Burg Stolberg

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Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Denkmalpflege, Landeskunde
Gemeinde(n): Stolberg (Rhld.)
Kreis(e): Städteregion Aachen
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Ansicht von Burg Stolberg (2010)

    Ansicht von Burg Stolberg (2010)

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    Burg Stolberg

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Wie aus dem Fels gewachsen thront die Stolberger Burg mit ihren Türmen, Wohngebäuden, Mauern und Wehrgängen auf einem massiven Kalksteinfelsen oberhalb des Vichttals.

Wann hier das erste Gebäude errichtet worden ist, ist ungewiss. Im Jahr 1118 taucht in den Chroniken mit Reinardus von Stalburg der vermutlich erste Burgherr auf. Er wird als „Freier des Landes“ bezeichnet, was die Vermutung nahe legt, dass er über Land an der Vicht und einen Wohnsitz dort verfügte. Es handelte sich vermutlich um eine eher bescheidene Anlage, die jedoch durch ihre Lage auf dem Fels sicher und fest war, so dass sie zu Recht als „Stalburg“ bezeichnet wurde, was mittelhochdeutsch soviel „feste, standhafte Burg“ bedeutet.

Im Laufe der Jahrhunderte hatte die Feste oberhalb der Vicht viele Herren und überstand Brand, Plünderung, Angriffe, Erdbeben und Kriege, mal mehr, mal weniger unbeschadet. Ihre bauliche Entwicklung haben mehrere Burgherren mit geprägt. 1447 gab der Herzog von Jülich und Berg die Ländereien als Lehen an Wilhelm von Nesselrode. Auflage war es, auf dem Burgberg wieder eine befestigte Burg zu errichten. Was dieser wohl auch getan hat, wie Zeichnungen aus der Mitte des 16. Jahrhunderts wiedergeben. An der Stelle der Burgkapelle, entstand später die heutige katholische Pfarrkirche St. Lucia. Der nächste, der das Bild der Stolberger Burg prägte, war Hieronymus von Efferen. Im Jahr 1542 wurden große Teile von einem Brand zerstört. Der Burgherr nahm dies zum Anlass die Burg nicht nur wieder instand zu setzen, sondern weiter auszubauen. Er fügte einen hohen Turm hinzu und versah das Palasgebäude mit einem steilen Dach und Treppengiebeln. Große Kreuzstockfenster brachten Licht in die repräsentative Halle im Obergeschoss. Des westliches Flankierungsturm ließ er mit einer Haube versehen. Im 17. und 18. Jahrhundert verfiel die Burg immer mehr. 1756 beschädigte ein Erdbeben die Burg. Im Jahr 1887 kaufte der Fabrikant Moritz Krause die Ruine und ließ sie wieder aufbauen. 1909 schenkte er die Burg der Stadt Stolberg. Erneut schwere Schäden durch den Zweiten Weltkrieg, boten den Anlass die Burg wieder so herzurichten, wie sie unter Hieronymus von Efferen ausgesehen hat.

(StädteRegion Aachen, 2010)

Anlage (Beschreibung, Datierung): Höhenburg, 12. Jahrhundert (historisch).
Bausubstanz: Palas mit Anbauten, Turm, weitere Bauten.
Historische Überlieferung: Herren von Stolberg sind erstmalig 1118 genannt, deren Burganlage sich auf einem steilen Kalkfelsen erhob; im 13. Jahrhundert im Besitz der Edelherren von Frenz.
(Friedrich / Päffgen 2007)

1324 castrum nostrum dictum Staylburg (Urkundenbuch Salm-Reifferscheid, Nr. 474)
(Frankewitz 2007)

Stolberg (…) Die auf einem Sporn oberhalb der Vicht gelegene Burg ist durch die Nennung des Reinhard von Stalburg 1118 erstmals bezeugt. Sie gelangte Ende des 14. Jahrhunderts an die Herzöge von Jülich, wurde 1447 als Erbmannslehen an Wilhelm von Nesselrode vergeben und bildete mitsamt der Siedlung eine Unterherrschaft im Oberamt Jülich, die an die jülischen Ämter Wilhelmstein (Würselen) und Eschweiler sowie an die Reichsabtei Kornelimünster (Aachen) grenzte.
Aus der 1349 bezeugten Burgkapelle (Trinitatis) entwickelte sich die katholische Pfarrkirche St. Luzia, die erst im 18. Jahrhundert von der Pfarre Eschweiler gelöst wurde. (…)
(Handbuch Historische Stätten NRW)

Literatur

Frankewitz, Stefan (2007)
Landesburgen, Burgen, Schlösser und Feste Häuser bis 1500 im Spiegel der Schriftzeugnisse. (Geschichtlicher Atlas der Rheinlande, IV.12.) S. 66, Bonn.
Friedrich, Reinhard; Päffgen, Bernd (2007)
Mittelalterliche Burganlagen in Kölner Bucht und Nordeifel bis zum Ende des 13. Jahrhunderts. (Geschichtlicher Atlas der Rheinlande, IV.11.) S. 89, Bonn.
Groten, Manfred; Johanek, Peter; Reininghaus, Wilfried; Wensky, Margret / Landschaftsverband Rheinland; Landschaftsverband Westfalen-Lippe (Hrsg.) (2006)
Handbuch der Historischen Stätten Nordrhein-Westfalen. HbHistSt NRW, Kröners Taschenausgabe, Band 273, 3. völlig neu bearbeitete Auflage. S. 989ff., Stuttgart.
Reiners, Heribert (1912)
Die Kunstdenkmäler der Landkreise Aachen und Eupen. (Die Kunstdenkmäler der Rheinprovinz IX.2, hrsg. von Paul Clemen.) S. 180-185, Düsseldorf.
StädteRegion Aachen, Stabsstelle Kultur, Empirische Forschung und Gleichstellung (Hrsg.) (2011)
Burgen-Parcours: Burg Alsorf, Burg Baesweiler, Burg Rode, Burg Stolberg (Faltblatt). Aachen.

Burg Stolberg

Schlagwörter
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Denkmalpflege, Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn 1100 bis 1120
Koordinate WGS84
50° 46′ 0,38″ N, 6° 14′ 0,05″ O / 50.76677°, 6.23335°
Koordinate UTM
32U 304908.48 5627539.44
Koordinate Gauss/Krüger
2516506.34 5625727.04

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„Burg Stolberg”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-14855-20110816-2 (Abgerufen: 22. September 2017)
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