1521, Ende 1950
Koordinate WGS84
50° 20′ 30,1″ N, 8° 33′ 49,9″ O / 50.3417°, 8.56386°
Koordinate UTM
32U 468965.32 5576714.05
Koordinate Gauss/Krüger
3469027.66 5578505.51

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„Schlappmühle, Schlappmühle 1 (Usingen)”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-57448-20121124-3 (Abgerufen: 22. November 2018)
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