St.-Anna-Kapelle in Friesenhagen

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Gemeinde(n): Friesenhagen
Kreis(e): Altenkirchen (Landkreis Altenkirchen / Westerwald)
Bundesland: Rheinland-Pfalz
  • Annakapelle

    Annakapelle

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    Annette Heusch-Altenstein / Landschaftsverband Rheinland
    Fotograf/Urheber:
    Annette Heusch-Altenstein
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Die Annakapelle, auch Rote Kapelle genannt, findet sich im Kreis Altenkirchen im Westerwald auf einer idyllischen Lichtung unter einem alten Lindenbestand. Das kleine Gotteshaus auf dem Blumberg steht an einer alten Richtstätte und wurde um das Jahr 1690 zum Gedenken an die Hexenprozesse und -hinrichtungen im 17. Jahrhundert errichtet.

Die Hinrichtungen durch Verbrennungen begannen im Jahr 1613 und erreichten ihren Höhepunkt in den Monaten November und Dezember des Jahres 1650, als beim Lindgen auf dem Blumenberg 29 Männer und Frauen aus Friesenhagen verbrannt wurden. Insgesamt fielen mehr als 200 Menschen des Kirchspiels der Hexenverfolgung zum Opfer. Als sichtbares Zeichen, dass der Hexenwahn ein Ende haben sollte, errichtete man am Hinrichtungsplatz eine Kapelle, die der heiligen Anna geweiht wurde.
Der kleine Bau mit polygonalem Chor, Chorhelm und vorkragendem Walmdach erhielt einen roten Farbanstrich, der möglicherweise an die Bluttaten erinnern sollte. Die heilige Anna befindet sich im Inneren der Kapelle auch als Altarfigur. Die Bewohner von Friesenhagen kümmern sich in eigener Regie rührend um das Kapellchen, das erst vor einigen Jahren durch eine Gruppe junger Männer ein wenig renoviert wurde. Frau Neuhof, die „nächste Nachbarin“ der Annakapelle, schaut regelmäßig nach dem Rechten und ist Ansprechpartnerin für weitere Informationen.
In der Nähe von Friesenhagen findet sich das überregional bekannte Schloss Crottorf, eine Wasserburg aus der Mitte des 16. und 17. Jahrhundert. Von der Annakapelle aus erblickt man auf der gegenüberliegenden Talseite eine weitere Andachtsstätte des Wildenburger Landes: die Rochuskapelle.

(Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz, 2004 / Jan Spiegelberg, Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz e. V. / LVR-Fachbereich Regionale Kulturarbeit, Abteilung Landschaftliche Kulturpflege, 2016)

Literatur

Landschaftsverband Rheinland; Landschaftsverband Westfalen-Lippe (Hrsg.) (2007)
Jakobswege. Wege der Jakobspilger in Rheinland und Westfalen, Band 5: In 7 Etappen von Marburg über Siegen nach Köln. S. 137-138, Köln.
Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz e.V. (Hrsg.) (2004)
Rheinland: Denkmal, Landschaft, Natur - 2005 (Jahreskalender 2005, 35. Jahrgang). Köln.

St.-Anna-Kapelle in Friesenhagen

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Ziegenschlade 1
Ort
51598 Friesenhagen
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn 1690
Koordinate WGS84
50° 54′ 33,07″ N, 7° 48′ 37,84″ O / 50.90919°, 7.81051°
Koordinate UTM
32U 416372.52 5640399.9
Koordinate Gauss/Krüger
3416413.75 5642216.13

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„St.-Anna-Kapelle in Friesenhagen”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-55785-20121019-4 (Abgerufen: 19. August 2018)
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